Dörfer im Fokus : Doppeleiche Viöl: Von klein auf gemeinsam trainieren

Für seinen Verein und sein Team setzt Marco Thomsen sich ein.
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Für seinen Verein und sein Team setzt Marco Thomsen sich ein.

Das Vereinsleben ist vielen Sportlern vom TSV wichtig. Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen im Verein aktiv.

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04. Januar 2018, 09:00 Uhr

Viöl | Das Dorf wächst, und davon profitieren auch die Vereine: „Die Mitgliederzahlen haben sich in den vergangenen Jahren relativ konstant gehalten, wir haben gleichermaßen Junge und Ältere“, sagt Marco Thomsen (34), stellvertretender Vorsitzender, des TSV Doppeleiche Viöl. In den 14 Sparten gibt es 664 Teilnehmer.

In unserer Dorfserie werfen wir einen genauen Blick in drei Ortschaften. Im Norden Ockholm, im Süden Westerhever und in der Mitte Viöl. Wie gestaltet sich das Dorfleben, war früher alles besser und was machen die Bewohner in ihrer Freizeit? In Viöl haben bisher der Bürgermeister und die Freiwillige Feuerwehr ihre Türen für uns geöffnet.

Sorgen um das Bestehen des Vorstands und damit auch des Vereins würde man sich momentan keine machen. Außerdem werde aktiv vorgebeugt, so Thomsen. Er selbst sei in den Vorstand „so reingerutscht“. Thomsen war zuvor, ab 2013, Fußballobmann. Für ihn sei es selbstverständlich gewesen, den Posten anzunehmen. „Das ist alles sehr familiär. Man kennt sich durchs Dorf“, sagt er. Bei Organisationsfragen seien die Wege kurz, außerdem vereinfachen soziale Medien die Kommunikation. Der Verein sei eine Zeit lang ohne ersten Vorsitzenden gewesen, aktuell ist das Amt durch Danny Hofmann besetzt. „Jetzt versuchen wir für vakante Posten möglichst früh neue Ehrenamtler zu werben.“ Dafür lädt der Vorstand etwa Vereinssportler ein, die auf die 30 zugehen und für den Vorstand infrage kommen.

Marco Thomsen stellt seinen Verein vor:

Fußball ist mit 196 Spielern die größte Sparte, gefolgt vom Kinderturnen mit 108 Mitgliedern. „Wir wollen auch wieder ein Angebot speziell für die Senioren in unserer Gemeinde schaffen.“ Es seien doch viele Ältere, die in Viöl leben. Die Bewohner des Dorfes dürften auch gern Wünsche äußern, welches Sportangebot sie gerne hätten. „Wenn sich genügend Teilnehmer finden, versuchen wir es umzusetzen“, so Thomsen. Für die Kinder und Jugendlichen gibt es so einige Angebote. Doch trotz vieler junger Familien in Viöl werden die Kapazitäten nicht vollends ausgelastet. Etwa in die Jugend-Fußballmannschaften rückten zu wenige Viöler nach. „Deshalb haben wir uns in der Jugendarbeit, die auch viele andere Vereine handhaben, in einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen.“

Die Jugendmannschaften spielen unter dem Namen SG LGV Obere Arlau. Die jungen Kicker haben einen Spielpass ihres Stammvereins: Löwenstedt, Goldebek und Viöl. Wenn die Jungs zu den Männern aufsteigen, haben sie die Wahl zwischen den Vereinen und Ligen. Vor zwei oder drei Jahren seien viele Spieler nach ihrer Zeit bei der A-Jugend nach Löwenstedt gegangen, die Mannschaften des SV Blau-Weiß spielen in der Verbandsliga Nord-West, Kreisliga Nordfriesland und Kreisklasse A. Doch der Trend ist in Richtung Doppeleiche umgeschlagen. „Jetzt sind viele nachgerückt. Sie sind fast alle in Viöl aufgewachsen und kennen sich seit ihrer Kindheit.“ Das sei eine Gemeinschaft, die dem Ort verbunden ist. „Viele unserer Ehrenamtlichen kennen ihre Sportler von klein auf.“

Doch so gut lief es auch für die Herren nicht immer. „Ich bin in Husum aufgewachsen und habe mit 18 Jahren angefangen für Doppeleiche zu spielen“, erzählt Thomsen. Zwei Jahre später sei die Mannschaft abgestiegen und habe sich kurz darauf aufgelöst. „Ein paar haben aufgehört zu spielen, andere haben den Verein gewechselt.“ Er selbst sei damals zum TSV Hattstedt gegangen. Dann, im Jahr 2007, sei die erste Herren Viöl von einigen Freunden wieder aufgebaut worden. „Fünf Jahre später sind wir zwei Jahre in Folge aufgestiegen.“ Aktuell spielt das Team in der Kreisklasse A.

Fußball in Viöl zu spielen sei attraktiv, auch aufgrund des Kunstrasenplatzes. „Seit wir den haben, können wir bei fast jedem Wetter spielen und müssen keine Spiele aufgrund von zu matschigem Rasen ausfallen lassen.“ Gerade nach dem durchwachsenen Sommer würden viele Mannschaften in Nordfriesland noch vor einigen Nachholspielen stehen. „Nur eines ist noch problematisch: die Umkleide- und Duschsituation.“ Noch müssen die Teams auf die Räume der Tennisanlage ausweichen. „Das ist schon eng mit einer ganzen Mannschaft, und es müssen sich immer welche in den Duschen umziehen“, so Thomsen. Aber das soll sich bald ändern, der Gemeinderat hat mittlerweile den Bau von Umkleiden beschlossen.

Doch nicht in allen Sparten läuft es rund: Für die 34 Zumba-Tänzer sucht der Verein einen neuen Übungsleiter. „Es ist manchmal schwierig neue Ehrenamtliche zu finden, das Einzugsgebiet ist beschränkt.“ Den Judoka fehlte der Trainer für kurze Zeit ganz, doch nun sei ein neuer gefunden worden. Rund sechs Vereinsmitglieder sind in der Judosparte aktiv.

Wenn Marco Thomsen vom TSV Doppeleiche Viöl spricht, ist ihm anzumerken, welchen Stellenwert der Verein für ihn hat. „Auch meine Kinder sind hier angemeldet. Die Mädchen beim Geräteturnen und Handball. Mein Sohn ist noch zu klein, aber ich hoffe, dass er anfängt Fußball zu spielen.“

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