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Einkaufen einmal anders : Discounter zieht ins Zelt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vom 22. Mai an wird Bredstedts Aldi-Filiale für ein halbes Jahr ausgelagert. Das alte Gebäude wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

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erstellt am 05.Mai.2017 | 13:00 Uhr

9 Uhr früh in Breklum am Kreisel: Auf der ehemaligen Pferdekoppel herrscht auch heute Hochbetrieb. Hans–Dieter Kipp, Geschäftsführer der Firma Umtech - Ground Protection aus Bielefeld, und seine Leute haben alle Hände voll zu tun. Sie verlegen per Hand 9.900 sechseckige Elemente aus einem aufwendigen und widerstandsfähigen Kunststoff. 2.700 Quadratmeter werden sie gepflastert haben, wenn sie fertig sind. „Das wird der Parkplatz“, sagt Kipp. Hinter ihm erhebt sich das große, helle Thermozelt: Hier werden Aldi-Kunden in den kommenden Monaten einkaufen, denn das Verkaufsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite – eröffnet wurde es am 27. Mai 2002 – wird abgerissen. Stattdessen entsteht an gleicher Stelle ein Neubau. Größer, heller, moderner, sagt Christian Voiges. Er ist Leiter Immobilien und Expansion der Aldi Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG in Nortorf.

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir während einer solchen Baumaßnahme die Verkaufsräume in ein Zelt verlegen“, so Voiges. 2016 sei man in Kappeln, 2015 in Schleswig ähnlich vorgegangen. „Aber es ist das erste Mal, dass wir eine Interimslösung auf einem unbefestigten Untergrund aufbauen. Das ist ein Novum und sehr spannend.“

Eine Kuriosität: das Verkaufszelt. Es wurde auf einem eigens angemieteten Feld errichtet, steht auf Breklumer Gebiet, während die Filiale des Discounters gegenüber – nur durch die Straße nach Drelsdorf getrennt – zu Bredstedt gehört. Der Grund: Die Gemeindegrenze verläuft genau entlang der Kreisstraße. Das Verkaufszelt hat mit einem herkömmlichen Festzelt übrigens nichts zu tun. Es ist, wie jeder andere Bau auch, auf klassische Weise gesichert und hat eine Fläche von 1000 Quadratmetern. Davon sind 799 Quadratmeter reine Verkaufsfläche, der Rest sind Lager- und Sozialräume. Die Außenhaut besteht aus isolierenden, stabilen Thermowänden. „Das Besondere: Es ist sowohl beheizt als auch klimatisiert“, sagt Christian Voiges. Damit die Ware auch bei hohen Sommertemperaturen drinnen frisch bleibt. Apropos Ware: Sie wird für den Verkauf im Zelt eigens neu angeliefert. Es werden also keine Kartons über die Straße getragen, nichts aus dem alten Gebäude in das Zelt verlagert.

Für die Kunden wichtig: Das alte Gebäude wird am Sonnabend, 13. Mai, ab 18 Uhr für immer geschlossen. Etwa zwei Wochen später, so die Planungen, beginnt der Abriss durch ein Husumer Unternehmen. Der Verkauf im Zelt gegenüber beginnt am Montag, 22. Mai, um 8 Uhr. Die Belegschaft – 16 Mitarbeiter (inklusive Filialleitung) – wechselt komplett ins Zelt.

Umbau oder Neubau? „Wir haben uns lange überlegt, was sinnvoller ist“, so Voiges. Aber in 15 Jahren habe es zu große Fortschritte gegeben: in der Dämmung, in der Gebäudetechnik. „Nach Prüfung aller Fakten fiel der Entschluss für einen Neubau. Das erschien uns effektiver.“ Man wolle eine optimale Ausgangssituation schaffen. So wird die neue Filiale um 90 Grad gedreht gebaut. Neuerungen betreffen auch das Tageslicht, die Höhe, die Grundfläche (insgesamt 1400 Quadratmeter). Weitere Besonderheit: Der Neubau wird von „außen“ nur mit Elektrizität versorgt. Auf andere Energieträger habe man bewusst verzichtet. Alles Übrige regelt eine moderne Integralanlage. Die künftigen Pkw-Parkplätze erhalten die neue Standardbreite von 2,80 Metern.

Um alles realisieren zu können, wurde ein Teil des Nachbargrundstückes hinzugekauft. Christian Voiges lobt immer wieder die gute Zusammenarbeit vor Ort – mit den Bürgermeistern beider Gemeinden, dem Kreis, den Landbesitzern und -pächtern. „Ansonsten hätten wir das alles gar nicht auf die Beine stellen können.“

Insgesamt lässt der Konzern sich das Projekt mehrere Millionen Euro kosten. „Es ist eine Investition, die Aldi selber tätigt“, so Christian Voiges. Das bedeutet: „Es ist ein Eigenobjekt, nicht angemietet.“ Ist der Neubau fertig – geplant ist die Eröffnung für November diesen Jahres – wird das Zelt gegenüber in Breklum zurückgebaut. 2018 wird die Fläche dann wieder das sein, was sie schon zuvor war: eine Pferdekoppel.


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