Tönning : Diese Dose kann Leben retten

Stehen hinter dem Projekt Rettungsdosen: (v. l.) Hans-Ulrich Proß, Bernd Peters (Awo), Brigitte Frei und Heiko Rottmerhusen.
Stehen hinter dem Projekt Rettungsdosen: (v. l.) Hans-Ulrich Proß, Bernd Peters (Awo), Brigitte Frei und Heiko Rottmerhusen.

Rettungsdosen enthalten wichtige Datenblätter für Notfälle – und werden im Kühlschrank gelagert. Die Initiatoren suchen weitere Sponsoren.

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03. Dezember 2017, 10:00 Uhr

„Nicht nur Lebensmittel gehören in den Kühlschrank, sondern auch unbedingt eine Rettungsdose“, sagt der Tönninger Feuerwehrmann Hans-Ulrich Proß. Als Heiko Rottmerhusen aus Tönning, Inhaber der Firma „HSR Heizung Sanitär Rottmerhusen GmbH“, davon über Brigitte Frei, Mitglied des Seniorenbeirates, erfuhr, sponserte er die ersten 1000 Rettungsdosen. „Ich fand die Idee toll. So etwas muss vorangetrieben werden“, erklärte Rottmerhusen im Feuerwehrgerätehaus Tönning. Für die gute Sache müssten seine Kunden in diesem Jahr auf Weihnachtsgeschenke verzichten, doch das sei es ihm wert, und er könne zudem noch die Werbetrommel dafür rühren.

Was dahinter steckt, erläuterte der in der Freiwilligen Feuerwehr Tönning engagierte Brandschutzerzieher und –aufklärer Proß. Bereits im März habe er seine Idee im Rahmen der Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Nordfriesland vorgestellt. „Das Konzept ist genial einfach. In die kleine Dose wird ein Formular eingelegt, auf dem die Wohnungsinhaber alles ausfüllen, was im Ernstfall wichtig ist. Und einen Kühlschrank hat ja jeder. Das ist der beste Aufbewahrungsort“, ist Proß überzeugt. In das Datenblatt sind persönliche Angaben, Medikamenten-Pläne, Hinweise auf Vorerkrankungen und die im Notfall zu informierenden Personen, einzutragen. Ist alles ausgefüllt und in der Dose verstaut, heiße es Deckel zu und in den Kühlschrank.

Für den Fall der Fälle, so Hans-Ulrich Proß, könne die Dose eine große Hilfe sein, denn oft sind Patienten nicht mehr in der Lage, die Informationen dem Rettungspersonal zu geben. Mit einem Aufkleber an der Innenseite der Haustür und am Kühlschrank wird dann noch einmal auf die Rettungsdose hingewiesen.

Bislang, so Proß, habe es bei der Umsetzung mangels Geld und Sponsoren gehakt. Da sei er nun froh, dass gerade in der vorweihnachtlichen Zeit doch noch mit der Aktion gestartet werden könne. Für zwei Euro pro Stück werden die Dosen von den Blaujacken an interessierte Bürger weitergegeben. Der Erlös soll dann als Anschubfinanzierung für weitere Dosen eingesetzt werden. „Weitere Sponsoren sind willkommen“, sagt Proß.

Die Wassenberg-Apotheke am Markt oder der Awo-Ortsverband Tönning hat Exemplare vorrätig. Interessierte dürfen sich auch unter Telefon 04861/1300 (Proß) melden – oder per E-Mail unter beba@feuerwehr-toenning.de.

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