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Waldbau-Seminar : Die Zukunft gehört dem Mischwald

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine gute Konsequenz haben die Orkane vom Herbst 2013 bewirkt: In Nordfriesland wird mehr sturmsicherer Mischwald angepflanzt. Denn Fördermittel gibt es nur für die richtigen Arten.

Die Weißtanne und die Küstentanne standen im Fokus eines Waldbau-Seminars, zu dem die Landwirtschaftskammer (Abteilung Forsten) und die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) Göttingen sowie die Forstbetriebsgemeinschaft Nordfriesland und Schleswigsche Geest in den Staatsforst Süderlügum gebeten hatten.

An dem Lehrgang nahmen 69 Förster und private Waldbesitzer teil. Die Wahl des Standortes kam nicht von ungefähr. Der Süderlügumer Forst ist wegen seines hohen Anteils an Mischwald bekannt und daher für den ansonsten waldarmen Norden gesund strukturiert. „Nordfriesland hat tolle Wälder“, erkannte auch Dr. Boris Welcke (LK) an – und erinnerte an den damaligen Provinzrevierförster Carl Emeis (1831 bis 1911), der die noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts waldlose Westküsten-Region im Auftrag der Provinz aufforstete. An Emeis erinnert unter anderem eine nach ihm benannte Straße in Leck.

Neben Weiß- und Küstentanne wurden nach und nach Fichte, Buche, Lärche und die aus den USA stammende Douglasie (Douglastanne) angepflanzt. Die Möglichkeit, nur die von Fachleuten empfohlenen Gehölze anzubauen, ist auf die Orkane „Christian“ und „Xaver“ zurückzuführen. Allein im Kreis Nordfriesland sind 1000 Hektar Wald vernichtet worden. Prof. Dr. Hermann Spellmann (NW-FVA) erklärte, dass vor allem stabile Bestände gefragt sind – und zwar sowohl flach- als auch tiefwurzelnde Arten wie die Fichte auf der einen und Weiß- und Küstentanne sowie Eiche, Buche und Douglasie auf der anderen Seite.

Was im Waldbau zu tun ist, muss richtig getan werden. Eine kontrollierende Funktion kommt dabei der Förderung zu. „Die gibt es nur, wenn die richtigen Arten gepflanzt werden“, betonte Prof. Spellmann, der sich mit Nachdruck für den klassischen Mischwald aussprach, „in dem sich Risiken auch verteilen“. Nachdrücklich warnten die Referenten aber auch vor einer Verwilderung des Waldes und riefen zu einer „Offensive“ gegen die „schädliche Traubenkirsche“ auf.

Helmut Wree, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft und Sprecher der privaten Waldbesitzer, bezeichnete den Nadelbaum als „Brotbaum der Geest“. Womit er darauf anspielte, dass die Forstwirtschaft vom Nadelholz lebt.

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