Nordfriesland : DRK leidet unter Mitgliederschwund

Auch Catharina Blunck stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl als 2. stellvertretende Vorsitzende und wurde mit viel Lob und Anerkennung von Frank Millack, Peter Kraus und Torben Walluks (von links) verabschiedet.
Auch Catharina Blunck stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl als 2. stellvertretende Vorsitzende und wurde mit viel Lob und Anerkennung von Frank Millack, Peter Krause und Torben Walluks (von links) verabschiedet.

Wahlen beim Rot-Kreuz-Kreisverband Nordfriesland: Frank Millack gibt zwar die Geschäftsführung an Torben Walluks ab, ist aber neuer Vorsitzender. Ehrenamtliche und qualifiziertes Pflegepersonal werden knapp.

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30. Juni 2015, 07:00 Uhr

Zepterübergabe beim DRK-Kreisverband Nordfriesland: Frank Millack (63) gibt nach 17 Jahren die Geschäftsführung an seinen Nachfolger Torben Walluks (39) ab (wir berichteten). Doch der Kapitän bleibt an Bord – als Kreisvorsitzender. Auch für den Rest der Führungsmannschaft standen auf der Jahresversammlung Neuwahlen an.

„Es ist nicht leicht, sich so lange im Sattel zu halten“, sagte Millack zu den Mitgliedern im vollbesetzten Saal des Landgasthofes in Struckum. „Doch irgendwann ist es einfach so weit“. Und noch ein weiterer Abschied stand im Mittelpunkt: Kreisvorsitzender Peter Krause stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl – aus gesundheitlichen Gründen. Trotzdem nutzte er das Podium für eine Herzensangelegenheit: „Bitte versuchen Sie, weitere Mitglieder zu verpflichten“, bat er. Zwar kann der Kreisverband mit 9600 Mitgliedern (davon 500 hauptamtliche) und 61 Ortsvereinen aufwarten, doch die neuesten Zahlen belegen, dass er mit einem Schwund von zehn Prozent zu kämpfen hat. Die Werbemaßnahmen der Nordfriesen waren bisher nur mäßig erfolgreich. Doch es gab auch Lob: „Respekt – die Anstrengungen beim Blutspenden sind an der Westküste enorm“, sagte Krause, der seit 13 Jahren Mitglied im Präsidium ist. Ihm fiel der Abschied sichtlich schwer. „Ich gehe ungern, aber ich gehe dennoch“. Allerdings nicht ohne ein Abschiedsgeschenk der besonderen Art. Die Mitglieder wählten ihn zum Ehrenvorsitzenden.

Als Frank Millack seinen Lagebericht vorstellte, begann er mit der guten Nachricht: Das Alten- und Pflegeheim in der Husumer Goethestraße hat sich gemausert. Das Heim ist gut ausgelastet, die Zahlen sind deutlich im Plus. „Wir haben viel Vertrauen aufarbeiten können“, erklärte Millack. Doch es gibt auch Sorgenkinder: die Alten- und Pflegeheime Pellworm und Amrum zum Beispiel. Beide wiesen beim Jahresabschluss 2014 einen Verlust auf, Pellworm sogar im fünfstelligen Bereich. Wie andere Träger auch, kämpft das DRK um qualifiziertes Personal für seine Häuser. Der Personalmangel macht sich besonders auf den Inseln bemerkbar. Das zwingt den Kreisverband dazu, eine Vielzahl von externen Mitarbeitern einzusetzen, was die Personalkosten zusätzlich um 74.000 Euro in die Höhe trieb. Nun steht das DRK in Verhandlung mit den Kommunen, um die Situation zu entschärfen.

Dennoch hinterlässt der alte Geschäftsführer dem neuen einen intakten Haushalt mit „einigermaßen zufriedenstellendem Geschäftsergebnis“, wie Millack formulierte. Drei Monate hat er seinen Nachfolger Torben Walluks eingearbeitet. Der 39-Jährige lebt seit drei Jahren in Nordfriesland. „Ich bin ein Rucksack-Friese“, sagte der Betriebswirt lächelnd. Jetzt liegt es an ihm, den DRK-Kreisverband auf Kurs zu halten. Eine Großbaustelle gibt es schon: Die Sanierung des Alten- und Pflegeheims in Husum – ein Millionenprojekt.

Der neue Kreisvorstand



Vorsitzender: Frank Millack, 1. Stellvertreterin: Christel Tychsen, 2. Stellvertreter Rainer Bruns, 3. Stellvertreter: Henri Wetzel, Justitiar: Cornelius Kohl, Schatzmeister: Markus Flebbe, Beisitzer: Heinz-Werner Albrecht, Beisitzer Sozialarbeit: Thomas Mainzinger, Kreisverbandsarzt: Holger Bauer, Kreisbereitschaftsleiter: Monika Braczek und Lars Christophersen, Stellvertreter: Markus Flebbe, Jugendvertreterin: Jessica Bartelt, Katastrophenschutz: Markus Flebbe.

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