Hermann-Tast-Schule : Edler Flügel von einem edlen Spender

Die zwölfjährige Charlotte Mumm gehörte zu den ersten Schülerinnen, die den Steinway bei der Übergabe ausprobieren durfte. Foto: hjm
Die zwölfjährige Charlotte Mumm gehörte zu den ersten Schülerinnen, die den Steinway bei der Übergabe ausprobieren durfte. Foto: hjm

80 000 Euro teures Musikinstrument feierlich eingeweiht: Dank Johann Max Böttcher erklingt in der Hermann-Tast-Schule jetzt ein Steinway

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19. Mai 2012, 08:07 Uhr

Husum | Die Aula der Hermann-Tast-Schule (HTS) ist voll besetzt. Gymnasiasten, Lehrkräfte und zahlreiche geladene Gäste sind gekommen, um den Klängen eines neuen Musikinstruments zu lauschen. Das klingt nicht gerade nach einem besonderen Anlass, doch in diesem Fall ist alles anderes: Es gilt schließlich, ein schwarz glänzendes Prachtstück offiziell einzuweihen, das mit seinen 88 Tasten ein großzügiges Geschenk ist - im Wert von rund 80 000 Euro. Ein Blick in die Einladung zu dieser feierlichen Zeremonie gibt Aufschluss: "Dieser Steinway-Flügel wurde von Johann Max Böttcher über die Böttcher-Stiftung seinem alten Gymnasium in Husum in großer Verbundenheit gestiftet", heißt es dort.

"Noch vor Jahren hätten wir uns das nicht träumen lassen", sagt Schulleiter Walter Fedders in seiner Begrüßung. In der Vergangenheit habe man bei verschiedenen Anlässen Spenden für einen gebrauchten Flügel gesammelt. Den Anspruch auf ein neues Instrument habe man gar nicht gehabt. Dabei sei klar gewesen, dass bis zur Verwirklichung dieses Wunsches Jahre ins Land gezogen wären. Doch dann sei der entscheidende Tipp gekommen. "Wir wurden darauf hingewiesen, dass die Böttcher-Stiftung uns gerne einen Flügel schenken wolle." Diese Nachricht habe in der Schule natürlich hohe Wellen geschlagen. Man habe sich dann mit der Stiftung beziehungsweise dessen Vorsitzenden Johann Max Böttcher in Verbindung gesetzt - "und so nahm das ganze seinen Lauf", berichtet Fedders.

Am 21. Februar besuchten Vertreter des Gymnasiums mit Unterstützung von musikbegabten Schülern die Firma Steinway in Hamburg. Hier standen vier Prachtexemplare zur Auswahl. "Und obwohl alle Musikinstrumente aus der gleichen Produktion stammten, unterschieden sie sich im Klang", erinnert sich Fedders. Die beiden Schüler Timo Jürgensen und Jonathan Meyns brachten die Flügel zum Erklingen und hörten dabei genau hin. "Bei der Entscheidung, welches Instrument für die Schule am Besten ist, waren der Klang und die Spielbarkeit des Instruments ausschlaggebend", erklären die beiden Experten. Am Ende entschieden sich alle für das gute Stück, das nun die Aula der HTS bereichert. Doch ohne Künstler würde der Steinway stumm bleiben - und ohne das Instrument könnte sich ein Musiker nicht so ausdrücken. Und so eröffnete Jonathan Meyns die feierliche Zeremonie mit der Prelude cis-moll op.3 Nr. 2 von Sergei Rachmaminov.

Zu den begeisterten Zuhörern gehört auch Lothar Pletowski. Für die Schule sei dies ein denkwürdiger Tag, sagt der stellvertretende Bürgermeister. "Dank dieser großzügigen Unterstützung bekommt die HTS ein ausgezeichnetes und außergewöhnliches Instrument." Doch auch für die Stadt sei diese Spende segensreich: "Unsere Haushaltslage hätte die Anschaffung dieses Flügels nicht hergegeben."

Nach den Reden kommt der Flügel unter vielsaitigem Einsatz zum Erklingen. Von Klassik bis Jazz - das Instrument präsentiert sich in seiner Klangfülle und wird dabei von der HTS-Combo sowie dem Ober- und Unterstufenchor unterstützt. Zum Einsatz kommen soll der Steinway in Zukunft in der Kammermusik, als Begleit-Instrument für Solisten und Chöre sowie für die Big-Band.

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