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Keine Führerscheinpflicht : Drossel-Tempo auf den Grachten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kreis hat auf den Friedrichstädter Grachten das Tempolimit erneuert. Allerdings gibt es dort keine Führerscheinpflicht. Im Klartext: Auch Kinder können mit Motorbooten herumfahren.

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erstellt am 04.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Kinder und Jugendliche, die einmal ein Motorboot steuern wollen, müssen dazu nicht mit ihren Eltern extra in einen Freizeitpark fahren und Eintritt zahlen. In dem Holländerstädtchen Friedrichstadt ist das auch so möglich. Ganz legal dürfen dort nämlich selbst Kinder stark motorisierte Motoryachten bewegen, zumindest auf den Grachten und auf der Treene. Denn dies sind Landesgewässer der so genannten ersten Ordnung. Dort besteht weder eine Führerscheinpflicht noch eine Altersbegrenzung.

Was die Kinder oder Jugendlichen aber nicht dürfen, ist den Hebel auf den Tisch legen, sprich Vollgas geben. Schließlich gilt auf den Grachten und Sielzügen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von fünf Stundenkilometern. Auf dem Unterlauf der Treene, von der Bahnlinie bis zum Schöpfwerk West des Sielverbandes Herrenhallig, sind wie an Badestellen und extra gekennzeichneten Badeplätzen sieben Stundenkilometer gestattet. Zwischen Friedrichstadt und der Straßenbrücke Fresendelf allerdings ist fast das Doppelte erlaubt, nämlich Tempo zwölf. Das sagt zumindest die neue Kreisverordnung über den Verkehr mit Motorsportfahrzeugen auf der unteren Treene und den Grachten Friedrichstadt aus.

Ganz glücklich damit ist die Wasserschutzpolizei nicht, denn sie hatte gehofft, dass sich Land und Kreis zusammenraufen und auch eine Führerscheinpflicht einführen. Doch immerhin, seit 1993 gilt auf den genannten Gewässerabschnitten eine Landesverordnung, die aber nicht verlängert wurde, so das der Kreis Nordfriesland schließlich 2003 eine Verordnung erließ, die alle fünf Jahre verlängert werden muss – und das ist dieser Tage gerade geschehen.


DLRG darf Vollgas geben


Von Seiten der Wasserschutzpolizei heißt es, dass natürlich jeder Bootseigner die Verantwortung für sein Fahrzeug trage, also auch dann, wenn nicht er, sondern ein Kind oder Jugendlicher ohne Führerschein am Steuerrad stehe. Aber, generell könne ein Vater seinen Nachwuchs das Motorboot bedienen lassen. Dies komme auch vor, aber die Erwachsenen hätten das Geschehen dann meist im Griff. Früher galten die Grachten und die untere Treene quasi als rechtsfreier Raum. Friedrichstädter erinnern sich noch gut daran, dass vor dem Segelclub und der Badeanstalt sogar Wasserski gelaufen wurde. Bei den heute zulässigen Geschwindigkeiten ist dies aber nicht mehr möglich.

Es kann dennoch vorkommen, dass Motorboote mit Vollgas auf den Gewässern unterwegs sind. Dann nämlich, wenn es sich um Rettungsfahrzeuge, beispielsweise von der DLRG, handelt. Die Gesellschaft kann beim Kreis Nordfriesland für Übungen Ausnahmegenehmigungen beantragen. Und im Ernstfall gilt diese Begrenzung ohnehin nicht für die Retter, denn dann zählt schließlich jede Minute.

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