zur Navigation springen

Sommerpausen-Plauderei : „Die Lauten gewinnen nicht immer“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husums Fraktionschefs kommen zu Wort: Heute erzählt Christian Czock (CDU), warum er nicht Napoleon genannt wird und welche Themen ihm am Herzen liegen.

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 14:00 Uhr

Sommerpausen-Plauderei: Was bewegt die Husumer Fraktionsvorsitzenden in der sitzungsfreien Zeit? Auch in diesem Jahr führen die Husumer Nachrichten Interviews mit den Lokalpolitikern.

 

SPD-Fraktionschef Horst Bauer trägt bei einigen Bürgern den Spitznamen „kleiner Napoleon“. Sind Sie neidisch oder eher froh, so nicht genannt zu werden?

Ich kann ja schon allein von der Statur her nicht Napoleon sein. Ich weiß auch nicht, ob das so ein guter Spitzname ist. Der ist auch ein bisschen übertrieben: Ich glaube, der Kollege hat nur mal sehr deutlich gemacht, was er gut findet und was nicht. Aktuell ja auch im Zusammenhang mit den jüngsten Irritationen zwischen Politik, Wirtschaft, Verwaltung und der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH. Ich habe gesagt, ich unterstütze ihn in dieser Hinsicht, demnach wäre ja passender, es hieße „Napoleon und .  .  . “ (Pause) Wir machen beide gute Politik für Husum und wir sind im Abstimmungsprozess miteinander.

Man muss ja sagen: Bauer ist der Lautere von Ihnen beiden, Sie sind eher zurückhaltender. Müssten Sie als CDU-Fraktionschef nicht mal lauter aufstampfen?

Die Lauten gewinnen nicht immer. Wir sind momentan mit der SPD bei vielen Themen deckungsgleich. Und Horst Bauer sitzt in den Fachausschüssen. Da lasse ich ihm auch gern den Vortritt, das schaffe ich zeitlich nicht. Es kommt ja auch auf die Persönlichkeit an: Ich bin nicht immer so lautstark, bin eher nachhaltig. Aber der Erfolg ist der gemeinsame Erfolg, auch für meine Fraktion.

 

Meinen Sie, das wird in der Öffentlichkeit auch so wahrgenommen?

Ja, ich glaube schon, dass wir die Erfolge, die wir als CDU haben, auch nach außen tragen und der Bürger sie auch als unseren Erfolg wahrnimmt.

 

Umweltminister Robert Habeck war zum Hafentage-Empfang zu Gast und hat sich zum Thema Dockkoog geäußert. Ich fasse es mal so zusammen: Es dauert alles noch, und die Politik soll jetzt zu Potte kommen mit den Planungen. Waren Sie mit dieser Botschaft zufrieden?

Erstmal hat Herr Habeck ja im Vorfeld gesagt, er wolle die Husumer Hallig. Das hat er beim Hafentage-Empfang relativiert und gesagt, es ist Sache der Husumer Politik, was am Dockkoog entsteht. Und wir haben uns ganz klar gegen die Hallig positioniert. Jetzt sind wir in der Tat am Ball, das stimmt, und wir werden auch liefern. Wahrscheinlich im Herbst werden wir einen Antrag einreichen, dass für das Gebiet ein F- und ein B-Plan geschaffen wird, und haben damit das Planungsrecht, was wir wollten. Dann kann der Hotel-Investor kommen.

   Es ist natürlich bedauerlich, dass das Land so spät an den Deich ran will. Aber in dieser Hinsicht sind auch noch Gespräche am Laufen. Ich bin optimistisch, dass das vielleicht doch etwas früher was wird.

 

Die Hallig bleibt versenkt?

Herr Habeck kann mir nicht erklären, warum er in Wobbenbüll einen riesengroßen Deich baut, um das wunderschöne Wobbenbüll zu sichern und bei der Kreisstadt Husum, da will er vorne den Deich einreißen, um den Porrenkoog zu fluten. Was soll das? Ich bin nun in Küstenschutz-Dingen kein Fachmann, aber das ist etwas, wo ich Nein sage: Ich halte es für wichtig, dass wir zwei Deiche haben.

 

Was waren denn für Sie neben der Dockkoog-Entscheidung in den vergangenen Monaten wichtige Meilensteine?

Der Bau des Husum Shopping-Centers hat begonnen, da freue mich drauf. Außerdem planen wir das neue Hallenbad. Ohnehin haben wir gerade mehrere große Dinge am Wickel, das finde ich für Husum toll.

 

Wo soll das neue Hallenbad Ihrer Meinung nach hin?

Dahin, wo Platz ist. Es gibt da noch keine konkreten Planungen, wir sind noch in der Findungsphase. Der alte Standort wäre eine Möglichkeit. Wichtig ist für den Schwimmbad-Standort, dass es Parkplätze und eine zentrale Anbindung gibt. Vielleicht kann die Stadt auch noch ein anderes Grundstück erwerben. So oder so: Ich glaube, das wird ein rundes Ding.

 

Was steht nach dem Ende der Sommerpause an?

Wir planen den Bau einer neuen Kita, die brauchen wir auch. Die könnte beim Kreishaus gebaut werden. Langfristig wird es aber beispielsweise auch um Schobüll gehen: Wenn wir junge Familien nach Schobüll bekommen wollen, muss man fragen: Zu welchem Preis? Es muss auch dort bezahlbaren Wohnraum geben. Wenn wir diesen Ortsteil verjüngen wollen, müssen wir uns etwas ausdenken. Beispielsweise, indem wir die Grundstücksgrößen anpassen. Da kommt dann schnell der Vorwurf, wir würden die Zersiedlung in Schobüll fördern. Aber ein 3.000-Quadratmeter-Grundstück auf zwei Grundstücke von 1500 Quadratmetern zu teilen, ist für mich keine Zersiedelung. Das ist aber ein Thema, das ein bisschen Vorlauf braucht. Auch, weil in Schobüll noch einige vehement bremsen. Also müssen wir mit Argumenten überzeugen und die Leute mitnehmen. Das Gespräch, das haben ja die letzten Wochen gezeigt, ist immer wichtig.

 

Wir stehen gut ein Jahr vor der Kommunalwahl. Auch deshalb die Frage: Macht Ihnen der Fraktionsvorsitz noch Spaß?

Ich bin angetreten, um in Husum etwas zu bewegen, und dazu habe ich noch immer Lust. Die Fraktion hat angedeutet, dass sie mich noch eine weitere Legislaturperiode als Fraktionsvorsitzenden haben will. Und das würde ich auch gern machen.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen