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Shared-Space-Konzept in Husum : Die Straße soll bald allen gehören

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

CDU und Grüne wollen das sogenannte Shared-Space-Konzept bald umgesetzt sehen: Der Bauausschuss wird sich mit den Anträgen beschäftigen.

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 11:00 Uhr

Es ist ein Begriff, der in Husum schon länger die Runde macht: Shared Space. Nach dieser Planungsphilosophie des „gemeinsamen Raumes“ nutzen alle Verkehrsteilnehmer eine Fahrbahn gleichberechtigt, Markierungen fallen dabei weg. So soll unter anderem die Dominanz der Pkw gemindert, der Straßenverkehr sicherer und der Verkehrsfluss verbessert werden. Diese Art der Verkehrsführung wird in anderen Städten schon praktiziert und ist in Husum Teil des 2015 beschlossenen Mobilitätskonzepts für die Innenstadt. In ihren Planungen hatte die Bauverwaltung das Projekt aber erst einmal zurückgestellt, weil zunächst andere Themen angegangen werden sollten (wir berichteten).

Nun aber wollen sowohl die CDU-Fraktion als auch die Grünen Schwung in die Sache bringen – allerdings mit unterschiedlichen Zeitplänen. Beide Anträge sollen im Bauausschuss am Mittwoch, 14. November, besprochen werden. Die Husumer Christdemokraten erklären es in ihrem Schreiben zum Ziel, dass zur Eröffnung des Husum Shopping-Centers zumindest ein Teil der Norderstraße zum Shared Space umgewandelt worden ist. „Die westliche Norderstraße von der Volksbank bis zur Altenbegegnungsstätte ist zwischenzeitlich als Brennpunkt im Bereich der Fahrbahn erkannt worden. Die sehr hohen Bordsteine wirken als unüberwindliche seitliche Barrieren“, heißt es im CDU-Antrag. „Im Begegnungsverkehr von ostwärts fahrenden Fahrrädern mit entgegenkommenden Fahrzeugen, insbesondere Bussen, kommt es wegen der schmalen Fahrbahn täglich zu gefährlichen Situationen; Fahrräder können wegen des hier sehr hohen Bordsteins nicht zur Seite ausweichen.“ Zur Entschärfung dieser Situation möchte die CDU nun die Fahrbahn auf das Niveau des Bürgersteiges anheben lassen, wie es auch die Shared-Space-Philosophie vorsieht. „Die vorhandenen breiten Granitbordsteine bleiben und markieren damit weiterhin seitlich die Fahrgasse.“ Die Anhebung der Fahrbahn kann nach Vorstellung der CDU „in einem kurzen Zeitraum im Frühjahr 2018 unter Vollsperrung als wandernde Baustelle erfolgen“. Nach einer groben Kostenschätzung würden diese Arbeiten nur rund 100 000 Euro kosten, heißt es im Antrag weiter. „Nach erfolgter Anhebung des Granitpflasters im Fahrbahnbereich können so Radfahrer im Begegnungsverkehr seitlich ausweichen und mobilitätseingeschränkte Personen können die Straßenseite wechseln.“

Sollte der Antrag im Bauausschuss die nötige Mehrheit bekommen, soll die Verwaltung prüfen, ob für dieses Projekt Fördermittel zur Verfügung stehen und die Umsetzung anleiern.

Auf Anfrage der Husumer Nachrichten wollte sich Bauamtsleiter Jörg Schlindwein inhaltlich nicht zu diesem Ansinnen äußern. Die Verwaltung prüfe den Antrag und werde vor der Bauausschussitzung das Gespräch mit der CDU-Fraktion suchen.

Auch die Fraktion der Grünen hat zu diesem Thema einen Antrag eingebracht, der dem Projekt ein wenig mehr Zeit lässt: Sie halten es für realistischer, 2019/2020 die Shared-Space-Bereiche einzurichten – und zwar nicht nur für einen Teil der Norderstraße, sondern für die gesamte Norderstraße, Markt und die Großstraße. „Im kommenden Frühjahr loszulegen, wird doch planungstechnisch gar nicht funktionieren“, glaubt der Fraktionsvorsitzende Frank Hofeditz. Auch wenn es schön wäre, wenn das Projekt bald über die Bühne ginge: Die Grünen sehen die „Neuordnung des Miteinanders der verschiedenen Verkehrsteilnehmer“ im Innenstadtbereich als eine „der drängendsten Aufgaben in der Stadt“.

Auch die SPD-Fraktion hat auf Anfrage unserer Zeitung großes Interesse daran, dass der Verkehr in der Innenstadt auf diesem Wege neu geregelt wird. Allerdings glaubt er nicht, dass die 100 000 Euro, die die CDU für die Arbeiten veranschlagt, auch nur annährend ausreichen, um die Fahrbahn in der westlichen Norderstraße anzuheben.

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