Siemensstraße in Husum : Drei Mal täglich Stau

Stoßstange an Stoßstange reihen sich die Autos am Nachmittag in Richtung Flensburger Chaussee.
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Stoßstange an Stoßstange reihen sich die Autos am Nachmittag in Richtung Flensburger Chaussee.

Kein Durchkommen in der Siemensstraße im Husumer Gewerbegebiet Ost: Anlieger und Stadt suchen nach Lösungen.

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18. Januar 2018, 15:00 Uhr

Alles steht still in der Siemensstraße – und das drei Mal am Tag: „Rush Hour ist morgens ab 6.30 Uhr, mittags wieder und ab 16 Uhr wird es noch einmal richtig schlimm“, so Rickmer Topf, Inhaber der in dieser Straße mit der Hausnummer 17 gelegenen Firma Topf-Baubeschläge. „Die Kunden wollen uns schon Stundenzettel schreiben, weil sie so lange brauchen, wenn sie zu uns kommen.“ Und auch Jan Friedrich Dehn klagt über Probleme seines Unternehmens Georg C., das am nördlichen Ende des Nadelöhrs verortet ist: „Wir freuen uns natürlich, dass wir an einer so belebten Straße ansässig sind, aber als Logistik-Firma mit 30-Tonnen-Lastwagen ist es schon eine Herausforderung, zu Stoßzeiten auf das Gelände und wieder weg zu kommen – für uns wie für unsere Kunden.“

Das Problem ist bekannt: „Es gab schon zwei Termine mit dem Ordnungsamt, 2016 und 2017“, sagt Ole Singelmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost und Geschäftsführer des Hagebaumarktes. Immerhin sei die Siemensstraße neben der Matthias-Claudius-Straße mit 10.000 Fahrzeugen täglich die am meisten frequentierte Achse in Husum. Und seit der Eröffnung des Buschkamps auf der anderen Seite der Flensburger Chaussee fließe von dort noch zusätzlicher Verkehr herein. „Das Aufkommen ist einfach zu hoch. Dazu kommen der parallele Dienstschluss in der Julius-Leber-Kaserne und das Arbeitsende in den Husumer Werkstätten mit der extrem kurzen Schaltung der Fußgängerampel in diesem Bereich.“ Die soll den Menschen einen schnellen Übergang zur Bushaltestelle ermöglichen, sorgt aber jedes Mal für neuerlichen Stillstand. Eine Ableitung über die Industriestraße könnte Erleichterung schaffen, aber um dort die Einfädelung auf die Flensburger Chaussee zu ermöglichen, müsste ein Kreisverkehr gebaut werden. „Die Stadtverwaltung hat dafür ja schon fertige Pläne in der Schublade, aber die Politik blockiert die Umsetzung“, sagt Singelmann bedauernd.

Für Topf ist der Industriestraßen-Kreisel ohnehin nicht die vorrangige Lösung. „Viel wichtiger wäre eine Linksabbiegerspur in die Otto-Hahn-Straße“, sagt er. Das befürwortet auch Dehn: „Uns ist alles willkommen, was den Verkehr in der Siemensstraße flüssiger macht.“ Singelmann sieht diese Notwendigkeit ebenso. „Die Leute fahren schon über den Parkplatz von Electro-Jacobsen, um da rein zu kommen“, weiß er. Und hat Erfahrung mit der Wirksamkeit von Abbiegespuren: „Die Spur zum Hagebaumarkt haben wir ein, zwei Jahre nach der Eröffnung nachträglich auf eigene Kosten bauen lassen und dann an die Stadt übergeben.“ Das habe eine erhebliche Erleichterung für den Verkehrsfluss in diesem Bereich bedeutet.

Ordnungsamtsleiter Malte Hansen geht sogar noch einen Schritt weiter: „Aus unserer Sicht kann der Linksabbieger zur Otto-Hahn-Straße nur eine erste Maßnahme sein“, sagt er. „Mittelfristig ist es erforderlich, die Siemensstraße von der Flensburger Chaussee bis zum Marienhofweg dreispurig auszubauen.“ Das allerdings gehe nicht ohne Grunderwerb. „Da müssen wir als Stadt querdenken. Verkehrlich wäre es aber auf jeden Fall wünschenswert.“ Denn der Kreisel werde auch noch auf sich warten lassen: „Die Planung ist um ein Jahr auf 2019 mit der Umsetzung 2020 verschoben worden. Ursprünglich hätte es bereits in diesem Jahr losgehen sollen.“

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