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Bilanz der Stadtbibliothek : Digitales Zeitalter als Herausforderung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stadtbibliothek Husum ist im Wandel. So hat die Zahl neuer Medien wie dem E-Book in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Doch aus Sicht der Leiterin, Auguste Carstensen-Lenz, hat das Buch deshalb noch lange nicht ausgedient.

Auguste Carstensen-Lenz ist Leiterin der Stadtbibliothek, die im medialen Zeitalter vor großen Herausforderungen steht. Aber nicht nur das: Auch die Trägerschaft der Bücherei muss neu geregelt werden. Und die Leser gibt es auch noch. Sogar viele – das belegt der Jahresbericht für 2011/2012 sehr zur Freude von Carstensen-Lenz.


Was unterscheidet den jüngsten Bericht von seinen Vorgängern? Gibt es wesentliche Veränderungen gegenüber den Vorjahren und wenn ja, welche?

Auguste Carstensen-Lenz: 2011 haben wir mit der Online-Ausleihe angefangen. Aber richtig los ging das erst im vergangenen Jahr. Da habe ich in der ganzen Stadt nach E-Book-Readern gesucht. Aber die gab es nicht. Wir gehören zu den ersten Büchereien im Lande, die die „Onleihe zwischen den Meeren“ anbieten. Inzwischen haben wir drei verschiedene E-Reader-Modelle, die auch ausgeliehen werden können. Wir helfen unseren Lesern sogar bei der Bedienung. Durch die E-Books sprechen wir Menschen an, die bislang nicht zu unseren Nutzern zählten. Und manchmal ist die Technik auch ein Segen – wie im Falle des alten Mannes, der nicht mehr selbst in die Stadtbibliothek kommen kann und nun auf diese Weise wieder mit uns verbunden ist. Wichtig ist mir auch „Munzinger Online“, Nachfolger der Lose-Blatt-Sammlung. Nun ist dieses Angebot online zugänglich. Geprüftes Wissen ist in Zeiten ungezügelter Datenflüsse ja doppelt wichtig und in unserer neu eingerichteten Schülerabteilung zu finden. Ebenfalls neu ist die Jugendbibliothek für die Freizeit.

Welche besonderen Veranstaltungen und Angebote haben die Bücherei-Besucher 2013 zu erwarten?

Wir werden noch mehr Wii-Spiele für die ganze Familie ordern. Außerdem sind wir in diesem Jahr unter die Blogger gegangen und bei Facebook. Damit hoffen wir vor allem junge Leser anzusprechen. So können sie mit uns in Kontakt treten und kommentieren, was wir machen. Das ist der Zeit geschuldet. Aber wir haben eben auch viele Bücher und Medien, die Buchhandlungen im Zweifel nicht vorhalten können. Auch das ist uns wichtig.

Welche Bedeutung haben neue Medien wie E-Book oder E-Paper?

Wir dürfen uns dem digitalen Zeitalter nicht verschließen. Und es bringt uns, wie gesagt, neue Benutzer-Schichten.

Kann die Stadtbibliothek ihren Bildungsauftrag überhaupt noch wahrnehmen, wenn sich die Bildungsformen so rasant verändern?

Wir erneuern jedes Jahr rund ein Zehntel unseres Bestandes. Ein Zehntel von zirka 45 000 Medien. Das heißt: Ein Zehntel fällt weg, ein anderes kommt hinzu. Darüber hinaus unterstützen wir die Schulen mit unseren Wissensboxen. Die umfassen etwa 50 Themen, die wir in Kooperation mit der Büchereizentrale zusammengestellt haben – darunter befinden sich auch viele Internet-Quellen, beispielsweise zum Thema „Klima“.

Die Bibliothek Husum soll ja eine neue Trägerschaft erhalten. Was versprechen Sie sich davon, dass die Stadt diese übernimmt?

Wir stehen damit näher zur Stadt. Wir gehören ja zur Kultur- und Bildungslandschaft der Kommune. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn wir in die Trägerschaft der Stadt kommen. Und eine gewisse Sicherheit bietet diese Lösung natürlich auch.

Wie sehen Sie die Zukunft des Buches?

Ich bin sicher, dass Bücher bleiben werden. Für alles, was schnell gehen muss, ist das Internet der richtige Ort. Aber alles, was der Vertiefung dient, führt für mich unweigerlich zum Buch. Solche Themen würde ich immer in Buchform haben wollen. Über das Internet kommen wir in sämtliche Kataloge hinein. So hat auch der wissenschaftliche Leihverkehr stark zugenommen. Und es gibt ja noch immer tolle Autoren und Verlage. Der Unterschied liegt in der Qualität der Auswahl. Manchmal bin ich
echt froh, keine Bücher verkaufen zu müssen.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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