Husum : Die Tücken der Müll-Entsorgung

Gestern war der Haufen schon geschrumpfter als in den Wochen zuvor.
Gestern war der Haufen schon geschrumpfter als in den Wochen zuvor.

Wer etwas zu verschenken hat, sollte es nicht an die Straße stellen – denn das kann unerwartete Folgen haben.

shz.de von
20. Juli 2018, 17:00 Uhr

Mehrere Wochen lang nahmen Anwohner und Passanten mit zunehmendem Unmut zur Kenntnis, dass sich vor einem Haus in der Woldsenstraße ausrangierte Sachen stapelten. Der Müllberg wuchs und wuchs und wurde von einigen Leuten offenbar auch als Aufforderung verstanden, den eigenen Krempel heimlich dazu stellen zu dürfen. Nachdem sich Leser bei den Husumer Nachrichten über das Chaos beschwert hatten, ging die Redaktion der Ursache auf den Grund. Herausgekommen ist eine leicht schräge Geschichte.

Angesichts seines bevorstehenden Umzugs hatte ein Hausbewohner die Idee, seinen nicht mehr benötigten Hausrat nach und nach vor die Tür zu stellen – mit dem hehren Gedanken, dass sich bedürftige Menschen bedienen dürfen. Aus seiner Sicht war es „eine Ausstellung von zu verschenkenden Dingen“.

Anfangs funktionierte das wohl, doch als er auszog, lief die Sache aus dem Ruder: Von nun an sorgte das Hinzufügen fremder Altlasten ebenso für Chaos vor dem Haus wie das Auf-Links-Drehen der Sperrmüllhaufen durch wühlende Hände. Mit so einer Entwicklung hatte der Mann nicht gerechnet. Seine Hoffnung ruhte eher darauf, „dass die Mitbürger und Nachbarn die nötige Geduld aufbringen, wenn jemand auszieht und größere Mengen Sperrmüll zu entsorgen hat, der Abholtermin aber noch mindestens drei Wochen auf sich warten lässt“.

Das Ordnungsamt steht nach eigener Aussage mit dem Verursacher schon länger in intensivem Kontakt: „Vergangene Woche haben wir die Auskunft erhalten, dass der Abfuhrtermin für den Sperrmüll auf 18. Juli festgelegt wurde, und dass er sich um die Entsorgung des gegebenenfalls nicht abgeholten Mülls sofort kümmern wird“, teilte Amtsleiter Malte Hansen mit. Zudem sei er aufgefordert worden, „die Inanspruchnahme des Gehwegs zu unterlassen und den Sperrmüll, der sich zu dem Zeitpunkt auf dem Gehweg befand, zurück aufs Grundstück zu verbringen. Dem ist er – wie wir bei Kontrollen feststellten – auch nachgekommen“.

Der vergangene Mittwoch, der eigentlich die Lösung hätte bringen sollen, begann für den Verursacher mit einer unangenehmen Überraschung: „Entgegen den Erwartungen ist der Sperrmüll heute nur zu einem Drittel abgeholt worden, weil sich wegen der Menge zu viele Teile auf dem Grundstück und damit zu weit ab von der Straße befanden“, teilte er von sich aus der Redaktion mit. Einige Dinge waren auch zu klein oder nicht richtig sortiert. Das Problem sei in der kurzen Zeit, die den Müllwerkern zur Verfügung stand, nicht zu lösen gewesen. Mittlerweile sei es aber gelungen, „die unterschiedlichen Auffassungen, was Sperrmüll ist und was nicht, zu klären“. Und so werde er dafür sorgen, dass der Müll bis Ende der Woche getrennt und ordnungsgemäß für die Abfuhr bereitgestellt wird. Sobald das geschehen sei, werde sich die Firma das Ganze noch einmal ansehen und per Expresstermin die Abholung in der nächsten Woche veranlassen. „Die Kosten für die An- und Abfahrt gehen zu meinen Lasten“, versprach der Mann. Somit sollte die Sache in wenigen Tagen ausgestanden sein.

Wie man sich richtig verhält, weiß Malte Hansen: „Wird ein Haushalt aufgelöst, sollte zuerst ein Hausflohmarkt zum Verschenken von Einrichtungsgegenständen genutzt und erst danach der Sperrmüll angemeldet werden. Und der ist auch erst am Tag vorher an die Straße zu stellen. Noch besser ist es, sich einen Container zu bestellen, der mit dem Sperrmüll befüllt und abgefahren wird.“ Weitere Tipps gibt es bei der für die Sperrmüllentsorgung zuständigen Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises.

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