Erster Preis für Auswanderer-Stück : Die Jury war „Hin & Weg“

Die jungen Theaterleute aus Husum freuen sich bei der Preisverleihung in Flensburg über ihren Erfolg.
Die jungen Theaterleute aus Husum freuen sich bei der Preisverleihung in Flensburg über ihren Erfolg.

Husumer Erfolg beim Schultheater-Wettbewerb der Pogge-van-Ranken-Stiftung: Das Auswanderer-Stück „Hin & Weg“ der Theodor-Storm-Schule gewann in der Kategorie „Oberstufe/Musiktheater“ den ersten Preis.

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15. Juli 2014, 16:30 Uhr

Das Husumer Pulikum hat die 13 b der Theodor-Storm Schule (TSS) mit fünf Aufführungen bereits beeindruckt. Jetzt überzeugten die Schüler beim Schultheater-Wettbewerb der Pogge-van-Ranken-Stiftung in Flensburg mit ihrem Stück „Hin & Weg“ auch die Jury: In der Kategorie „Oberstufe/Musiktheater“ belegte das Ensemble den ersten Platz.

In ihrem preisgekrönten Darbietung thematisieren die Jugendlichen das Schicksal ausgewanderter Nordfriesen, die im 19. Jahrhundert nach Amerika aufbrachen, um dort Fuß zu fassen. Doch aufgrund mangelnder Hygiene und desaströser Verpflegung auf einem Auswanderer-Schiff erlischt die Hoffnung auf ein besseres Leben im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ schnell. In dem Stück geht es auch um die Erfolgsgeschichte Ludwig Nissens, der mit 16 Jahren nach New York aufbrach und dort Karriere machte.

Mit Kreativität und Einsatzfreude gelingt es den Abiturienten, den Spannungsbogen dauerhaft aufrechtzuerhalten. In ihrer Laudatio hob die sechsköpfige Jury neben der „hervorragend theatralen Umsetzung“ besonders die aktuellen Bezüge des Stückes hervor. Gemeinsam mit Ulrike Steenbuck und Jan Hahn nahm eine kleine Delegation der Abiturklasse den Preis entgegen.

Die Flensburger Stiftung geht übrigens auf Walter Pogge van Ranken zurück. Der aus dem Baltikum stammende Schriftsteller wäre in diesem Jahr 101 Jahre alt geworden. Die nach ihm und seiner Frau Margarethe benannte Stiftung ist immerhin schon 13 Jahre alt, und genau so lange gibt es den Pogge van Ranken-Schultheater-Wettbewerb. Auf der Bühne der Flensburger Theaterschule wurden nun zum 13. Mal Geldpreise und Urkunden an besonders gelungene Beispiele für Schultheater vergeben.

In diesem Jahr wurden Ensembles aus Husum, Flensburg, Schleswig und Apenrade ausgezeichnet. „Der Schultheater-Wettbewerb ist für die Grundlagen da“, erläuterte Stiftungsvorstand Carsten Ribbrock bei der Preisverleihung. Darauf folgt für interessierte Kinder- und Jugendliche ein Kurs an der Theaterschule – für Ribbrock „eine gute Alternative zu Sportvereinen oder Musikschule“. Und wer sich sogar für eine Berufsausbildung als Schauspieler, Tänzer oder Musiker entscheidet, kann bei der Stiftung ein Stipendium beantragen. Derzeit werden vier Stipendiaten gefördert, einer davon sogar in den USA.

Theater-Arbeitsgemeinschaften, Kurse im noch jungen Fach Darstellendes Spiel oder auch einfach nur eine Klasse bewerben sich regelmäßig beim Schultheater-Wettbewerb.

Die sechsköpfige ehrenamtliche Jury hat sich in der abgelaufenen Spielzeit 15 Theaterstücke zwischen Husum und Sonderburg angeschaut und bewertet – und am Ende die Sieger gekürt. Beim 14. Wettbewerb, der im September beginnt, sollen die kurzen Szenefolgen der Kurse „Darstellendes Spiel“ als neue Kategorie aufgenommen werden.

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