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iPad-Leseecke in Husumer Gymnasium : Die Zeitung im digitalen Schaufenster

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Immer mehr Schüler nutzen Smartphones und Tablet-Computer im Alltag. Im Unterricht sind die Geräte aber meistens nicht erwünscht. Außer sie tragen zur Bildung bei - wie in der neuen iPad-Leseecke in der Theodor-Storm-Schule in Husum, die vom sh:z und den VR-Banken gesponsert wird.

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erstellt am 18.Dez.2013 | 07:00 Uhr

„Das ist ja echt cool“, sagt Leif Reinhold,  bevor er mit seinen Fingern über  den Bildschirm streift. Was den 13-jährigen Gymnasiasten so begeistert, ist die neue iPad-Leseecke, die der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag  (sh:z) in Zusammenarbeit mit den Volksbanken-Raiffeisenbanken (VR) in der Theodor-Storm-Schule (TSS) eingerichtet hat. Die offizielle Einweihung fand gestern im Beisein  von Schulleiterin Sibylle Karschin statt.

„Die Leseecke ist eine tolle Möglichkeit, um Schüler an das Medium Zeitung heranzuführen“, sagt Karschin. Die mit einem iPad bestückte Metallsäule war bereits in der Woche aufgestellt worden, als  das Orkantief „Xaver“ tobte. So fand das Gerät auch gleich reichlich Aufmerksamkeit. „Viele Schüler haben sich damit  über die aktuellen Ereignisse informiert“, berichtet Lehrer Nils Peters, der die Bewerbung für die iPad-Leseecke abgeschickt hatte. Darunter auch Laura (15) aus der elften Klasse: „Ich habe  regelmäßig nachgeschaut, ob schon mehr über den Sturm bekannt war“, erzählt die TSS-Schülerin.

 „Nachrichten werden heutzutage  eben auch elektronisch vermittelt, nicht nur in Papierform“, sagt sh:z-Projektleiter Georg Konstantinow. Die iPad-Leseecke sei die Antwort auf die sich verändernden Gegebenheiten. Und vor allem mache sie die Schüler auch  mit der digitalen Tageszeitung vertraut.

„Viele  lesen ihre Zeitung eben nicht mehr auf dem Papier“, meint Juliane Grunau von der VR-Bank in Husum. Für die Schüler sei es deshalb wichtig, neue Arten der Informationsgewinnung  frühzeitig  kennenzulernen. Nils Peters ist derselben Meinung: „Dies ist ein guter Einstieg in die neuen Medien“, sagt der Lehrer überzeugt. Außerdem könne man das Gerät leicht im Unterricht einsetzen – und so den Schülern zeigen,  wie man technische Hilfsmittel bei der Informationssuche verwendet. „Und daher erscheint es uns sehr sinnvoll, dieses zukunftsweisende Schulprojekt zu unterstützen“, sagt Juliane Grunau.

Auch die Schüler halten die neue iPad-Leseecke für eine gute Idee: „Die elektronische Lösung ist besser, weil kein Papier verwendet werden muss“, sagt Linnea Raap (12). Zuhause schaue sie schon gerne mal in die Zeitung aus Papier, aber die digitale Form  gefalle ihr immer mehr. „Die Technologie motioviert die Schüler“, so Rektorin Karschin.

Es motiviert die Gymnasiasten sogar so sehr, dass sie sich auch durchaus kritisch mit der Neuerung auseinandersetzen: „Die Schule sollte erstmal sicherstellen, dass jeder von uns Schulbücher zur Verfügung hat“, sagt  Finja (16). Ihre Mitschülerin Julia (15) meint dagegen, dass Zeitunglesen ebenfalls bilde und jeder Zugang dazu haben sollte. „Natürlich hätten wir am liebsten ein iPad für jeden Schüler“, sagt die  Schulleiterin. Aber dafür seien die Kosten  leider  zu hoch. Dennoch wolle man in Zukunft versuchen, in der TSS eine eigene iPad-Klasse auf die Beine zu stellen.

Insgesamt richtet  der sh:z 25 Leseecken im ganzen Land ein. „Dadurch haben mehr als 12000 Schülerinnen und Schüler  Zugang zu den 14 E-Paper-Ausgaben  unseres Verlages“, sagt Konstantinow zufrieden. Und  das  Projekt  helfe, digitale Medien  nicht nur auf Computerspiele zu  reduzieren, fügt Karschin hinzu. „Es ist eine ganz tolle Unterstützung  für uns“, so die Schulleiterin.

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