Festival in Friedrichstadt : Drachen beherrschen den Sielzug

Auch die Grachten-Ausflügler waren von dem Spektakel auf dem Westersielzug sichtlich angetan.
Auch die Grachten-Ausflügler waren von dem Spektakel auf dem Westersielzug sichtlich angetan.

Beim zehnten Friedrichstädter Drachenboot-Festival waren 27 Teams bei 80 Rennen am Start. Erstmals kamen die Rennmaschinen aus Hamburg. Die Trommlerinnen stellte die Friedrichstädter Rudergesellschaft.

Avatar_shz von
14. Juli 2014, 08:00 Uhr

Der Chefkoordinator des Friedrichstädter Drachenboot-Festivals, Kim Koltermann, bewies Taktgefühl. Daher verlief das zehnte Festival während der ersten Stunden als weitestgehend stilles Jubiläum – verhalten, ohne Trommelwirbel, ohne Musik. Der Vorsitzende der Friedrichstädter Rudergesellschaft und Moderator der Veranstaltung bat die vielen Besucher dieses überregional bekannten Events um große Rücksichtnahme. Parallel zur Sportveranstaltung fand in der in Sichtweite liegenden benachbarten St. Christophorus-Kirche eine große Trauerfeier für die bei einem Verkehrsunfall auf der B 5 ums Leben gekommene junge Autofahrerin (wir berichteten) statt. Zweieinhalb Stunden nach dem Festival-Start wurden dann die Lautsprecher zu Wasser und zu Lande eingeschaltet. Koltermann: „Ich danke für den respektvollen Umgang mit dieser Situation.“

Bei strahlendem Sonnenschein hatten bis dahin bereits 16 der 80 Rennen stattgefunden. 27 Teams hatten sich für dieses Jubiläums-Drachenbootfestival angemeldet, gestartet wurde in sechs Gruppen. 52 Starts auf der 250 Meter langen Distanz erfolgten am Sonnabend, weitere 28 gestern. Die Rekordtemperaturen von 35 Grad aus dem Veranstaltungsjahr 2010 wurden wettertechnisch zwar nicht erreicht, jedoch kochte die Stimmung vor Ort auch diesmal nahe am Siedepunkt. Nicht nur die Besucher kamen wieder aus dem ganzen Land, auch die Akteure. Mit dabei: Firmenteams, Vereinsmannschaften, Unternehmervereinigungen und einfach Spaßteams. Ausgefallene Namen wie „Knick Knack Trupp“, „Flintstones“, „Hobby Dragons“, „Danish Dynamite“, „St. Anner Kanonenboot“ „Hummelschwarm“, „Roter Korsar Icehouse“ „Sea u later“ oder „Die nordischen Seeteufel aus Achtrup“zeigten immer wieder klasse Leistungen. Gefallen gefunden an dem Spektakel hat selbst die Polizei – das Team „Witte Müüs“, das im Vorjahr erstmals teilnahm, war wieder mit dabei. Auch die „Ruderluder“ hatten ihr großes Transparent erneut über die blaue Brücke gespannt, die Uferränder füllten sich im Laufe des Nachmittags zusehends. Für die Sicherheit hatte das Organisationsteam vorgesorgt – zu Lande standen Rettungswagen parat, auf dem Wasser patrouillierte ein Motorboot der DLRG.

Nicht alle Teilnehmer kamen trocken ans Ziel – aber ausnahmslos alle waren begeistert. Und wer den Hechtsprung in den sechs Meter tiefen Sielzug wagte, der tat dies freiwillig. Die Zuschauer, die teils mit Kind und Kegel sowie Campingausrüstung anrückten, übernachteten bisweilen vor Ort in Zelten und Wohnwagen. Anlässlich der Premiere im Jahr 2005 nahmen 14 Teams teil, ein Spitzenwert wurde 2007 mit 31 erreicht. 86 Durchgänge fanden im Vorjahr unter den damals 28 Teams teil. Reisten die schnittigen Drachenboote bis zum Jahre 2010 aus Schwerin an, so kamen sie in den folgenden drei Jahren aus der Hansestadt Lübeck – und jetzt erstmals aus Hamburg. Vier der 220 Kilogramm schweren Boote und sechs Steuerleute schickte ein Hamburger Unternehmen ins Holländerstädtchen auf die Reise, die Trommlerinnen stellte hingegen die Friedrichstädter Rudergesellschaft.

Am Ende des zweitägigen Drachenbootfestivals  stand das Gewinnerteam  „119 Helgoland“ fest. Im Finale lagen die Rendsburger hauchdünn vor dem Vorjahressieger, dem Postsportverein Heide. Das Team „San-Rise“, das gegen die Friedrichstädter „Flintstones“ angetreten war, gewann die Trostrunde. Künftig wird „San-Rise“, nicht mehr dabei sein. Die Sani-Staffel der Kaserne Seeth besteht nach Schließung der Seether Kaserne nicht mehr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen