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Gerichtsprozess in Husum : Drogen im Kiosk: Bewährungsstrafe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein 53-Jähriger musste sich vor dem Husumer Schöffengericht verantworten. Sein inzwischen geschlossener Kiosk soll früher ein „Paradies für Drogenabhängige“ gewesen sein. Jetzt muss er gemeinnützige Arbeit leisten.

Schon vor Jahren war der Angeklagte im fernen brasilianischen Rio de Janeiro mit Drogen ertappt und verurteilt worden. Diesmal musste sich der heute 53-jährige Nordfriese vor dem Schöffengericht in Husum verantworten. Laut Zeugenaussage eines Kokain-Konsumenten soll der inzwischen geschlossene Kiosk des Angeklagten früher ein „Paradies für Drogenabhängige“ gewesen sein.

Der einstige Monteur hatte sich nach einem Herzinfarkt und mehreren Operationen beruflich umorientiert und auf der Husumer Neustadt den Kiosk eröffnet, wo er Zigaretten, Getränke und Ähnliches verkaufte. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung die laut Polizei den Verdacht auf Drogenhandel in dem Kiosk aufkommen ließen, wurden die Verkaufsräume im Juni 2014 schließlich durchsucht.

Seinerzeit hatten ohne Vorwarnung, aber mit richterlichem Beschluss Polizisten den Laden unter die Lupe genommen. Da es sich bei dem potenziellen Drogenumschlagsplatz um einen Gewerbebetrieb handelte, war auch die Husumer Stadtverwaltung involviert, nachdem die Kripo den Kiosk offenbar schon länger observiert hatte (wir berichteten).

Bei der Durchsuchung wurden damals von der Polizei in einer Kommode 24 Gramm Marihuana, 64 Gramm Haschisch sowie rund 5000 Euro Bargeld gefunden und sichergestellt, außerdem das Portemonnaie des Angeklagten mit weiteren rund 1000 Euro. Die Behörden untersagten dem Mann mit sofortiger Wirkung den Weiterbetrieb seines Kiosks, der auch nie wieder eröffnet wurde.

Ursprünglich angeklagt war der einstige Betreiber, der nach eigenen Angaben selbst seit Jahrzehnten drogenabhängig und erheblich verschuldet ist, wegen Handels mit Kokain sowie mit Marihuana und Haschisch in jeweils nicht geringen Mengen im Zeitraum von Ende 2011 bis Mitte 2014. Davon blieb nach Abschluss der Beweisaufnahme lediglich der Vorwurf übrig: Handel nur mit Kokain sowie lediglich Besitz von Marihuana und Haschisch in jeweils nicht geringen Mengen – und alles das auch nur im Zeitraum von 2012 bis 2013.

Das Schöffengericht Husum verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf vier Jahre Bewährung und zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Außerdem muss der Mann die Verfahrenskosten bezahlen, den Besuch einer Schuldnerberatung nachweisen und er bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Weder die bei der damaligen Durchsuchung sichergestellten Drogen noch die 5000 Euro erhält er zurück, allerdings sein Portemonnaie mit den rund 1000 Euro. Da alle Verfahrensbeteiligten auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil bereits rechtskräftig.

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