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Friesen auf Sendung : Die richtige Wellenlänge für eine Erfolgsgeschichte

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Fünf Jahre Friisk Funk: Ministerpräsident Torsten Albig und Minderheitenbeauftragte Renate Schnack gratulieren Radio-Machern, die von Alkersum auf Föhr aus senden.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2015 | 07:00 Uhr

„Eine Sprache ist nur lebendig, wenn sie überall im Alltag präsent ist. Andernfalls wird sie zu einem akademischen Thema und hat kaum eine Überlebenschance.“ Seine Glückwünsche zum fünfjährigen Bestehen des Friisk Funk in Alkersum auf Föhr überbrachte am Donnerstag, 10. September, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig bei einer Feier im Hof der Ferring-Stiftung.

Dabei wurden Erinnerungen an die Gründungsfeier des friesischen Senders 2010 am selben Ort geweckt. Auch damals hatte ein schleswig-holsteinischer Ministerpräsident gratuliert – und Peter Harry Carstensen war auch diesmal wieder nach Föhr gekommen. Professor Dr. Volkert Faltings konnte als Vorsitzender der Ferring-Stiftung viele Festgäste begrüßen, die sich diesem friesisch-sprachigen Sender verbunden fühlen. „Es ist ein kleines Wunder, dass dieses Radio nicht nur seit fünf Jahren existent ist, sondern sich zu einem wertvollen Kommunikator nicht nur für die Menschen an der Westküste gemausert hat.“ Der Vorsitzende der Ferring-Stiftung gestand ein, dass zu Beginn kaum jemand gewusst habe, was der Betrieb eines Senders bedeute. Es sei der Weitsicht des damaligen Vorsitzenden des Friesenrates, Erk Hassold, der Unterstützung durch Professor Dr. Frederik Paulsen junior und dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein zu verdanken, dass der Friisk Funk als Ergebnis einer Kooperation aus der Taufe gehoben werden konnte.

„Es war sicherlich gut, dass die Gründer nicht viel von Radio verstanden“, meinte Albig in seiner Ansprache – sonst wäre der Friisk Funk vielleicht nie zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Mitteilen konnte der Landesvater, dass die Kooperations-Partner ihre weitere Zusammenarbeit bekräftigt haben und damit die Finanzierung des Senders bis zum Jahr 2020 gesichert ist.

Das Land fühlt sich ganz besonders dem Schutz der kulturellen Vielfalt verbunden, hob Albig hervor und verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf den Einsatz der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack, die gestern ebenfalls nach Föhr gekommen war. Der Schutz der Minderheiten sei in der Landesverfassung festgeschrieben. Damit werde in diesem Land die Vielfalt ganz besonders gefördert, und die Mehrheit begegne der Minderheit auf Augenhöhe. Der Ministerpräsident wünschte sich, dass dies auch dabei helfen möge, die Welt zu verändern und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. An dieser Aufgabe arbeite der Friisk Funk, der nach Albigs Ansicht ein „ganz tolles Experiment“ ist.

Auch Föhrer und Friesen waren einst Flüchtlinge – dies machte nicht nur Albig, sondern auch Ilse Johanna Christiansen deutlich. Die Vorsitzende des Friesenrates Sektion Nord verwies darauf, wie wichtig das Radio für die Entwicklung eines Heimatgefühls sei – und hoffte, dass es den Flüchtlingen gelingen möge, dieses Gefühl wieder zu spüren.

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