Frontal-Zusammenprall auf der B5 : Drei Fahrerinnen schwer verletzt

Erst nach mehr als 60 Minuten konnte die 22-jährige Fahrerin  aus diesem Auto befreit  werden.
Erst nach mehr als 60 Minuten konnte die 22-jährige Fahrerin aus diesem Auto befreit werden.

Bei einem schweren Unfall auf der Bundesstraße 5 südlich von Husum sind am Dienstag (24. Juni) zwei Autos frontal zusammengestoßen. Ein drittes krachte in die Unfallstelle. Die Hauptstraße war mehrere Stunden voll gesperrt. Eine Verunglückte musste auf der Fahrbahn reanimiert werden.

shz.de von
25. Juni 2014, 07:00 Uhr

Bundesstraße 5 – am Dienstag (24. Juni), 8 Uhr, zwischen Vosskuhle und Abfahrt Husum-Süd: Die Unfallstelle bot ein Bild des Grauens. Über eine große Fläche verteilte abgerissene Autoteile, ein Meer von Blaulicht, viele Helfer und der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 mitten auf der Fahrbahn. Wieder einmal war die stark frequentierte Hauptverkehrsader schlagartig kollabiert. Es ist der dritte schwere Unfall innerhalb weniger Tage auf der B5 südlich von Husum.

Zwischen piepsenden Funkgeräten, laufenden Motoren und Kommandos knieten zwei Notärzte und Rettungsassistenten am Straßenrand und kämpften um ein Leben, um das Überleben einer 43 Jahre alten Autofahrerin aus Dithmarschen. Wenige Minuten zuvor war sie mit ihrem braunen VW Polo aus Richtung Husum kommend aus bislang ungeklärten Gründen mit ihrem Fahrzeug über die Straßenmitte geraten. Dort kam ihr eine 22-jährige Husumerin mit ihrem schwarzen Audi A 3 entgegen. Beide Autos prallten ungebremst zusammen. Eine 45-jährige Friedrichstädterin konnte ihren dunkelblauen Renault Megane nicht mehr rechtzeitig abbremsen und fuhr in die Unfallstelle hinein.

Lange Zeit kämpften die beiden Notärzte um das Leben der Autofahrerin, mehrfach wurde Sauerstoff nachgefordert, die Infusionen liefen, Medikamente kamen zum Einsatz. Die Reanimation war schließlich soweit erfolgreich, dass die Dithmarscherin um 9.06 Uhr mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in das Westküstenklinikum in Heide eingeliefert werden konnte.

Aus ihrem Fahrzeug befreit werden konnte dann die Friedrichstädter Fahrerin. Sie wurde ebenfalls behandelt und später mit dem Rettungswagen in eine Klinik verlegt. Sehr zeitaufwendig gestaltete sich die Rettung der dritten Frau. Die junge Husumerin war nach dem schweren Aufprall mit ihrem Fahrzeug in den Graben geschleudert, das dort an einem Baum hängen blieb. Feuerwehrleute entfernten zunächst Äste und benötigten dann 65 Minuten, um die Frau aus ihrem Fahrzeug herauszuschneiden. Im Einsatz waren drei Rettungswagen, das Notarzteinsatzfahrzeug aus Husum, der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 aus Niebüll sowie die Husumer Feuerwehr mit fünf Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften. Vier Streifenwagen aus Husum und Eiderstedt waren an der Unfallstelle eingesetzt, der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet, es gab zum Teil längere Staus.

Zur Rekonstruktion des Unfallherganges wurde der Dekra-Sachverständige Ole Piening an die Unfallstelle bestellt. Die B5 blieb länger als drei Stunden voll gesperrt.

Die Aufprallgeschwindigkeit: Beim Polo blieb die Tachonadel bei Tempo 90 stehen, beim Audi bei Tempo 70. Kritik äußerte der Bundeswehroffizier Dr. Martin Neumann, der unmittelbar nach dem Zusammenstoß an der Unfallstelle eintraf und die Maßnahmen der mutig zupackenden Ersthelfer koordinierte: „Es ist unglaublich und sehr traurig: Zahlreiche Autofahrer sind einfach vorbeigefahren, ohne anzuhalten – ohne zu helfen.“ Mehrere Autofahrer wählten jedoch per Handy den Notruf zur zentralen Leitstelle in Harrislee.

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