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Einkaufszentrum Dreimühlen : Die Jagd auf Falschparker ist eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Den Falschparkern am Husumer Einkaufszentrum Dreimühlen geht es jetzt an den Kragen: Jeden Tag kommt ein Sicherheitsdienst vorbei, um im Wiederholungsfall Verwarngeld zu kassieren.

Unauffällig schaut Marco Schramm in Dallmeyers Backhus durch die Fensterscheibe. Fehlt nur noch der Kaffee. Doch der würde schnell kalt werden. Denn immer wieder muss der 38-Jährige seinen warmen Beobachtungsposten beim Edeka-Untermieter verlassen. Der Mann mit dem energischen Schritt ist kein gewöhnlicher Kunde im Einkaufszentrum Dreimühlen. Sein Interesse gilt nicht den Backwaren neben sich, sondern den Falschparkern da draußen. Wie ein Wolf, der auf schwarze Schafe lauert, kommt er aus seiner Deckung hervor. Es ist Jagdzeit in der Ostenfelder Straße  .  .  .

Seit Montag vergangener Woche gehört das Gelände mit den Hausnummern 68 bis 70 zum Revier der Kruppa Wach- und Schließgesellschaft. Der Sicherheitsdienst aus Husum sieht hier täglich außer sonntags nach dem Rechten. Den Auftrag dazu erteilte die Völkel Company Asset Management GmbH. Als Grundstücksverwalter wurde die Hamburger Firma offenbar durch einen Bericht in den Husumer Nachrichten über die teilweise chaotischen Zustände, die von den Falschparkern hervorgerufen werden, aufgeschreckt. Schramm, Einsatzleiter bei Kruppa, hat festgestellt, dass seine Präsenz gut ankommt bei den Leuten. Immer wieder erhält der Mann in der schwarzen Jacke mit dem weißen „Security“-Schriftzug auf dem Rücken Zustimmung vor allem von älteren Kunden: „Endlich passiert mal was!“

Da, wieder einer, der auf die vier Halteverbotsschilder vor den beiden Ladenzeilen pfeift. Der Sicherheitsmann weist den aussteigenden Fahrer höflich, aber bestimmt auf sein Fehlverhalten hin. Wegfahren oder Verwarnungsgeld? Vor diese Gretchenfrage gestellt, entscheiden sich die allermeisten dann doch fürs schnelle Umparken – ist ja auch nicht ganz so teuer wie die Alternative. Doch auch ganz renitente Verkehrssünder hat Schramm in Dreimühlen schon mal vor der Brust: „Ist mir doch egal, was Ihr hier treibt“, bekommt er dann zu hören.

Bei Autos, deren Halter die Security nicht auf frischer Tat ertappt, wird ein Beweisfoto gemacht, Uhrzeit, Kennzeichen und Fabrikat notiert und ein Hinweiszettel hinter den Scheibenwischer geklemmt: „Sehr geehrte Autofahrerin, sehr geehrter Autofahrer, Sie stehen im Halteverbot. Wir bitten Sie, Ihr Fahrzeug nur in den gekennzeichneten Flächen zu parken. Im Wiederholungsfall behalten wir uns vor, Sie mit einem Verwarngeld in Höhe von 15 Euro zu belangen. Wir danken für Ihr Verständnis.“

Schramm und Kollegen nehmen den Parkplatz wochentags zwischen 8 und 20 Uhr jeweils für eine Stunde in Augenschein – wie oft und zu welchen Zeiten, bleibt ihnen überlassen. Am Sonnabend, wenn sich die Kundenfrequenz erhöht, ist man sogar für zwei Stunden vor Ort. Und gegen unverbesserliche Falschparker, die angesichts des ungewohnten Wachdienstes Anstalten machen, in andere verbotene Zonen auszuweichen, hat man auch schon ein Mittel: weitere Schilder.

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erstellt am 24.Mär.2015 | 08:00 Uhr

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