Garding : Dynamische Kunst

Brigitta Höppner vor ihren Werken.
Brigitta Höppner vor ihren Werken.

Ausstellungseröffnung im Alten Rathaus in Garding: Die Künstlerin Brigitta Höppner spielt in ihren Arbeiten mit der räumlichen Wahrnehmung.

shz.de von
10. Juli 2018, 11:00 Uhr

Markante Ausschnitte von Gardinger Gebäuden in Form von reliefartigen Silhouetten aus Plexiglas gehören zu der aktuellen Ausstellung mit Arbeiten von Brigitta Höppner im Alten Rathaus der Stadt. „Ohne Reiseführer, aber mit einem Zeichenblock bin ich losgezogen und habe charakteristische Merkmale von Bauwerken skizziert“, erklärte die Künstlerin. Dabei habe sie sich gefragt: „Was würde ich wiedererkennen und was lasse ich weg?“

Die Konturen ihrer abstrahierten Zeichnungen übertrug sie auf den transparenten Werkstoff mit einer roten Grundierung. Geschnitten wurde das acht Millimeter dicke Material mit Laserstrahlen. Dabei entstanden minimalistisch verdichtete Ausschnitte von Dächern, Fassaden und Giebeln als eigenständige grafische Motive. Deren Zuordnung zu bestimmten Bauwerken sorgte unter den Besuchern der Vernissage für einen regen Gedankenaustausch. Schnell erkannten sie Vertrautes, wie Abbildungen der Turmspitze der St. Christian-Kirche oder Flügel der Mühle „Emauel“. Auf Wunsch fertigt die Künstlerin derartige Arbeiten auch von anderen Gebäuden.

„Die Auflösung unserer Wahrnehmung von Räumlichkeit ist sowohl bei den Reliefen als auch bei meinen ausgestellten Bildern das wiederkehrende Thema“, erklärte die Kunstschaffende aus Halstenbek mit einem weiteren Wohnsitz in St. Peter-Ording zur Eröffnung ihrer Präsentation. Damit lenkte sie die Aufmerksamkeit des Publikums auf die ebenfalls ausgestellten Acrylgemälde auf Leinwand oder auf hölzernen Untergründen der Serie Painting Stills. Dieses Wortspiel soll bedeuten, dass in den Bildern statische Gegenstände in Bewegung geraten. Diesen Eindruck von Tempo und Dynamik erzeugt die Trägerin des Kulturpreises der Stadt Pinneberg überwiegend mit langen horizontalen Pinselstrichen. Das führt zur optischen Auflösungen des Gegenständlichen von zumeist frei erfundenen architektonischen Motiven und des sie umgebenden Raumes.

Eine Ausnahme bildet dabei ihr neustes Werk, das in harmonisch abgestimmten ockerfarbenen, grauen, bläulichen und roten Farbtönen den Strand des Nordseebades erahnen lässt. „Die Bilder sind dafür prädestiniert, dass es zwischen ihnen und dem Betrachter zu Assoziationen kommt,“ bemerkte Dieter Staacken in einem Wortbeitrag. Gleichzeitig dankte er Brigitta Hoeppner unter dem Applaus der Besucher für ihre Bereitschaft zum offenen Dialog mit den Kunstinteressierten.

Zum Auftakt der Veranstaltung mit dem Titel Nachbilder begrüßte der Vorsitzende des ausrichtenden Fördervereins für Kunst und Kultur Eiderstedt (FKE), Dirk Becker, die Protagonistin und alle Anwesenden. Unter den Gästen befanden sich der stellvertretende Landrat Jörg von Sobbe, der vor dem Ende seiner Amtszeit den letzten öffentlichen Termin wahrnahm, sowie Amtsvorsteher Christian Marwig. Becker verabschiedete Werner Hajek, der mehrere Jahre im Vorstand des Vereins mitgewirkt hatte und sich jetzt anderen Aufgaben zuwendet. Er dankte ihm für seinen engagierten Einsatz „am Schreibtisch“ des FKE.

Die Ausstellung ist bis zum 3. August im alten Rathaus in Garding zu sehen. Die Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags 15 bis 18 Uhr sowie dienstags von 10 bis 13 Uhr.



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