Kulturnacht : Diese Nacht ist nicht zum Schlafen da

Spielte spontan draußen – die Gruppe „5plus1“, die in einem Stück bekannte Husumer Frauen lebendig werden ließ.
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Spielte spontan draußen – die Gruppe „5plus1“, die in einem Stück bekannte Husumer Frauen lebendig werden ließ.

Kreative und Künstler ließen die 12. Husumer Kulturnacht erneut zu einem Erfolg werden. In 23 Einrichtungen wurde für jeden etwas geboten.

shz.de von
06. Juli 2015, 07:00 Uhr

Ein kurzer Regenschauer zu Beginn tat dem Erfolg der 12. Husumer Kulturnacht keinen Abbruch. Es blieb ein warmer Sommerabend, bei dem es viel zu entdecken gab. „Ausstellungen mit bildender Kunst, viel Musik, Film, Tanz, Lesungen – hier entsteht daraus etwas Ganzes“, sagte Dr. Uwe Haupenthal, Vorsitzender des Vereins „KulturNacht Husum“ bei der Eröffnung im Rittersaal des Schlosses. „Die verschiedenen künstlerischen Gattungen begegnen sich auf Augenhöhe, stehen gleichberechtigt nebeneinander und bilden ein Ensemble. Die Kulturnacht ist so lebendig wie nie.“

Bürgermeister Uwe Schmitz ließ in seinem Grußwort noch einmal die turbulenten Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren. „Die Tourismus und Stadtmarketing Husum (TSMH) hatte die Kulturnacht seit dem Beginn im Jahr 2003 organisiert. Als die Geschäftsführerin Jutta Albert im letzten Jahr bekannt gab, dass sie nicht mehr in der Lage wäre, der Aufgabe nachzugehen, gab es einen Aufschrei, der bis nach Dithmarschen zu hören war. Die Veranstaltung ist beliebt bei Gästen und Einheimischen. Und das war auch der Grund für die Entscheidung der TSMH: der große Erfolg. Die Arbeit wurde so aufwendig, dass die TSMH fürchtete, ihr Kerngeschäft käme zu kurz.“ Schnell sind sich dann nach den Worten des Bürgermeisters alle einig gewesen, dass die Kulturnacht nicht sterben soll – dies war die Geburtsstunde des Vereins. „Ich danke Jutta Albert und ihrem Team, dass sie die Kulturnacht zu dem gemacht haben, was sie ist“, betonte Uwe Schmitz. „Mein Dank geht aber auch an den Verein, dass die Kulturnacht nach einjähriger Ruhephase wieder aufgeweckt worden ist, an den Vorstand, die vielen Helfer und an Franziska Horschig vom Nordsee-Museum für ihre unermüdliche Arbeit.“

Bei dem anschließenden Bummel zu den 23 Kultur-Stationen machte die Hitze sicherlich vielen zu schaffen, sodass die Damen der Theatergruppe „5plus1“ ihre Aufführung kurzerhand auf die Straße vor der „Galerie Tobien“ verlegten. Für zahlreiche Lacher sorgte die Powerpointkarakoke im Speicher. Sieben Kandidaten – darunter auch Bürgermeister Uwe Schmitz – improvisierten einen Vortrag zu ihnen völlig unbekannten Präsentationen. Das Publikum wählte am Ende Franziska Dreibach aus Kiel zur Siegerin, die eine Einladung zur Deutschen Meisterschaft der Powerpointkaraoke gewonnen hat.

Im Rahmen der Kulturnacht hat Husum einen neuen Veranstaltungsort bekommen: einen Kulturkeller (ehemaliger Braukeller) im Schlossgang 7. Dort begeisterten zur Eröffnung Arne Jansen (Gitarre) und Andreas Edelmann (Bass) nicht nur eingefleischte Jazz-Fans. Für die Initiatoren des Kulturkellers und ihren Verein gab es viel Lob von den zahlreich erschienenen Gästen – die Husumer freuen sich über den zusätzlichen originellen Veranstaltungsort, in den künftig zu Konzerten, Lesungen, Kleinkunst und vielleicht sogar Theater eingeladen wird.

Zu den Premierengästen im Kulturkeller gehörten auch Schülerinnen des Theodor-Storm-Gymnasiums, die sich als besondere Modeschöpferinnen präsentierten. Zeitungspapier und Stahlschwämme waren zwei der besonderen Materialien für ihre Kleiderkunst. Künstlerische Hinweise auf die neue Kulturadresse lieferte der Husumer Rainer Hoffmann mit seinen „Windart-Installationen“ im Schlossgang und im Keller.

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