„Unser Dorf hat Zukunft“ : Drage ist in Wettkampf-Stimmung

„Unser Dorf hat Zukunft“: Helga Klindt von der Akademie für ländliche Räume und Innenminister Hans-Joachim Grote hoffen, dass möglichst viele Gemeinden am Landes-Wettbewerb teilnehmen.
„Unser Dorf hat Zukunft“: Helga Klindt von der Akademie für ländliche Räume und Innenminister Hans-Joachim Grote hoffen, dass möglichst viele Gemeinden am Landes-Wettbewerb teilnehmen.

Die Gemeinde Drage nimmt an der landesweiten Ausschreibung „Unser Dorf hat Zukunft“ teil, die mit 10.000 Euro dotiert ist.

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15. März 2018, 21:00 Uhr

Drage habe mehr zu bieten als so mancher denkt, sind sich die Gemeindevertreter einig – und votierten deshalb in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig dafür, dass der 670-Einwohner-Ort am landesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (früher: „Unser schönes Dorf“) teilnimmt. Zuletzt gewann Rantrum den Wettbewerb, der alle drei Jahre ausgeschrieben wird und mit 10.000 Euro dotiert ist. In diesem Jahr haben Handwerkskammer und IHK einen zusätzlichen Preis ausgelobt.

Zuvor hatten sich die Gremiums-Mitglieder zusammengesetzt und über die positiven Eigenschaften Drages zu beraten. „Wir haben uns selbst gewundert, was dabei alles zusammengekommen ist und wie viel unser Dorf eigentlich leistet“, erklärte Bürgermeisters Hans Hermann Paulsen auf Anfrage unserer Zeitung. „Unser Brainstorming war schon enorm“, sagte auch Steve Gröne, der in Sachen Bewerbung die Fäden in der Hand hält. Die Teilnahme-Unterlagen müssen bis morgen eingereicht sein, so musste die Gemeinde mit ihrer Beschlussfassung ein wenig aufs Gaspedal drücken.

Aus allen Bewerbern sucht eine Jury zehn Top-Gemeinden aus, deren Vertreter dann gegeneinander antreten. Dazu gehört auch, dass sich die Jury-Mitglieder vor Ort ein Bild von jeder einzelnen Kommune machen.

Auf die Frage, womit Drage besonders punkten will, antwortete Gröne: „Fünf Kriterien schreibt das Innenministerium vor, zu dem wir Stellung nehmen müssen. Am umfangreichsten ist für uns dabei der Punkt Vereinstätigkeit.“ Drage könne mit zirka 15 Vereinen aufwarten, im Ort gebe es ein großes ehrenamtliches Engagement – wie beispielsweise das Essen in Gemeinschaft. Besonders zu erwähnen sei die ausgeprägte Jugendarbeit der Angler und des TSV. „Wichtig sind insbesondere unsere Bemühungen, das Dorfbild zu erhalten“, erklärte Gröne weiter. „Dazu arbeiten wir zur Zeit an einer Art Ortsgestaltungssatzung, für die wir erst kürzlich bei unserer Einwohnerversammlung geworben haben.“ Stolz sind die Drager außerdem auf ihr stets ausgebuchtes Dorfgemeinschaftshaus und die enge Kooperation mit den Nachbargemeinden Seeth, Friedrichstadt und Stapel. Für den Tourismus sei neben den rund 40 Reetdach-Häusern im Dorf vor allem auch die Schleuse Nordfeld attraktiv.

Was erhofft sich Drage von der Auszeichnung, wenn die Gemeinde gewinnen sollte? „Wie wollen auf uns aufmerksam machen, um vor allem junge Leute ins Dorf zu kriegen und diese auch zu halten“, so Gröne. „Doch auch wenn wir nicht gewinnen: Allein auf das Mitmachen kommt es uns an.“

Weitere Informationen unter: www.schleswig-holstein.de.

Weitere Themen

> Heino Ellhöft (KWVD) fragte nach dem Stand der Straßenbau-Angelegenheiten. Dazu Gemeinde-Chef Paulsen: „Der Deljeweg soll gesplittet, bei der Schleuse Nordfeld die Fugen vergossen und einiges am Feddersdeich gemacht werden.“

> Auch über den Kauf eines Aufsitz-Rasenmähers wurde diskutiert. Am Ende einer langen Diskussion beschloss man, ein 5100-Euro teures Gerät anzuschaffen, um den Gemeindearbeitern die Arbeit zu erleichtern. Auch für den Kauf eines Hochdruckreinigers zum Preis von 765 Euro wurde gestimmt.

> Einstimmig genehmigte der Gemeinderat 300 Euro für Pullover der Jugendfeuerwehr Seeth-Drage. Die Gemeinde Seeth zahlt den gleichen Betrag. > Anlässlich der Diskussion um weitere 550 Euro für Bekleidung der Jugendwehr sagte Heino Ellhöft: „Die Jugendfeuerwehr ist unsere Zukunft. Wir sollten das Geld geben.“ So wurde auch dem zugestimmt.

> Während andere Gemeinden beim Tagesordnungspunkt „Schöffenwahl“ zu ungewöhnlichen Maßnahmen griffen – und die Bewerber durch den Gemeinderat auslosen ließen, stand Drage mit leeren Händen da: Es hat sich kein Bewerber gemeldet.

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