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Diskussion um Bebauungsplan : Durchgangsverkehr stört Tatinger Idylle

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der künftigen Gestaltung des Ortskerns dürfen die Anwohner ein Wörtchen mitreden. Etliche sprechen sich dafür aus, die typische versetzte Anordnung der Häuser zu erhalten. Derzeit mindert allerdings der Durchgangsverkehr die Attraktivität der Dorfstraße.

Der historische Ortskern von Tating muss erhalten bleiben. Das war die einhellige Meinung der Teilnehmer eines Bürgergesprächs zum geplanten Bebauungsplan Nr. 12. Betroffen sind die Häuser ab der Bahnhofstraße, Koogstraße, Häuser 10 und 17, bis Dorfstraße 38 (kleines Haus hinter dem Aufgang zur Kirche), Südreihe bis Düsternbrook 17, ein Haus hinter der ehemaligen Bäckerei, Twiete, Norderstraße bis 9 und 6 sowie Rendsburger Weg 2. Insgesamt zählen 45 Häuser dazu, etwa die Hälfte davon ist von den Eigentümern selbst bewohnt, die übrigen sind vermietet, Zweitwohnungen oder Geschäftshäuser, wie Tatings Bürgermeister Hans Jacob Peters erläuterte.

Die Gemeinde hatte den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 12 im Juni 2011 gefasst. Es sollten die Weichen gestellt werden, um den Dorfkern attraktiv und lebendig zu gestalten. Derzeit leidet er unter dem Durchgangsverkehr nach St. Peter-Ording. Denn immer noch wartet die Gemeinde auf den Bau der Umgehungsstraße im Verlauf der B 202. Der Bürgermeister informierte kurz über den aktuellen Stand. Das auf Antrag des BUND erstellte Umweltgutachten sei im Herbst fertig. Wenn sich daraus keine Widrigkeiten ergeben, könne mit dem Bau begonnen werden. Kreispräsident Heinz Maurus habe Tating seine Unterstützung angeboten. Zu dem Unmut der Anwesenden über die fortgesetzte Verzögerungen bemerkte Peters, ob Umgehungsstraße oder nicht, der historische Ortskern müsse erhalten bleiben. Und darum gehe es an diesem Abend. Ihm sei bewusst, dass der starke Verkehr in der Dorfstraße ein erhebliches Problem darstelle. Auch die Bürgersteige seien in einem katastrophalen Zustand, denn sie sind so gewölbt, dass sie kaum noch als Fußweg zu nutzen sind.

„Wir wollen heute wissen, was wollen die Bürger?“, fragte er und schickte vorweg, dass keiner Auflagen bekommen werde, sein Haus umzubauen. Sven Jacobsen vom Fachbereich Bauen und Entwicklung im Amt Eiderstedt ergänzte, dass es ohne den B-Plan keinerlei Einfluss auf die Gestaltung der Häuser geben könne. Im Klartext heißt das, wenn beispielsweise ein Holzhaus oder ähnliches inmitten der Steinhäuser entstünde, könne man den Charakter des „Neugierigen Dorfes“, wie es aufgrund der seitlich zur Straße gerichteten Fenster genannt wird, möglicherweise nicht bewahren.

Die Diskussion begann mit einem schriftlichen Beitrag. Darin wird vorgeschlagen, die jetzige Baulinie zu erhalten, die typische sägezahnartige Anordnung der Häuser zu bewahren und die Fassaden- und Dachgestaltung zu definieren. Einer der Gäste, der als Architekt arbeitet und Anwohner ist, empfahl, den Plan nicht zu eng zu stecken. Man solle mit den historischen Vorgaben modern umgehen. Auf eine andere Frage, ob denn die Ausnutzung der Grundstücke zwischen den einzelnen Straßenzügen gestaffelt werden könne, da diese bereits im Bestand sehr unterschiedlich sei, antwortete Sven Methner als zuständiger Stadtplaner. Eine Staffelung sei nicht nur möglich, sondern in diesem Fall auch sinnvoll.

Es kam die Idee auf, neben dem herkömmlichen roten Verblendmauerwerk geputzte Fassaden in anderen Farben zuzulassen. Des weiteren wünschte sich ein Anwohner eine Möglichkeit zur rückwärtigen Bebauung. Für die an die Dorfstraße angrenzenden Straßen müsse über eine Regelung nachgedacht werden, bei der es um die Frage der einheitlichen Gestaltung geht.

Der Vorsitzende des Planungsausschusses, Jürgen Reimers, fasste das Wesentliche noch einmal zusammen. Die diskutierten Vorschläge dienten dem Gemeinderat als Entscheidungshilfe für den Bebauungsplan. In der Sitzung des Planungsausschusses könne ein erster Entwurf vorgestellt werden, bevor man sich noch einmal zusammen setze. Der Bürgermeister gab noch mit auf den Weg, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, da bereits Bauanträge vorlägen.

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