Nationalpark Wattenmeer : Die jungen Nationalpark-Ranger

Sie sind jetzt Experten in punkto Wattenmeer. Stolz nahmen die Teilnehmer des Junior-Ranger-Programms ihre Urkunden entgegen.
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Sie sind jetzt Experten in punkto Wattenmeer. Stolz nahmen die Teilnehmer des Junior-Ranger-Programms ihre Urkunden entgegen.

Erfolgreiches Projekt: Zehn Tage lang haben sich Kinder von Mitarbeitern der Schutzstation ausbilden lassen.

shz.de von
12. April 2018, 07:00 Uhr

Schon mit etwas Stolz nahmen Maximilian Möller, Daniel Fohrmann, Jonna Aden, Mia Simon, Hjarn Wehner, Tjärk Bielfeldt und Anton Sassen ihre Urkunden von Nationalpark Ranger Christian Piening in Empfang. Dazu gab es den Junior-Ranger-Ausweis und ein Nationalpark-Kartenspiel. Ab jetzt dürfen sich die zwei Mädchen und fünf Jungen nämlich Junior Ranger nennen.

Vor einem Jahr hatten sie und weitere Kinder mit ihren Eltern an einem Informationsnachmittag im Nationalpark-Haus St. Peter-Ording (NPH) teilgenommen. Diplom-Biologin Sabine Gettner von der Schutzstation Wattenmeer leitet das Haus und betreut es gemeinsam mit sechs freiwillig Dienstleistenden. Darunter sind Selina Franke aus Rheine/Westfalen und Lasse Cornelius aus Hamburg, die bei der Schutzstation Wattenmeer ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beziehungsweise den Bundesfreiwilligendienst machen. Seit Sommer 2017 sind die beiden für die Junior Ranger des NPH verantwortlich. Gegründet wurde die Gruppe Anfang 2017 von ihren Vorgängerinnen. Die Auszeichnung nach einem Jahr zeigt, dass es gelungen ist, die Kinder für die Junior Ranger-Idee zu begeistern. Diese sieben Kinder waren besonders engagiert dabei und haben an mindestens zehn Ausbildungstagen teilgenommen.

Einmal im Monat haben sie sich im NPH getroffen, meist am dritten Dienstag von 15 bis 16.30 Uhr.

Jonna, Hjarn und Dominic erzählten begeistert von dieser Zeit: „Das war nicht wie in der Schule. Wir haben erst Kennenlernspiele gemacht, dabei schon was über das Wattenmeer gelernt. Am Strand waren wir auch. Müll haben wir gesammelt und klassifiziert. Bei der Tierkunde haben wir Steckbriefe für Vögel gemacht. Wir wissen auch was von den Tieren in den Aquarien.“ Dass sie auch etwas von den Meeressäugern im Wattenmeer – Schweinswal, Seehund und Kegelrobbe – wussten, bewiesen sie vor der Aushändigung der Urkunden auf der Buhne in einem Laufspiel. Das ging zwar manchmal ein wenig durcheinander, aber aus Fehlern lernten sie schnell. Aber wer kann schon auf Anhieb durch Laufen nach Links oder Rechts entscheiden, ob die Aussage „Der Seehundjäger kümmert sich nur um Seehunde“ oder „Die Männchen und Weibchen der Kegelrobbe sehen gleich aus“ richtig oder falsch ist. Tiere kennenlernen und erfahren, was „im Wattenmeer los ist“, interessiert sie alle. Jonna meinte: „Ich habe gelernt, wieviel Schmutz ins Meer kommt und dass es wichtig ist, nicht so viel Müll zu schaffen.“ Dominic und Hjarn ergänzten: „Das hat alles viel Spaß gemacht.“ Sie würden die Ausbildung noch mal machen. Nun erklärten sie ihre Bereitschaft, im NPH mitzuhelfen und beispielsweise bei Führungen draußen mitzumachen.

Selina Franke und Lasse Cornelius möchten die Gruppe sehr gern weiterführen: „Junior-Ranger-Ausbildung ist nicht etwas, was man so mal eben macht. Da steckt viel Planung dahinter. Wir haben uns vorher immer zusammengesetzt und überlegt, wie wir den Kindern das vermitteln können“, so Franke. Ihr Fazit war eindeutig: „Es war cool, das mit denen zu machen. Die Kinder sind so individuell. Wir mussten schon aufpassen, dass wir allen gerecht wurden.“ Auch Nationalpark-Ranger Christian Piening war sehr angetan von den Leistungen der Kinder und hatte ihnen mit der Ernennung zu Junior Rangern im Auftrage von Nationalparkleiter Dr. Detlef Hansen seine Anerkennung ausgesprochen: „Ihr habt euch das sehr gut verdient.“

Gern kann die Junior Ranger-Gruppe noch etwas wachsen: Interessierte Kinder zwischen acht und 13 Jahren sind herzlich eingeladen, sich bei der Schutzstation zu melden.

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