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Husumer Nachrichten

18. August 2017 | 13:03 Uhr

Kreuze für Europa : Die Qual der Wahl

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

131.000 Nordfriesen und alle im Kreisgebiet lebenden EU-Bürger sind aufgerufen, sich am 25. Mai an der Europawahl zu beteiligen. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in Nordfriesland allerdings gerade einmal bei knapp 34 Prozent.

75 Zentimeter ist er lang, der Stimmzettel für die Europawahl am Sonntag (25. Mai). Das ist rekordverdächtig. Immerhin tummeln sich auf dem offiziellen Wahlformular insgesamt 24 Parteien und Splittergruppen. Und trotz größerer Konkurrenz als früher dürfen sich mehr von ihnen Hoffnungen auf den Einzug ins Europarlament machen. Denn erstmals gibt es auf EU-Ebene keine Fünf-Prozent-Hürde mehr, so dass auch kleinere Parteien durchaus eine realistische Chancen auf einen Sitz haben. Dafür könnte Schätzungen zufolge bundesweit knapp ein Prozent der Stimmen ausreichen.

In Nordfriesland sind alle Vorbereitungen für eine möglichst reibungslose Wahl getroffen. Insgesamt sind rund 131.000 Nordfriesen sowie alle im Kreisgebiet lebenden EU-Bürger aufgerufen, sich an der Wahl zum Europäischen Parlament zu beteiligen. Allerdings: Die weitaus meisten Wahlberechtigten haben ohnehin nicht vor, ihr Kreuz für Europa zu machen. Das jedenfalls steht zu erwarten, nachdem schon die Europawahl vor fünf Jahren das nordfriesische Rekordtief von 33,8 Prozent beschert hatte.

Wahlmüdigkeit, Politik(er)-Verdrossenheit, Desinteresse oder das Gefühl, dieser Urnengang habe weniger Bedeutung als andere Wahlen – was auch immer Menschen von der Stimmabgabe abhalten mag, sie liegen falsch mit dieser Entscheidung. Das machten gestern auch Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus und Landrat Dieter Harrsen in ihrem Wahlappell deutlich: „Rund 80 Prozent der deutschen Gesetze basieren auf Vorgaben der Europäischen Union – von der Dauer der Tiertransporte über den Umgang mit Hackfleisch bis zum Verbot der Glühbirnen. Jährlich stellt die EU Fördermittel in Millionenhöhe zur Verfügung, die auch dem Kreis Nordfriesland und den hiesigen Unternehmen zugute kommen. Zu all diesen Themen hat doch jeder Bürger eine Meinung. Deshalb ist es für uns unbegreiflich, dass Wahlprognosen zurzeit signalisieren, dass viele deutsche Wähler ihre Chance nicht nutzen wollen, auf die EU Einfluss zu nehmen.“ Maurus verweist zudem auf auf das politische Initiativrecht des Parlaments: „Dadurch kann es die Kommission auffordern, bestimmte Themen aufzugreifen und Gesetzentwürfe zu erarbeiten. Das bedeutet, dass auch die Zukunft Deutschlands wesentlich vom EU-Parlament beeinflusst wird. Deshalb fordere ich alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich mit den Wahlprogrammen der EU-Parteien zu befassen und am Sonntag zur Wahl zu gehen.“

Damit in Nordfriesland alles läuft, haben die Kreisverwaltung und die anderen kommunalen Behörden die Wahl akribisch vorbereitet. „Insgesamt 135 000 Wahlzettel liegen zwischen 8 und 18 Uhr in den 185 Wahllokalen zwischen List auf Sylt und St. Peter-Ording bereit“, erläutern Kreiswahlleiter Harry Schröder und sein Stellvertreter Thorsten Thomsen. Rund 1600 ehrenamtliche Wahlhelfer kümmern sich um den ordnungsgemäßen Ablauf und zählen nach 18 Uhr die Stimmen aus. Dazu gehören auch die Ergebnisse der Briefwahl in 13 Bezirken.

Im Wahllokal muss die Wahlbenachrichtigungskarte oder der Personalausweis vorgelegt werden. Wer noch keine Wahlbenachrichtigungskarte erhalten hat, sollte sicherheitshalber bei seiner Amts-, Gemeinde- oder Stadtverwaltung nachfragen, ob er im Wählerverzeichnis registriert ist. Die ausgefüllten Wahlbriefe müssen spätestens bis Sonntag um 18 Uhr beim Briefwahlvorstand eingehen.

Alle Ergebnisse aus Nordfriesland laufen im Husumer Kreishaus zusammen. „Mit dem vorläufigen Endergebnis rechnen wir gegen 20.30 Uhr“, so Landrat Dieter Harrsen. Auf der Internetseite www.nordfriesland.de werden die Ergebnisse fortlaufend ins Netz gestellt.

 

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erstellt am 22.Mai.2014 | 15:00 Uhr

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