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Husumer Nachrichten

17. Oktober 2017 | 04:06 Uhr

In fünf Jahren autark : Drage baut auf Biogas

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Drager Biogasanlage könnte in fünf Jahren das Dorf komplett mit Wärme und Strom versorgen. Der Anlagenbetreiber will dazu neuartige Motoren einsetzen, die sich in der Leitung steuern lassen.

in der jüngsten Bau-, Wege- und Umweltausschuss-Sitzung in Drage präsentierte Biogasanlagenbetreiber Peter Hasche Aktuelles zur Strom-und Wärmeerzeugung in den Anlagen der Biogas Hasche-Spangenberg GmbH & Co.KG. Der Geschäftsführer berichtete über die demnächst eingesetzten 550-KW-Asynchron-Motoren. Dieser Motorentyp ist regelbar, er kann sogar so laufen, dass er überschüssig produzierten Strom aus dem Netz zieht. Das Drager Unternehmen hat sich die Vertriebsrechte gesichert. Zwischenfrage von Gemeindevertreter Heino Ellhöft: „Ließe sich damit nicht auch ganz Drage autark mit Strom versorgen?“ „Das wäre sicherlich machbar“, sagte Peter Hasche, „wir sind gerade in Sachsen an einem Projekt beteiligt, dort wird bereits eine ganze Region autark mit Strom und Wärme versorgt. Ein zweites Projekt soll jetzt in der Region Kappeln entstehen. Es ist für mich reizvoll, auch Drage autark von Strom und Wärme Dritter zu machen.“ Seine vorsichtige Einschätzung: „In fünf Jahren wäre das vielleicht zu schaffen.“

Hasche erläuterte, dass durch die Regelbarkeit der Motoren die neue Technik extrem anpassungsfähig sei. Die Biogasanlagen würden nicht verändert werden. Im Deljekoog soll eine Lagune mit 5000 Kubikmetern gebaut werden. „Wir sind mit 100 Prozent Mais angefangen, momentan sind es höchstens noch 50 Prozent, hinzu kommen 20 Prozent Gras, zehn Prozent Zuckerrüben und als Rest andere Stoffe. “ Hasche unterstrich, dass man die Motoren nicht höre. Der Baubeginn sei für den Sommer geplant. Durch den höheren Wirkungsgrad werden bis zu zehn Prozent bei der Einspeisung eingespart, zudem wird das Versorgungsnetz im Dorf ausgebaut. Bürgermeister Hans-Hermann Paulsen dankte für die 40-minütige Vorstellung und sagte, dass es dazu eine Einwohnerversammlung geben werde.

Themenwechsel: Die Drager Mannschaft, die im Mai am Lauf zwischen den Meeren teilnimmt, erhält wie in den Vorjahren einen Zuschuss. Kritisiert wurden einige dunkle Stellen in der Gemeinde, nun trifft sich der Ausschuss zu einer Begehung im Dunkeln – am Montag (8.) ab 19 Uhr. Dazu Holger Treichel: „Die Masten für zusätzliche Straßenlampen können wir auch alleine aufstellen, dazu brauchen wir keine Firma.“ Und dann sah Treichel – zugleich Wehrführer – Anlass zu scharfer Kritik: „Der Wasserverband Norderdithmarschen hat die Wasserleitung austauschen lassen. Sie haben auch Hydranten versetzt, aber nicht mit der Feuerwehr Rücksprache gehalten.“ Der Ausschuss entschied sich, „dieses Vorgehen über das Amt rügen zu lassen“. Holger Treichel erinnerte an die Gieselau-Petition: „Die Schleuse ist sehr wichtig – auch für unsere Gemeinde, sie darf nicht geschlossen werden. Wenn sie geschlossen wird und die Eider nicht mehr Bundeswasserstraße ist, zahlen letztlich die Gemeinden die Unterhaltung des Gewässers.“ Auch der Förderbescheid für den Feuerwehranbau am Dorfgemeinschaftshaus liege noch nicht vor.

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