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Küstenschutz in Husum : Dockkoog: Deichsanierung verzögert sich

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Landesbetrieb für Küstenschutz will frühestens 2024 mit den Bauarbeiten am Dockkoog beginnen – Politik und Verwaltung nehmen das gelassen.

Es wurde debattiert, gestritten, eine Arbeitsgruppe eingerichtet und dann, im Mai diesen Jahres, endlich entschieden: Gegen die Hallig-Variante, für die Verstärkung des jetzigen Deiches am Dockkoog. Wer nun aber denkt, jetzt könne es los gehen, mit der ernsthaften Suche nach Hotel-Investoren, mit Planungen, der hat sich geirrt. Am Dockkoog-Deich wird noch mindestens sieben Jahre lang nichts passieren. Bisher hatten unter anderem Vertreter des zuständigen Landesbetriebs für Küstenschutz (LKN) in den öffentlichen Debatten um die Zukunft des Dockkoogs erklärt, noch in diesem Jahr könne mit der Planung begonnen werden, und ab 2020 könnten die Bauarbeiten am Deich starten. In einem Gespräch mit dem Husumer Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden nannte LKN-Direktor Johannes Oelerich nun einen neuen Zeitplan: „Demnach liegt das Baufenster nun zwischen 2024 und 2026“, erklärt Horst Bauer, SPD-Fraktionschef.

„Dieser Zeitplan war mir so auch nicht bewusst“, sagt Husums Bürgermeister Uwe Schmitz, „Herr Oelerich deutete ihn in einer Unterhaltung mit mir mal an, deshalb habe ich um dieses gemeinsame Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden gebeten.“ Als Grund für die neue Zeitplanung habe Oelerich die „Ressourcenplanung“ des LKN genannt.

Auf Anfrage unserer Zeitung sah sich die Sprecherin des Umweltministeriums, das für den Generalplan Küstenschutz zuständig ist, nicht in der Lage, zu den Dockkoog-Plänen Auskünfte zu geben. Sie verwies auf wiederholte Nachfrage gestern schließlich an den LKN. Johannes Oelerich bestätigte, dass der Dockkoog derzeit beim LKN für das Jahr 2024 eingeplant sei. Es habe sich nun gezeigt, dass sich sein Betrieb vorher mit anderen Projekten beschäftigen müsse. Und ohnehin habe der LKN immer formuliert, dass es „vor 2020“ mit dem Dockkoog-Deich nichts werde.

In der Husumer Politik und Verwaltung gibt man sich gelassen. „Für uns sind das keine neuen Informationen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Bauer. „Wenn der Direktor des LKN mir sagt, dass seine Ressourcen so sind, dann ist das so“, sagt der Bürgermeister. „Das zieht sich jetzt ein bisschen hin, aber der Deichbau ist ja Landessache, da können wir nichts machen“, sagt Christian Czock, Fraktionsvorsitzender der CDU. Lediglich Norbert Pfeiffer (FDP), der bei dem Gespräch nicht dabei war, sagt, er sei von diesem neuen Zeitplan „schon enttäuscht. Es wurde doch immer davon gesprochen, dass der Deich schon 2022 fertig sein soll.“ Und Reimer Tonder von der Wählergemeinschaft Husum (WGH) erinnert daran, dass seine Fraktion immer dafür plädiert habe, keinen künstlichen Zeitdruck herzustellen, sondern in Ruhe über die verschiedenen Gestaltungsoptionen zu sprechen.

Aber, heißt es aus den Reihen der Politik, man könne zumindest die Neugestaltung der Dockkoog-Spitze jetzt schon in Angriff nehmen – ohne dass am Deich selbst etwas getan wird. Und ohnehin habe man jetzt auf jeden Fall genügend Zeit, den Weg beispielsweise für einen Hotel-Neubau zu bereiten.

Vielleicht ist nun auch genügend Zeit vorhanden, um die Frage zu beantworten, mit welchem Kleiboden der Deich verstärkt werden soll. Zeigte sich doch jüngst am Beispiel Nordstrander Klimaschutzdeich, dass es für den LKN nicht immer ganz einfach ist, ordentlichen Kleiboden aufzutun. Oelerich bestätigt, dass der LKN gern Kleiboden aus dem Dockkoog selbst nehmen, und so dort Wasserflächen anlegen würde. Mit den Privatbesitzern der Landflächen habe man aber bisher noch keinen Kontakt aufgenommen.

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erstellt am 11.Jul.2017 | 07:00 Uhr

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