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Husumer Nachrichten

17. Dezember 2017 | 17:00 Uhr

Bredstedter Tafel : Die Nachfrage nimmt zu

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit sieben Jahren besteht die Bredstedter Tafel an der Osterstraße 65. Geöffnet ist immer mittwochs von 9 bis 11 Uhr. Kamen anfangs rund 30 Menschen pro Woche, so sind es heute 70 bis 80.

„Mittwochs ist Tafel-Tag“, sagt Ehrenamtlerin Sabine Möller aus Bredstedt strahlend. Mit Eifer und Freude gehört sie seit Anfang des Jahres zur Runde der derzeit 24 Freiwilligen. Dieter Paulsen hält seit sieben Jahren die Fäden in der Husumer Tafel, Zweigstelle Bredstedt, an der Osterstraße 65 zusammen.

Jeden Mittwoch ab 9 Uhr – und das seit dem 17. Dezember 2008 – hat die Einrichtung unter der Trägerschaft der Husumer Arbeiterwohlfahrt und des Diakonischen Werkes dort ihre Türen geöffnet. Schon lange vor dem großen Run bereiten die Helfer alles vor. Schließlich soll die Warenausgabe auch äußerlich ansprechend sein. Frisches Brot von den Bäckern der Stadt und aus der Umgebung, Obst und Gemüse werden als Hingucker drapiert. „Ich bin für das Lager im Keller zuständig und ich sorge dafür, dass alles frisch und sauber nach oben kommt. Mir macht das Spaß. Ich wollte schon lange eine nachhaltige, sinnvolle Aufgabe haben“, beschreibt Sabine Möller ihre Tätigkeit. „Sabine hat sich schnell integriert. Überhaupt bin ich stolz auf die Mannschaft und möchte hier auf niemanden verzichten. Alle wollen einfach nur helfen“, so Paulsen.

Immer mehr Menschen, berichtet er, sind auf die Tafel angewiesen. „Es kommen zwischen 70 und 80 Menschen in der Woche. Vor sieben Jahren waren es 30.“ Familien zahlen als symbolischen Obolus zwei Euro auf Spendenbasis, Einzelpersonen dürfen freiwillig einen Euro geben. Meist reichen die Lebensmittel – vor allem frische Produkte wie Brot, Obst, Gemüse oder Milchprodukte – ungefähr bis zum Wochenende. Alles, was sie sonst benötigen, müssen die Menschen dazukaufen. Grundsätzlich erhält jeder Lebensmittel, dessen eigene Mittel nicht ausreichen, um den täglichen Bedarf selbst kaufen zu können. Dazu gehören Hartz-IV-Empfänger, Arbeitslose, Rentner, Alleinerziehende, Migranten oder kinderreiche Familien. Bis zu 300 Personen sind durchschnittlich monatlich auf die Leistungen angewiesen.

Es gibt aber immer noch Menschen, die sich nicht trauen, die Angebote der Tafel anzunehmen, sagt Dieter Paulsen. „Jeder, der Anspruch darauf hat, ist ohne Ansehen der Person willkommen“, sagt er. Im Laufe der Zeit habe sich dank der Jugendhilfe-Einrichtung im Hause ein Frühstücksangebot für alle entwickelt. Oft wird auch in der hauseigenen Küche gekocht. Jeder darf seine Ideen einbringen. So käme man auch in den Genuss internationaler Gerichte. Auf diese Weise wird zudem durch alle Altersschichten und Kulturen hinweg miteinander kommuniziert.

Einmal im Monat gibt es eine ökumenische Andacht, die Pastoren aus dem Breklumer Christian-Jensen-Kolleg oder Bredstedt im Wechsel leiten. Neulich habe sogar ein Afghane für seine Landsleute simultan übersetzt. Alles in allem: Es laufe gut – auch wenn es ein gesellschaftspolitischer Skandal sei, dass Einrichtungen dieser Art in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt ihre Existenzberechtigung haben.

Die sieben freiwilligen Fahrer dürfen regelmäßig Waren von allen Bredstedter und weiteren Discountern sowie Landwirten aus der Region abholen. „Wir bekommen wirklich gute Waren“, berichtet Leonhard Johannsen. Er kümmert sich seit fünf Jahren um die Logistik. Speziell zu Weihnachten benötigt das Helferteam noch Geldspenden. „Wir möchten den Menschen eine Freude machen und kleine Päckchen packen“, sind sich alle einig. Schließlich sei Weihnachten das Fest der Liebe.

Überhaupt ist die Einrichtung auf Spenden jeder Art angewiesen, denn staatliche Zuwendungen gibt es nicht. So hätten beispielsweise die Freiwilligen der Bredstedter Kleiderstube 1000 Euro gespendet. Vom Rewe-Supermarkt in Bredstedt wurden kürzlich Tüten mit Waren im Wert von 400 Euro gesponsert. „Mit dem Supermarkt arbeiten wir schon lange gut zusammen“, berichtet Paulsen. Viele Privatpersonen haben ebenfalls ein Herz für die Einrichtung an der Osterstraße 65.

Die Öffnungszeiten der Tafel in Bredstedt sind jeweils mittwochs von 9 bis 11 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter: www.dw-husum.de.

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