zur Navigation springen

Rödemisser Sportverein hat Geburtstag : „Die Konkurrenz ist größer geworden“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum 50-jährigen Bestehen des Rödemisser Sportvereins spricht Gerhard Achtmann im Interview über Herausforderungen und Traditionen – und wieviel Konkurrenz es für Breitensportvereine heute gibt.

Der Rödemisser Sportverein (RSV) feiert 50. Geburtstag. Gegründet wurde er als reiner Fußballverein, doch über die Jahrzehnte hat er sich längst zu einem Breitensportverein gemausert. Gerhard Achtmann führt den RSV kommissarisch. Das heißt aber nicht, dass er es an Engagement vermissen ließe. Im Interview spricht der Vorsitzende über Vereinssport in Zeiten des Wandels, macht aber auch deutlich, dass es sich nach wie vor lohnt, Mitglied zu werden – besonders in einem Breitensportverein wie dem RSV.

1994 fusionierten der Husumer Fußballverein von 1918 (Husum 18) und der Husumer Eisenbahner-Sportverein Frisia von 1925 zur Husumer Sportvereinigung. Warum ging der Rödemisser Sportverein diesen Weg nicht mit?

Wir sind zwar als Fußballclub gegründet worden, aber längst ein Breitensportverein mit ganz verschiedenen Sparten. Deshalb konnten und wollten wir diese Option nicht ziehen. Und das war vielleicht auch gut so, denn über Frisia redet ja inzwischen kein Mensch mehr.

Stichwort Fußball: Der DFB macht den Vereinen das Leben ja auch nicht gerade leicht, oder?

Ja, im vergangenen Jahr hat er die Bildung von Spielgemeinschaften spürbar erschwert. Leider. Dabei sollte und wollte er doch gerade mehr für den Amateurfußball tun. Unsere Hoffnungen ruhen auf dem neuen Präsidenten. Der kommt aus dem Amateurbereich.

Auch runde Jubiläen schützen nicht vor Modeerscheinungen. Und die haben sich längst auch im Sport breit gemacht. Heute gehen viele, vor allem junge Menschen, lieber ins Fitness-Studio als in den Mannschaftssport. Wie sieht es bei Ihnen aus?

In den Bereichen Fußball und Tennis können wir uns über einen Zulauf an Kindern nicht beklagen. Beim Tischtennis steht die Sache anders. Diese Sparte mussten wir schließen.


Nun ist Tischtennis ja nicht gerade ein klassischer Mannschaftssport. Warum musste die Sparte dennoch aufgelöst werden, wo unsere Profis doch nach wie vor recht erfolgreich sind?

Die Tischtennissparte hatte schon immer wenig Spieler. Und weil es keinen Nachwuchs gab, war es nur eine Frage der Zeit, wann wir diese Abteilung schließen müssen.

Wie schwer ist es, heute noch ein Breitensportverein zu sein? Sie haben sicher nicht nur bei den Jugendlichen Nachwuchssorgen, sondern auch im Trainerbereich?

Ja, es wird tatsächlich immer schwerer, Übungsleiter zu finden. Das gilt für alle Sparten. Außerdem ist die Konkurrenz durch das sportliche Angebot der Volkshochschulen größer geworden. Auch die Ganztagsschulen erschweren die Vereinsarbeit.

Was können Sie Ihren Nachwuchstrainern denn bieten?

Neben der Aufwandsentschädigung übernehmen wir gern die Fortbildungskosten.

Wie verwurzelt ist der Rödemisser Sportverein in dem Ortsteil, dessen Namen er trägt?

Der RSV war von Anfang an fest im Ortsteil Rödemis verwurzelt und ist aus dem Spielmannszug heraus entstanden. Das ist auch der Grund, warum wir Trommeln in unserem Wappen haben. Der RSV war und ist ein wichtiger Bestandteil des Rödemisser Vereinslebens.

Und wie ist das Verhältnis zur Stadt?

Die Zusammenarbeit mit der Stadt, insbesondere mit Thomas Borowski vom städtischen Gebäudemanagement und dem Kommunalen Service-Betrieb, ist ausgezeichnet. Unsere Plätze und das Vereinsheim sind dort in guten Händen.

42 von 50 Jahren wurde der Verein von zwei Männern geführt: Hans-Heinrich Lucht und Hartwig Schenk. Sie wollen im kommenden Jahr aufhören. Wie geht es danach mit dem RSV weitergehen? Und was kann jemanden angesichts der vielen Probleme im Vereinssport heute noch motivieren, so einen Posten zu übernehmen?

Wenn sich ein Vorsitzender findet, werde ich ihn natürlich weiter unterstützen. Es gehört eine Menge Idealismus dazu, so ein Amt zu übernehmen. Ich denke aber, dass wir das den Vereinsgründern schuldig sind.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Jun.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen