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Amts-Kultur-Natur-Tag in Bohmstedt : Dorf der regenerativen Energien

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

400 zusätzliche Betreiber werden mit einer Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro den Bürgerwindpark erweitern. Am Sonnabend öffnen Bürgermeister Peter Tücksen, Hans-Georg Andresen und Nachfolger Arne Jensen die Biogasanlage für die Öffentlichkeit.

„Bohmstedt kann sich als Dorf der regenerativen Energien bezeichnen“, berichtet Bürgermeister Peter Tücksen stolz. Sowohl der Bürgerwind-, als auch -solarpark und die Biogasanlage genießen hohe Akzeptanz unter den gut 720 Einwohnern. „Hier kocht niemand sein eigenes Süppchen, wenn es um erneuerbare Energien geht“, so der Gemeindechef. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Die zehn Vollerwerbslandwirte setzen auf gemeinschaftliches Handeln. Anstatt im Rahmen der gesetzlichen Privilegierung jeweils in eigene Biogasanlagen vor ihren Hofstellen zu investieren, beteiligten sie sich sowie fünf weitere Bürger an einem Gemeinschaftsbetrieb, abseits des Dorfkerns in östlicher Richtung.

Die 2007 entstandene und 2010 erweiterte Anlage mit einem Investitionsvolumen von drei Millionen Euro produziert jährlich 6,5 Kilowattstunden (kWh) Strom und versorgt mittlerweile 1750 Haushalte. „So konnte dem Wildwuchs vorgebeugt werden“, sagt Tücksen.

Ebenso ist es mit dem Bürgerwindpark, dessen Mühlen schon seit 1998 erfolgreich ihre Flügel im Wind drehen. 30 Bürger gehören zu den Investoren der ersten Stunde. Nach der derzeit laufenden Erweiterungsphase werden noch 400 Betreiber mit einer Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro mit im Boot sein. Noch werden 11,5 kWh jährlich an Strom produziert und an 3200 Haushalte verteilt. 2008 ging das Fernwärmenetz mit einer Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro mit 16 Einwohnern als Betreiber an den Start. Bis zu 75 Haushalte kommen in den Genuss der produzierten Wärme.

Der Bürger-Solarpark ging 2010 mit 120 Beteiligten und Investitionen von fünf Millionen Euro ans Netz. 550 Haushalte nehmen Strom ab. Hinzu kommen Photovoltaik-Dachanlagen, mit denen 400 Haushalte versorgt werden. 30 Gesellschafter haben sechs Millionen Euro investiert.

Überhaupt ist Bohmstedt laut Bürgermeister kein „Wohn- und Schlafdorf“. Neben den Betrieben, die erneuerbare Energien produzieren, gibt es besagte landwirtschaftliche Betriebe sowie weiteres Gewerbe, nicht zuletzt den bekannten Gasthof mit Hotelbetrieb.

„Wir haben hohe Gewerbesteuereinnahmen und einen nicht unerheblichen Anteil an Einkommenssteuern. Das kommt allen Bürgern zugute“, so Tücksen. Dankbar ist er den Vordenkern für das in seiner Heimatgemeinde umgesetzte Konzept. Zu nennen sei da insbesondere der erste Geschäftsführer des Windparks, Johannes Sönksen. Er habe in den 1990er Jahren seine Idee erfolgreich entwickelt. Von Anfang an zog denn auch der zweite Geschäftsführer Hans-Georg Andresen mit, der aufgrund Sönksens Ortsveränderung dessen Aufgaben übernommen hatte. Mittlerweile ist der Bohmstedter Arne Jensen Andresens Nachfolger. Am Sonnabend (10.) öffnet das kompetente Trio im Rahmen des ersten Amts-Kultur-Natur-Tages die Türen der Biogasanlage ab 10.30 Uhr für die Öffentlichkeit. Eine Führung zu den weiteren Stationen im Ort schließt sich an. Wenige Dörfer weiter in Richtung Norden, kann in Sönnebüll die Biogasanlage von Landwirt Hans-Ulrich Martensen in der Zeit von 9.30 bis 14.30 Uhr besichtigt werden. Der Sönnebüller betreibt die Anlage seit zehn Jahren. Sie produziert 1,3 Megawatt Energie, von der 450 Kilowatt an Fachkliniken Nordfriesland abgegeben werden. Weiter wird Strom und Gas an das Fleischereiunternehmen Kinsky im angrenzenden Gewerbegebiet Bredstedt geliefert. Der Rest ist für den Eigenbedarf bestimmt.



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