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Erweiterung des Sortiments : Doch noch Christbäume auf Langeneß

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wenn Katja Reul-Seitel in ihrem Kiosk keine Weihnachtsbäume ins Sortiment aufgenommen hätte, hätten viele Halligbewohner ohne diese feiern müssen.

Auf der Hallig Langeneß hätten einige Familien fast ohne einen Weihnachtsbaum feiern müssen. Doch zum Fest gehört in viele traditionellen Haushalt ein Christbaum. Auf dem Festland steht kaum eine Familie vor dem Problem, einen Christbaum kaufen zu können. Ob dieser später jedem gefällt, ist Geschmackssache. Nur die Hallig-Familien im Wattenmeer geraten an logistische Grenzen. „Was machen wir denn nun wegen der Weihnachtsbäume, da Klaus nicht mehr da ist“, fragte sich auch Katja Reul-Seitel. Die Wahl-Nordfriesin betreibt seit März dieses Jahres einen Kiosk auf Langeneß. Daher kam der Hessin aus der Nähe von Fulda die Idee, sich mit dem Niebüller Kaufmann Ove Lück, der die 43-Jährige auch wöchentlich mit Produkten wie Getränken oder Süßigkeiten für ihren Kiosk beliefert, zu vereinbaren, auch Weihnachtsbäume anzuliefern.

Früher hatte Klaus Achtert auf der Ketelswarft einen Christbaumverkauf. Doch die Familie hat die Hallig verlassen. Für Katja Reul-Seitel und ihren Mann Thorsten Seitel, der hauptberuflich Wasserbauwerker beim LKN auf Oland ist, eine besondere Gelegenheit gerade älteren Halliglüüd die Möglichkeit zu bescheren, einen Baum zu bekommen. Die dreifache Mutter von zehn-, elf- und 13-jährigen Kindern ist mittlerweile auf Langeneß eine Institution geworden – für Gäste und Einwohner. Denn neben ihrem Kiosk vermietet die Familie nicht nur Ferienwohnungen, sondern betreibt auch noch die Zahlstelle der Volks- und Raiffeisenbank Niebüll bei sich im Haus. „Ich bin ein lebender Geldautomat“, unkt Katja Reul-Seitel.

Gemeinsam mit ihrem 44-jährigen Ehemann verkaufte sie nun bis kurz vor dem Fest in einer gemütlichen Punsch-Atmosphäre Weihnachtsbäume. Freilich hat die Geschäftsfrau nur auf Vorbestellung geordert. „Ich wollte nicht auf 1000 Bäumen sitzen bleiben“, scherzt sie mit mittlerweile norddeutschem Humor.

Sie wollten schon immer auf der Hallig leben, berichtete Katja Reul-Seitel von ihrem Vorgaben, das sich durch ihre Schwiegereltern, die bereits 20 Jahre in Ockholm auf dem Festland leben, ergab. Nun lebt die Familie bereits sechs Jahre auf Langeneß. Ob es kommendes Jahr eine Wiederholung geben wird, will Katja Reul-Seitel zunächst abwarten. Wenn genügend Anfragen kommen, wird es sich die Geschäftsfrau bestimmt überlegen. Die Bürgermeisterin Heike Hinrichsen würde es jedenfalls sehr begrüßen: „Es ist ein tolle Sache, dass der Weihnachtsbaumverkauf weiterhin auf Langeneß möglich ist“, betont die Gemeinde-Chefin. Gerade für ältere Einwohner sei es auch die einzige Möglichkeit, einen Baum zu bekommen. Sie holt ihren selbst allerdings auf dem Festland. „Aber beim selben Händler“, sagt die Bürgermeisterin, was sie nicht mehr müsste, wenn Katja Reul-Seitel auch kommendes Jahr die Halliglüdd mit Christbäumen versorgt.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 19:14 Uhr

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