zur Navigation springen

Herdbuchbezirk Husum der Schaf- und Ziegenzüchter : Die Schafhalter und der Wolf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Rückkehr des Raubtiers beschäftigt die Schafhalter bei ihrer Herdbuchbezirks-Versammlung.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Umherziehende Wölfe und die damit verbundene Gefahr für die Herden sorgen unter den Schafzüchtern und -haltern weiter für Unruhe. Dies wurde bei der Versammlung des Herdbuchbezirks Husum im Landesverband der Schaf- und Ziegenzüchter am Mittwochabend in Horstedt deutlich. Wie berichtet, hat es Anfang September mehrere Schafsrisse auf Eiderstedt gegeben, die nach Untersuchungen einem Wolf zugeordnet werden konnten.

Während Schafhalter wie beispielsweise Wilhelm Hecker (Sönke-Nissen-Koog) ihrem Ärger deutlich Luft machten („Es sind unsere Existenzen, um die es hier geht“), betonte Janine Bruser, Geschäftsführerin des Landesverbands, dass man in der öffentlichen Diskussion sachlich bleiben müsse. Sonst werde man nicht mehr ernst genommen, so die Funktionärin, die ihren Verband im schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement vertritt.

Ähnlich äußerte sich Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze. „Wolf geht gar nicht, kann man nicht sagen“, so Schulze. Man müsse dem Thema ohne Emotionen begegnen. Gleichwohl hält er ein Nebeneinander von Wolf und landwirtschaftlicher Tierhaltung hierzulande für nicht praktikabel. „Ich finde Wölfe total klasse – aber nicht in Nordfriesland“, sagte Schulze. Der Vorsitzende des Herdbuchbezirks, Boy Michelsen, rief seine Kollegen ebenfalls zu einem sachlichen Umgang mit dem Thema auf.

Dass die Küstenregion offizielles Wolfsgebiet wird, ist nach Einschätzung Brusers indes nicht zu erwarten. Die dafür notwendige verbesserte Einzäunung sämtlicher Deiche zum Schutz der Schafe sei viel zu teuer, so die Verbandsgeschäftsführerin. Sie erklärte weiter, dass der Verband ordentliche Entschädigungen der Schafhalter bei Rissen durchgesetzt habe.

Landwirt Martin Magnussen aus Struckum hielt dem allerdings entgegen, dass die Zahlungen nach wie vor gedeckelt seien. Sie beschränken sich auf maximal 15.000 Euro in drei Jahren pro Schafhalter.

Eingangs der Versammlung hatte Vorsitzender Michelsen in seinem kurzen Bericht von erfolgreichen Auktionen in diesem Jahr gesprochen. Es seien „ansehnliche Preise“ erzielt worden. Fast alle Tiere seien verkauft worden, so Michelsen, der bei der anstehenden Vorstandswahl einmal mehr im Amt bestätigt wurde. Der Nordstrander führt den Herdbuchbezirk seit annähernd 40 Jahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen