Sommerkirche in Welt : Die weite Welt und Religion

Zwei der drei Veranstalter:  Pastor Thomas Knippenberg (l.) und Henning Röhl (r.).
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Zwei der drei Veranstalter: Pastor Thomas Knippenberg (l.) und Henning Röhl (r.).

Die Sommerkirche in Welt gibt es seit 1977 – und gilt somit als die älteste Kulturkirche Deutschlands. Das Konzept sieht eine Mischung aus weiter Welt und Religion vor. Am Montag (6. Juli) geht es wieder los.

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06. Juli 2015, 13:00 Uhr

Eine Mischung aus weiter Welt und Region, aus Religiösem und Weltlichem – dieses bewährte Konzept erwartet die Besucher der Sommerkirche Welt auch in diesem Jahr. Ein interessantes Programm mit Vorträgen, Lesungen, Musik und Kunst haben die Organisatoren – die Pastoren Thomas Knippenberg (Garding) und Holger Beermann (Tetenbüll-Katharinenheerd, Welt-Vollerwiek) – auf die Beine gestellt. Unterstützt und beraten wurden sie in bewährter Manier von dem langjährigen Gestalter der Veranstaltungsreihe, dem Eiderstedter Hörfunk- und Fernsehjournalisten Henning Röhl.

Elf Veranstaltungen finden im Juli und August in der St.-Michael-Kirche zu Welt statt. Gestartet wird jeweils, bis auf zwei Ausnahmen, um 20 Uhr. Würde das noch im Programm-Flyer ausgedruckte „8. Dresdner Welt-Konzert“ am 22. August nicht aus persönlichen Gründen ausfallen, wären es sogar zwölf. Roland Straumer, erster Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden, und der Organist Friedrich Kircheis aus Dresden, mussten absagen.

Am Montag (6. Juli) geht es los. Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Kirsten Fehrs, wird die Sommerkirche eröffnen. Nicht umsonst spielt an diesem Abend auch die St. Jürgen-Bluesband. Die Seelsorgerin wird die Frage „Hat Gott Humor“ beantworten. Eine Woche später am Montag (13.) geht es um den „Spagat zwischen den Kulturen: Christentum und Islam“. Es referiert Hemid Reza Yousefi, von der Universität Koblenz.

Am Montag (20.) geht Professor Christian Bücker der Frage „Fracking – Fluch oder Segen?“ auf den Grund. Danach soll es eine Diskussionsrunde geben. Der Referent ist Forschungsleiter beim Öl- und Gasunternehmen RWE-Dea. „Professor Bücker wird erklären, was Fracking ist und alle Seiten kritisch betrachten“, weiß Röhl.

Eine Woche danach (27.) macht Nils Haupt, Kommunikations-Chef der Hapag Lloyd, Stippvisite in Welt. Er weiß, ob Deutschland, die einstige Seefahrernation Nummer Eins, noch Chancen auf den Weltmeeren in Sachen Export hat. Erich Kästner steht am 3. August im Mittelpunkt. Henning Röhl und der Schauspieler Rainer Luxem gestalten den Abend. Am Montag (10.) berichtet Markus Gloy, Geschäftsführer der Net-Check-Group Berlin – übrigens ein „Vollerwieker Jung“ – was das Smartphone zukünftig an weiteren Möglichkeiten bringen wird. Ein Thema, das nicht nur die Menschen in der Region brennend interessiert, wird am 17. August von Professor Hans-Jürgen Block behandelt: „Energiewende im Sommer 2015“.

Am Montag, 24. August, gibt es einen gemeinsamen Festabend der Akteure der Sommerkirche mit denen des Rotary Clubs Eiderstedt. Professor Arno Bammé möchte den Kunst- und Kulturpreis des Rotary Clubs Eiderstedt verleihen. An wen, soll noch geheim bleiben. Den Abschlussabend am Montag, 31. August, wird Jochem Westhof, der als leidenschaftlicher Geschichtenerzähler, besonders von solchen aus der Bibel, gilt, gemeinsam mit Kreiskantor Christian Hoffmann an der Orgel gestalten. Die Dragseth-Folk-Band tritt am Sonnabend, 15. August, auf. Dazu erinnert Rainer Luxem an das Jahr 1945 aus der Sicht der Zeitungen im Lande.

Traditionell begleitet die Sommerkirche auch eine Kunstausstellung. Diesmal zeigt Heike Clausen Bilder unter dem Titel „vox anima“. Die Vernissage findet am Sonnabend (11.) ab 11 Uhr statt. Das Programm runden die beliebten Kirchenreisen am 22., 29. und 5. August ab. „Ich freue mich auf spannende Events. Volles Haus in den vergangenen Jahren zeugt davon, welchen Stellenwert sie haben. Viele Besucher richten ihren Urlaub danach aus“, sagt Knippenberg. Allerdings müsse sich jeder darauf einstellen, dass nur frühes Erscheinen die besseren Plätze sichere, denn einen Kartenvorverkauf gebe es traditionell nicht. Mit fünf Euro sei jeder dabei.

Die Sommerkirche Welt ist die älteste Kulturkirche Deutschlands. Seit 1977 gibt es sie. „Für mich ist es immer wieder beeindruckend, dass jede Veranstaltung, egal zu welchem Thema, mit Gebet begonnen und beschlossen wird“, sagt Röhl. „Die Kirche wird immer wieder zu einem besonderen Ort der Kommunikation zwischen Menschen verschiedenster Herkunft.“

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