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Ausstellung im Nordsee-Museum : Die Storm-Stadt in bewegten Zeiten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bilder, Plakate und Gebrauchsgegenstände: Eine neue Ausstellung im Nordsee-Museum zeigt „Husum in der Fotografie von 1920 bis 1970“.

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erstellt am 27.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Wieder taucht das Nordsee-Museum/Nissenhaus mit optischen Leckerbissen in die Vergangenheit der Storm-Stadt ein. Am Sonntag, 29. März, wird ab 11.30 Uhr die Ausstellung „Von der Republik zur Republik – Husum in der Fotografie von 1920 bis 1970“ eröffnet. Mit ganz besonderer musikalischer Begleitung: „Die ,Thunderboys‘ werden auf der Vernissage ein paar Lieder spielen – ihr erster gemeinsamer Auftritt seit 1966“, sagt Franziska Horschig, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museumsverbund Nordfriesland. Im Herbst jenes Jahres hatte sich die Formation um Rüdiger Articus, die als erste lokale Beat-Band 1964 in die Geschichte der Storm-Stadt eingegangen war, aufgelöst. Der Husumer Jugendbewegung mit ihrer Musik und ihren Freizeitaktivitäten ist ein besonderer Schwerpunkt der Schau gewidmet, die von Horschig seit Monaten vorbereitet worden ist.

Die umfangreiche Ausstellung führt ein in die wechselvolle Geschichte Husums in der Zeit zwischen den Jahren der Weimarer Republik und den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik Deutschland. Präsentiert wird eine Auswahl historischer Fotografien, anhand derer die Entwicklung der Stadt durch die Jahrzehnte erfahrbar wird. So zeigen seltene Bilder die auch für Husum wirtschaftlich und politisch turbulenten 20er-Jahre. Eindrucksvoll und nicht weniger bewegend offenbaren sich in weiteren Fotos der Einfluss und die Auswirkungen der NS-Diktatur auf die kleine Küstenstadt mit ihren damals knapp 10.000 Einwohnern. Alltagsszenen dokumentieren die entbehrungsreichen Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und zeigen, wie mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Mai 1949 die Husumer nicht nur einen demokratischen Neubeginn, sondern auch eine Zeit des Aufbaus und des Aufschwungs erleben. Fotos aus Familiennachlässen dokumentieren hierbei die ersten Reisen in fremde Länder, die ganz persönlichen und mit vielen Erinnerungen verbundenen Feste wie Weihnachten, Einschulung oder Konfirmation.

Auch Musik, Filme und das Wohngefühl der Zeit werden erlebbar. Eine alte E-Gitarre, Schallplatten in abwaschbaren Vinyl-Sammelordnern, Handzettel zu Band-Auftritten – und Original-Kinoplakate: „Die hat uns Stephan Hartung vom Kino-Center ausgeliehen“, sagt Horschig. Ohnehin stamme die Mehrzahl der Exponate aus Privatbesitz. Die Ausstellung vereint mehr als 150 teilweise unveröffentlichte Fotografien und stellt professionelle Aufnahmen Husumer Lichtbildner wie Hans Hoffmann oder dem früheren Mitarbeiter der Husumer Nachrichten Walther Nehm gleichberechtigt neben die von Amateuren und Hobbyfotografen. Hoffmanns Rolleiflex-Kameras sind ebenfalls zu bestaunen. „Sein Sohn hat sie uns zur Verfügung gestellt“, so Horschig. Ergänzt wird die Schau durch Stücke aus der kulturwissenschaftlichen Sammlung des Nissenhauses sowie durch Leihgaben anderer Museen.

Und einen Film gibt es auch: Der eigens für die Ausstellung produzierte Streifen „Gruß aus Husum“ von Martina Fluck nimmt den Besucher mit auf eine amüsante Zeitreise durch die Epochen. In der Husumer Verlagsgruppe erscheint darüber hinaus wieder ein umfassendes Begleitbuch zur Ausstellung, mit Beiträgen von Ulf von Hielmcrone, Thomas Steensen, Christian M. Sörensen, Fiete Pingel und Rüdiger Articus. Auch dieser Band wird zur Eröffnung präsentiert. Die Ausstellung ist bis zum 15. November zu sehen.

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