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Europawahl in Husum und Umland : Die SPD hat die Nase vorn

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Deutliche Verluste bei der CDU, die FDP stürzt ab, die Grünen behaupten sich – und die AfD wird viertstärkste Kraft.

von
erstellt am 26.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Eigentlich hatte das Wahl-Team von Robin Unger im Husumer Rathaus ganz schnell durch sein wollen mit dem Auszählen der Stimmen zur Europawahl. Was die Bekanntgabe des Endergebnisses dann aber doch verzögerte, waren die Briefwähler: „1275 Bürger haben ihre Stimme auf diese Weise abgegeben – das ist fast eine Verdoppelung gegenüber der Europawahl von 2009“, so Unger. Damals hatten 649 Wähler per Brief abgestimmt.

Kräftig Federn lassen musste die CDU, die von 36,9 Prozent in 2009 auf jetzt 30,5 Prozent abrutschte und nur noch zweitstärkste Kraft hinter der SPD wurde. Die konnte sich von 27 Prozent auf nun 35,7 Prozent verbessern. Die Grünen behaupteten ihren dritten Platz, obwohl sie von 14,9 Prozent auf 12,5 Prozent abfielen. Die FDP musste ihren vierten Rang an die Alternative für Deutschland (AfD) abgeben, die 2009 noch nicht dabei war und 6,1 Prozent in Husum erreichte. Die Liberalen stürzten von 9,3 Prozent in 2009 auf jetzt 3,8 Prozent ab und mussten sich sogar der Linken geschlagen geben, die von 4,1 Prozent auf 5,2 Prozent zulegen konnte. Auf den Plätzen sieben und acht rangieren die Piraten mit 1,5 Prozent und die Tierschutz-Partei mit 1,3 Prozent.

Christian Czock, Fraktionschef der Husumer CDU, findet das Ergebnis seiner Partei in der Storm-Stadt „enttäuschend“, tröstet sich aber damit, dass die Union bundesweit die Nase vorn hat. „Woran es hier in Husum gelegen hat, müssen wir nun untersuchen und mit dem Ergebnis in anderen Kommunen vergleichen“, so Czock. Ob die AfD seine Partei Wählerstimmen gekostet hat, vermag er noch nicht zu sagen. „Das ist erst nach einer Analyse der Wählerströme möglich.“ Grünen-Fraktionschef Frank Hofeditz ist zufrieden mit dem „soliden Ergebnis“ seiner Partei, sorgt sich aber darüber, dass die AfD viertstärkste Kraft geworden ist. Dass die SPD die CDU in Husum hinter sich lassen konnte, erklärt er sich damit, dass die Storm-Stadt schon früher eine Hochburg der Sozialdemokraten war. „Vielleicht sind wir ja wieder auf dem Weg dorthin.“ Immerhin hat sich in Husum die Wahlbeteiligung massiv verbessert – von traurigen 31,5 Prozent vor fünf Jahren auf jetzt 40,5 Prozent. 7282 der 17 988 Wahlberechtigten gingen zu den Urnen.

Deutliche Verluste hat die CDU auch in St. Peter-Ording hinnehmen müssen. Ihr Anteil sank dort von 54,6 auf 43,2 Prozent. Einen noch tieferen Fall legte die FDP hin: Nach sensationellen 19,9 Prozent vor fünf Jahren kommt sie jetzt auf nur noch 4,1 Prozent. Leichte Verluste für die Grünen: Statt 11,4 gab es nur 8,5 Prozent. Und auch die Linke verlor: Sie erhielt 3,5 Prozent (2009: 4,1). Die SPD dagegen legte deutlich zu: Sie errang 30 Prozent der Stimmen, 2009 waren es nur 20,4. Und die AfD schafft auf Anhieb sechs Prozent. Auch die Demokratie hat gewonnen: Statt 28,7 Prozent oder 935 Wähler gingen immerhin 35 Prozent oder 1048 Berechtigte an die Urne.

In Tönning erstarkt die SPD: Sie holte 40 Prozent, 2009 waren es nur 28,6. Der zweite, kleinere Gewinner ist die AfD mit 5,4 Prozent. Alle anderen großen Parteien verlieren: Die CDU rutscht von 33,6 auf 28,8 Prozent, die Grünen von 11,1 auf 9,2, die FDP von 10,3 auf 3,5 und die Linke von 5,0 auf 4,7. Auch in Tönning stieg die Wahlbeteiligung: von 29 auf 37,7 Prozent oder von 1163 auf 1476 Wähler.

Deutliche Zugewinne erlebt die SPD auch in Friedrichstadt. Sie springt von 33,7 auf 40,7 Prozent. Fast alle anderen der großen Parteien beklagen dort Verluste. Die CDU sinkt von 35,1 auf 31,9 Prozent. Tief hinunter geht es für die FDP – von 11,2 auf 3,6 Prozent. Die Grünen erreichen 8,4 Prozent (2009: 8,6). Und die Linke schafft wieder 3,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist auch im Holländerstädtchen gestiegen: Gingen 2009 nur 694 Wähler zur Urne (32,9 Prozent), waren es diesmal 802 oder 39,7 Prozent.

In Bredstedt erhält die CDU einen Denkzettel: Sie fällt von 41,6 auf 26,1 Prozent. Für die FDP gibt es auch hier wenig Hoffnung. Sie erhält nur 3,5 Prozent der Stimmen (2009: 10,4). Großer Gewinner ist die SPD, die 34,5 Prozent holt – 9,6 Prozent mehr als 2009. Die AfD schafft 5,7 Prozent. Während sich die Linke über einen kleinen Zuwachs von 0,7 auf 3,4 Prozent freuen darf, ist die Steigerung für die Grünen noch kleiner: Von 11,5 geht es für sie auf 11,7 Prozent. Und die Wahlbeteiligung liegt nach traurigen 25 Prozent (1037 Wähler ) immerhin schon bei 29,5 Prozent (1174).

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