St. Peter-Ording : Die Saubermänner vom Strand

Bernd Bresemann reinigt den Strandparkplatz von St. Peter-Ording per Hand.  Fotos: wis
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Bernd Bresemann reinigt den Strandparkplatz von St. Peter-Ording per Hand. Fotos: wis

Bis zu 25 Personen sorgen für eine müllfreie Sandbank. Die Tourismus-Zentrale organisiert die Reinigungs-Einsätze.

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07. Oktober 2008, 09:52 Uhr

St. Peter-Ording | Mit ruhigen, aber gezielten Schritten bewegt sich Bernd Bresemann auf dem Parkplatz am Ordinger Strand, nahe dem Event-Gelände. In der Linken hält er einen papiernen Müllsack, in der Rechten einen "Picker", der ihm beim Sammeln der Abfälle hilft. Bresemann ist einer von den vielen Helfern, die im Auftrag der Tourismus-Zentrale des Badeorts am Strand für Sauberkeit sorgen.

Zuvor hatte es eine kleine Lagebesprechung unter freiem Himmel gegeben, da gerade am Tag vorher eine Großveranstaltung zu Ende gegangen war. Der Leiter des Strandabschnitts, Frank Friedrichs, teilte seine Leute ein, um möglichst schnell fertig zu werden. "Einen Tag werden wir brauchen", so Friedrichs. In der Badesaison gehen die "Entsorger" früh morgens los, um die erste Tour hinter sich zu bringen, damit die Badegäste einen sauberen Strand vorfinden. Danach folgen pro Tag drei weitere Begehungen, um die Abfälle zu entfernen und frische Müllsäcke aufzustellen.
200 Müllsäcke mehr

Bei den mehr als zehn Sonderveranstaltungen pro Saison, die zum Teil mit großem Aufwand betrieben werden (Zeltstadt, Bühnen, mehrere Catering-Unternehmen) genügt das allerdings nicht. Zwar werden die Zelte, Podeste und Einzäunungen von den Firmen wieder entfernt, die sie auch aufgebaut haben, und für den Abfall auf dem Event-Gelände "haben wir von den Catering-Unternehmen Leute angefordert, die das mit übernehmen", so Werner Domann von der Tourismus-Zentrale, "aber es bleibt schon reichlich Müll rundherum übrig." Denn auf den Parkplätzen beim Eventgelände findet sich genügend Abfall, um die Truppe der Tourismus-Zentrale zu beschäftigen.
"Nach so einer Veranstaltung kommen nicht nur die Strandwächter und die Mitarbeiter des Bauhofes zum Einsatz", so Domann weiter, "sondern alle packen mit an, auch diejenigen, die sonst nur die Gäste betreuen." So sind meist um die 25 Personen damit beschäftigt, den Abfall zu entsorgen. An einem Wochenende mit Veranstaltung fallen gut 200 Säcke Müll mehr an als gewöhnlich, und bei einem länger andauernden Event (Kitesurf-WM) sind es noch einmal so viele.

In der Saison (von Mai bis September) kommen gut 30 Tonnen Abfall pro Monat zusammen, die vom Strand weggebracht werden müssen. Der Abtransport der Säcke erfolgt per Geländewagen und Anhänger, was die Aufräumarbeiten nicht gerade beschleunigt. Die immer mal wieder aufkeimende Idee, bereits am Strand große Container vorzuhalten, wird von der Natur zunichte gemacht: Lastwagen würden im lockeren Sand sofort einsinken, und bei überflutetem Strand ist ein Befahren ohnehin unmöglich.

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