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Fritz-Reuter-Preis : Die Väter von Asterix und Harry Potter op Platt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Von Asterix und Obelix über Harry Potter bis zu „Neues aus Büttenwarder“: Die Autoren Peter Nissen und Hartmut Cyriacks schaffen seit Jahren lesenswerte plattdeutsche Fassungen. Nun erhalten sie den renommierten Fritz-Reuter-Preis.

Das Leben ist eine Baustelle und für Peter Nissen besonders schön, wenn deren Kulissen aus Theater und Literatur bestehen. Das Plattdeutsche liegt dem gebürtigen Nordfriesen besonders am Herzen, wohl auch, weil es so nahe am Menschen ist und den Unterschied zwischen Hoch- und Alltagskultur geschmeidiger gestalten lässt. Dass er Eugene O’Neill oder William Shakespeare fürs Hamburger Ohnsorg-Theater ins Plattdeutsche übertrug, beißt sich daher so gar nicht mit der Idee, dasselbe auch dem erfolgreichsten Gallier-Duo aller Zeiten – Asterix und Obelix – angedeihen zu lassen oder rund 50 Synchronbücher zur NDR-Kultserie „Neues aus Büttenwarder“ op Platt zu produzieren.

Schon früh hat sich der 57-jährige freiberufliche Journalist, Übersetzer und Autor dafür mit Hartmut Cyriacks zusammengetan. Und rechtzeitig zum 20. Geburtstag ihrer gemeinsamen Hamburger „Textmanufaktur“ erhalten die beiden jetzt im Ohnsorg-Theater den mit 10 000 Euro dotierten Fritz-Reuter-Preis der Carl-Toepfer-Stiftung.

Das Hamburger Volkstheater spielt im Leben von Peter Nissen, dessen Hauptwohnsitz noch immer sein Geburtsort Uphusum/Bordelum ist, eine zentrale Rolle. Mit 30 Jahren wird er, nach dem Studium der Anglistik, Philosophie und Friesischen Philologie dessen Dramaturg. Ohnsorg-Ikone Henry Vahl war da zwar schon zehn Jahre tot, aber Heidi Kabel und all die anderen hat er bis zu seinem Ausstieg 1994 noch erleben dürfen.

Seit 1987 ist Peter Nissen zudem ehrenamtlicher Redakteur der Vierteljahreszeitschrift „Nordfriesland“, die vom Nordfriisk Instituut in Bredstedt herausgegeben wird. Aber auch für den NDR arbeitete er – und war Kolumnist der Husumer Nachrichten. Aus der Zusammenarbeit mit Hartmut Cyriacks sind neben rund 120 Hörspielen weitere 40 plattdeutsche Übersetzungen und Bearbeitungen von Theaterstücken hervorgegangen – von Richard Wagners „Fliegendem Holländer“ über Eugene O’Neills „A Moon for the Misbegotten“ bis hin zu Molieres „Eingebildetem Kranken“. Und auch Bücher haben die beiden geschrieben: Zu fünf Bänden „Asterix und Obelix“ gesellten sich im Lauf der Jahre auch zwei Harry Potter – allesamt auf Platt, versteht sich. Vor dem Fritz-Reuter-Preis, den sie am Sonnabend (10. Mai) erhalten werden, haben Hartmut Cyriacks und Peter Nissen schon andere Preise eingefahren – so 2003 den Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln und zuletzt den Quickborn-Preis der Vereinigung Quickborn.

Kein Zweifel: Hartmut Cyriacks und Peter Nissen haben sich um die plattdeutsche Sprache und die Literatur verdient gemacht.

 

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erstellt am 10.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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