zur Navigation springen

Obdachlosen-Bericht : Die Wohnungsnot in Husum wächst

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Zahl der von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen in der Storm-Stadt erreicht neuen Höchststand. Ein Grund sind die hohen Mietkosten.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Stress in der Familie, Schulden, Arbeitslosigkeit oder Suchtprobleme – Obdachlosigkeit kann durch viele Faktoren ausgelöst werden. „Wohnungslos zu werden kann jeden treffen“, hatte der Diakon und Sozialpädagoge Erk Paulsen bereits Ende vergangenen Jahres gemahnt. Und Jürgen Laage vom Sozialzentrum Husum prognostiziert, das im laufenden Jahr die Zahl der Wohnungslosen um satte 20 Prozent steigen werde.

Im Jahr 2015 gab es 295 Haushalte mit 461 Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht waren, zwei Jahre später waren es 378 Fälle mit 568 Menschen, davon 431 Erwachsene und 137 Kinder. So steht es im Obdachlosenbericht von Laage, den der Sozialpädagoge in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses vorlegte.

Hauptgrund sind die steigenden Mietkosten. Im Jahr 2016 seien beispielsweise die Mietobergrenzen für eine etwa 50 Quadratmeter große Wohnung für eine Einzelperson von 332 Euro auf 346 Euro angehoben worden, so Laage. „Gebaut wird viel, aber zu sehr hohen Preisen. Das sind keine Sozialwohnungen.“ Dadurch sei es für sozial Schwächere deutlich schwieriger geworden, eine Wohnung zu finden. Eventuell sollen die Preise dieses Jahr erneut erhöht werden. „Und der Wohnungsbedarf ist so groß, dass die Vermieter den Mietpreis nehmen können“, ist der Sozialpädagoge überzeugt.

2016 seien weniger Menschen in Obdachlosenwohnungen als im Vorjahr zwangseingewiesen worden, steht in Laages Bericht. Die durch das Ordnungsamt untergebrachten 114 Neubürger mit Migrationshintergrund sind hier allerdings nicht mit eingerechnet.

Um eine bessere Integration zu ermöglichen, wurde versucht, mit Hilfe von Diakonie, Ordnungsamt und Sozialzentrum Migranten dezentral unterzubringen. „Diese Art der Unterbringung hat sich bewährt“, sagt Laage. Deshalb wolle man das Prinzip auch bei Obdachlosen verfolgen.

Zudem halten weniger Wohnungslose auf der Durchreise in Husum. Allerdings ist die Zahl der nachbetreuten Personen und Haushalte gestiegen. Die Nachbetreuung sei sehr wichtig, um erneute Obdachlosigkeit zu vermeiden und die Integration in ein Leben mit Wohnung zu fördern. „Wir wollen verhindern, dass die Leute wieder vor die Tür gesetzt werden“, erklärt Laage, der sich seit 2015 um von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen kümmert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen