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Erfreuliche Quote bei der Kinderbetreuung : Die Kleinsten sind gut aufgehoben

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände hat Husum im Hinblick auf die Erweiterung des Betreuungsangebots für unter Dreijährige ausdrücklich gelobt. Die Quote liegt in der Stadt mit 48 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Die gute Nachricht kam aus Kiel. Und Axel Fischer von der Abteilung Schule, Jugend, Kultur und Sport überbrachte sie: „Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände hat Husum im Hinblick auf die Schaffung von U3-Betreuungsplätzen ausdrücklich gelobt“, berichtete er dem Ausschuss für Soziales und Jugend. Tatsächlich muss sich die Stadt in diesem Punkt keineswegs verstecken: „Das ist zwar noch keine Soll-Überfüllung“, frotzelte ein Sozialpolitiker am Ende, „aber Vergleiche mit anderen Kommunen brauchen wir nicht zu scheuen.“

Bereits im Tagesbetreuungsausbaugesetz des Bundes aus dem Jahr 2005 war die Erweiterung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebotes für die unter dreijährigen Kinder als Aufgabe der Kommunen verankert worden. Bund, Länder und Kommunen hatten daraufhin 2007 auf einem gemeinsamen Krippengipfel eine bundesdurchschnittliche Betreuungsquote von 35 Prozent im Jahr 2013 als Zielmarke für ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot festgelegt. In Husum halten nach Angaben Fischers zehn der elf Kindertagesstätten für 48 Prozent der unter Dreijährigen Plätze vor. Seit dem 1. August müssen die Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege für Mädchen und Jungen ab Vollendung des ersten Lebensjahres erfüllen.

Die positive Rückmeldung aus Kiel ist sicher auch den weitsichtigen Bemühungen einer Arbeitsgruppe zu verdanken, der neben Fischer Bürgermeister Uwe Schmitz, (damals noch Hauptamtsleiter), Manfred Albrecht vom Sozialamt und die Gleichstellungsbeauftragte Britta Rudolph angehörten. Gemeinsam erarbeiteten die vier ein Kinderbetreuungskonzept und machten vor allem die Betreuung der unter Dreijährigen zu ihrer ganz persönlichen Sache.

2013, fuhr Fischer mit seinem Sachstandsbericht fort, seien die Personalkosten im U3-Bereich zu 97 Prozent bezuschusst worden. Davon entfielen 60 Prozent auf die Stadt, sechs auf den Kreis und 31 Prozent auf das Land. Andere Kinderbetreuungsangebote erhielten eine Personalkostenförderung von 83,25 Prozent (Stadt 60, Kreis 6, Land 17,25 Prozent).

Die Landesmittel werden in beiden Fällen über den Kreis Nordfriesland verteilt. Der bisherige, allerdings vorläufige Verteilungsschlüssel lautet: 20 Prozent Kreis, 80 Prozent Stadt. In diesem Jahr soll die Verteilung auf Kreisebene dann endgültig geregelt werden. Die Stadt erhofft sich in diesem Zusammenhang auch eine stärkere Berücksichtigung der täglichen Betreuungszeiten. Fischer: „Wir möchten weg von der Betreuung pro Platz“, weil damit nur der Regelbedarf abgedeckt werde. Geringe Schließzeiten und der tatsächliche Betreuungsaufwand blieben dagegen unberücksichtigt.

Darüber hinaus berichtete Fischer, dass die Verwaltung sämtliche Kindertagesstätten-Träger gebeten habe, in den Regelgruppen nicht mehr als 20 Kinder aufzunehmen. In Ausnahmefällen erlaubt das Land auch 22, aber das sollte – wie der Name schon sagt – die Ausnahme bleiben. Gleichzeitig seien die Träger informiert worden, dass es Anfang diesen Jahres eine große Runde geben soll, in der über dieses Thema, aber auch über die Finanzierung der Kinderbetreuung gesprochen werden soll.

Abschließend berichtete Fischer von der Nachmittagsbetreuung an der Rungholtschule, deren Träger die Lebenshilfe ist. Diese Maßnahme würde durch Land und Kreis finanziell unterstützt werden, erläuterte er. Gleichwohl fahre die Lebenshilfe hier ein Minus von jährlich 10.000 Euro ein. Deshalb gebe es Überlegungen, die Wohnsitzgemeinden der rund 30 nachmittags betreuten Schüler an den laufenden Kosten zu beteiligen.

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