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Volles Rathaus in Husum : Die Suppe wurde etwas verlängert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dicht gedrängt standen die Menschen beim Jahresempfang im Rathaus der Storm-Stadt. Dazu eingeladen hatten die Verwaltung und die Bundeswehr. Begrüßt wurden die mehr als 350 Gäste von Bürgermeister Uwe Schmitz und Kommodore Marcus Ellermann.

Für seine kurzweiligen Reden ist Bürgermeister Uwe Schmitz ja mittlerweile bekannt. Und vielleicht sind sie ein Grund mehr, warum so viele Bürgerinnen und Bürger den gemeinsamen Jahresempfang von Stadt Husum und Bundeswehr im Rathaus auf keinen Fall versäumen wollten. Um es vorwegzunehmen: Sie wurden nicht enttäuscht, und weil sich zu den geladenen Gästen auch der eine oder andere Schaulustige gesellte, wurde die „Suppe entsprechend verlängert“.

Geschickt umschiffte Schmitz in seiner Ansprache die klippenreichen Gewässer offizieller Begrüßungsrituale, bei denen am Ende dann doch immer einer vergessen wird. Unter Berufung auf den Datenschutz grüßte er schlicht alle Anwesenden, die auf den Namen „Hansen, Jensen oder Petersen hören.“ Und wenn das nicht reichen sollte, „so begrüße ich selbstverständlich auch diejenigen Damen und Herren, die jemanden kennen, der auf diese Namen – oder ähnliche – hört.“ An einem konnte und wollte der Bürgermeister dann aber doch nicht vorbei: Ehrenbürger Professor Karl Ernst Laage.

In Schmitz’ Rückblick auf 2013 ging es unter anderem um die Turbulenzen, die der Streit um die Windmesse zwischen Husum und Hamburg ausgelöste hatte. Es sei sicher die richtige Entscheidung gewesen, sich mit den Hamburgern zu arrangieren, um „am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen“, sagte er, machte aber auch kein Hehl daraus, dass die Art des Umgangs mit Husum ihn schon frustriert und wütend gemacht habe. „Und ich mag auch nicht glauben, wenn einzelne mir erzählen, dass die Wirtschaft funktionieren würde. So kann Zusammenleben von Menschen grundsätzlich nicht funktionieren“, erklärte Schmitz. Eine Bemerkung, die – wie der Applaus vermuten ließ – offenbar von vielen geteilt wurde. Er hoffe doch sehr, dass der nicht immer einvernehmliche Wettstreit um den künftigen Standort des Finanzamtes Nordfriesland einen besseren Ausgang finde und auf „eine weise Entscheidung im Sinne unserer Stadt“ hinauslaufe, leitete Schmitz zum nächsten Thema über.

Wie wichtig gute „Kommunikation“ sei machte der Bürgermeister am Beispiel des – zumindest in erster Instanz – gescheiterten Wohnprojekts Trommelberg deutlich. Es sei zu einfach, für das Scheitern allein die Politik verantwortlich zu machen, sagte Schmitz. Außerdem hätten die teilweise sehr hart und emotional geführten Diskussionen „auch gute persönliche Beziehungen auf eine Zerreißprobe gestellt, die über das Ende der Verhandlungen hinaus nachwirkt“. Er hoffe sehr, dass es bei anderen Themen – wie zum Beispiel beim Straßenausbau in der Feldberg- und der Schückingstraße – zu einem „für alle akzeptablen Ergebnis“ komme.

Aber natürlich gab es auch viel Positives zu berichten. So könne Husum stolz auf fast alles sein, „was sich um Kinder, Jugendliche und Schule dreht“. Den Ruf als Schulstandort Nr. 1 in der Region habe sich die Stadt redlich verdient. Für die Volkshochschule sei eine helle und freundliche Alternative gefunden worden. „Und wir freuen uns über neun neue, sehr nette Kolleginnen“, sagte der Bürgermeister zur Übernahme der Verwaltungsträgerschaft für die Stadtbibliothek.

Abschließend brach der Verwaltungs-Chef eine Lanze für all jene, die sich haupt- und ehrenamtlich für die Stadt engagierten. Dennoch erinnerte er im Zusammenhang mit dem Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung daran, dass es in der repräsentativen Demokratie auch gewählte Vertretungen gebe. Hierüber werde noch zu reden sein, so Schmitz.

Wie der Bürgermeister lobte auch der Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1 „S-H“ und Standortälteste Marcus Ellermann die fruchtbaren Beziehungen zwischen Stadt und Bundeswehr. Unter Hinweis auf die Auslandseinsätze der Truppe zitierte der Oberst die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: „Im Hinblick auf internationale Krisen und Konflikte kann Gleichgültigkeit für ein Land wie Deutschland keine Option sein.“ Dem trügen auch die hiesigen Verbände Rechnung.

Zudem kündigte Ellermann an, dass die Spezialpioniere bald über einen Stützpunkt „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ verfügten. Der könne bei Katastrophen und schweren Unglücken die zivilen Behörden unterstützen, so der Kommodore – nicht zuletzt unter Hinweis auf die Stürme „Christian“ und „Xaver“. 2013 werde der Truppe als Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Bundeswehrreform sich vom Papier löste und zur Lebensrealität der Soldaten wurde, fuhr Ellermann fort. Husum habe von diesen Entscheidungen profitiert: „Seit April vergangenen Jahres gibt es nur noch ein Flugabwehrraketengeschwader, dem alle Verbände unterstellt sind.“ In diesem Zusammenhang begrüßte er ausdrücklich die Kameraden von der Ostseeküste und aus Mecklenburg-Vorpommern.
Noch einmal auf die Verteidigungsministerin zurückkommend, erklärte Ellermann, dass von der Leyen ein Thema in den Vordergrund gerückt habe, bei der der Standort Husum schon jetzt Vorreiter sei: die Vereinbarkeit von Familie und Dienst. Auch vor diesem Hintergrund wolle sich die Bundeswehr und vor allem als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, „um auch künftig hoch motivierten und qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen“.

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erstellt am 10.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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