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Erfahrungsberichte : Die Nordfriesen und der Klimawandel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die junge Wissenschaftlerin Diana Süsser hat für ihre Doktorarbeit mehr als 100 Bewohner der Reußenköge befragt. Auch die lokale Energiewende wurde thematisiert

Diana Süsser war in Sachen Klimaschutz in Nordfriesland unterwegs. Die junge Wissenschaftlerin lernte dabei auch der steifen Brise mitsamt Regenschauern zu trotzen. Über das raue Nordseeklima kann sie nun mitreden. Die Hamburgerin hatte mit dem Fahrrad die Reußenköge durchquert, um Fragebogen an alle Haushalte zu verteilen. Diana Süsser ist in der Abteilung für Sozioökonomie des Küstenraumes am Helmholtz-Zentrum in Geesthacht beschäftigt und schreibt an ihrer Doktorarbeit. Dafür benötigt sie Informationen rund um das Thema „Regionaler Klimawandel und Entwicklung der erneuerbaren Energien“.

Die Reußenköge mit ihren rund 300 Einwohnern hatte die Doktorandin aus einem ganz bestimmten Grund für ihre Studien ausgesucht: „Ich interessiere mich schon lange für Nordfriesland, da die Region direkt an der Küste liegt, und die historische Entwicklung sehr spannend ist. Für die Einwohnerbefragung habe ich mir dann eine überschaubare Gemeinde gesucht und wurde hier fündig.“ Grünes Licht für ihre Befragung hatte sie zuvor noch bei der Gemeindevertretung eingeholt.

Für ein paar Wochen wohnte Diana Süsser in den Reußenkögen, wobei sie kein Neuland betrat, denn die Doktorandin war für Interviews bereits Ende Februar vor Ort gewesen. 15 Einwohner kamen damals zu Wort – zum Klimawandel, Küstenschutz und zu erneuerbaren Energien. Bei ihrem zweiten Besuch hatte die Forscherin dann 120 Fragebogen im Gepäck. „Was bedeutet für Sie Klimawandel?“, „Haben Sie ihre Meinung zur Solarenergie in den letzten Jahren verändert?“ und „Warum haben Sie sich dafür entschieden, eine Windenergieanlage zu bauen, beziehungsweise sich an einem Bürgerwindpark zu beteiligen?“ – dies war nur einiges, was sie genau wissen wollte. Dazu kamen Fragen zum Leben im Koog, dem Zusammenhalt sowie den Problemen und der Bewertung der lokalen Energiewende.

Im Helmholtz-Zentrum befasst sie sich nun mit den Antworten der Nordfriesen aus dem Koog – Diskretion ist zugesichert. Diana Süsser möchte herausfinden, wie der Klimawandel von den Bewohnern wahrgenommen wird. „Wichtig sind mir die Wahrnehmungen der Menschen vor Ort. Es geht nicht darum, die Antworten persönlich zu bewerten“, versichert sie. Falls Interesse an dem Ergebnis ihrer Studie besteht, würde Diana Süsser diese gern im Rahmen einer Bürgerversammlung vorstellen. „Das kann allerdings noch etwas dauern.“

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