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Husumer Nachrichten

17. Dezember 2017 | 19:18 Uhr

Durchbruch im Kitesurf-Konflikt?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Umweltminister Habeck nach Gesprächen in Husum zuversichtlich / Große Strände vor den Inseln und in St. Peter-Ording sollen Reviere bleiben

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 17:36 Uhr

Im Konflikt um die Zukunft des Kitesurfens im Nationalpark Wattenmeer zeigt sich Umweltminister Robert Habeck nach einem Gespräch mit regionalen Vertretern von Surfschulen, Naturschutz, Nordsee-Gemeinden und Tourismus optimistisch. „Das Treffen war konstruktiv und hat gezeigt, dass die Region gemeinsame Ziele verfolgt“, erklärte der Grünen-Politiker gestern nach der Begegnung in Husum. „Kiten soll als naturnaher Sport weiterhin in großem Umfang erlaubt sein, sensible Naturflächen sollen aber Ruhezonen sein können“, sagte Habeck. „Niemand will Kiten verbieten, und niemand will der Natur schaden.“

Über die Kulisse für Kitegebiete und für Naturräume an der Westküste sei im Wesentlichen Einverständnis erzielt worden, gab Habeck an. „Das ist eine sehr, sehr gute Grundlage und war so auch nicht unbedingt zu erwarten.“ Debattiert wurde laut Habeck noch die Frage, auf welchem Weg Kite- und Naturgebiete formell umgesetzt werden sollen. „Wir wollen beides gleichgewichtig ermöglichen; Ausnahmen sollen nicht als eine Art Gnadenakt empfunden werden“, äußerte der Minister. „Kitegebiete sollen ihre eigene Berechtigung haben.“

Das Ministerium werde jetzt prüfen, wie sich das juristisch in einem Antrag auf Änderung der Befahrensverordnung darstellen lässt. „Wir sollten uns nicht im Streit über Symbole verhaken, sondern einen Weg finden, der praktikabel ist und allen Seiten Planungssicherheit gibt“, sagte Habeck. Er will morgen ein weiteres Gespräch mit überregionalen Vertretern des Kitesports führen. „Ich hoffe sehr, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, der einen fairen Interessensausgleich darstellt.“

Hintergrund ist ein Vorstoß der Landesregierung, das Kitesurfen im Nationalpark vom Bund beschränken zu lassen, da es in vogelreichen Gebieten zu Störungen führen könne. „Die Frage ist, ob die Kiter in jedem Winkel des Nationalparks surfen müssen, oder ob es auch Gebiete geben kann, in denen die Vögel in Ruhe fressen oder sich ausruhen können“, hatte Habeck erklärt. Die Umweltverbände Nabu, BUND und WWF fordern ebenfalls Beschränkungen beziehungsweise weitreichende Verbote. Insgesamt nutzen Millionen Vögel das Wattenmeer der Nordsee als Brut-, Rast- oder Überwinterungsgebiet.

Der Geschäftsführer der Global Kitesports Association, Jörgen Vogt, befürchtet derweil ein generelles Kiteverbot an der Nordseeküste des Landes, das laut Habeck aber keineswegs geplant ist. Vogt hatte gemeinsam mit anderen Kitesurfern zuletzt knapp 22 000 Unterschriften gegen ein pauschales Verbot gesammelt. Nach Regierungsangaben sollen etwa die großen Strände vor den Inseln oder in St. Peter-Ording in jedem Fall Kite-Reviere bleiben. „Auch weil ich selbst surfe, weiß ich, dass Surfen und Natur zusammengehören“, erklärte Habeck. Vogt betonte vor dem Husumer Treffen, auch die Kiter seien naturverbunden und akzeptierten Verbote dort, wo es nachgewiesenermaßen Störungen der Natur gebe.

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