Husum : Die Innenstadt entwickelt sich

Werbegemeinschaft mahnt Gesamtverkehrskonzept an.

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08. Juni 2013, 09:46 Uhr

Husum | Die Ankündigung dieses Vortrags sei wohl mitentscheidend dafür gewesen, dass sich trotz des schönen Wetters knapp 60 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft im Theodor-Storm-Hotel versammelt hätten, mutmaßte deren Vorsitzender Peter Cohrs. Bahnbrechende Neuigkeiten vermochte Benedikt Schmidt-Waechter von der Iandus-Unternehmensgruppe dann aber doch nicht zur Zukunft der Hertie-Immobilie zu verkünden. "Ich kann Ihnen über das Projekt momentan nicht viel mehr erzählen, als Sie aus der Zeitung wissen", sagte der Iandus-Geschäftsführer. "Wir sind in der Planungsphase und führen Gespräche mit möglichen Mietern - so eine multifunktionale Handelsimmobilie muss immer von innen nach außen entwickelt werden." Was sei denn unter diesem Begriff überhaupt zu verstehen, hakte Cohrs nach. "In diesem Fall Handel und Parkplätze", sagte Schmidt-Waechter. Seine Firma peile einen Mieter-Mix von lokalen und regionalen Händlern und Gastronomen sowie überregionalen Filialisten auf Verkaufsflächen zwischen 40 und 3000 Quadratmetern an sowie einen Erhalt und die Erweiterung des zentralen Parkraums in der Innenstadt. "Hertie hatte 7500 Quadratmeter Verkaufsfläche. Wieviel ist denn auf dem Grundstück überhaupt maximal möglich?", wollte Cohrs wissen. "10 000 bis 11 000 Quadratmeter - aber ob man das auch macht, ist eine andere Frage", entgegnete der Iandus-Chef.

Seine Unternehmensgruppe habe das Hertie-Haus Anfang des Jahres gekauft, weil der "Standort Husum ein besonderer ist - ein attraktives Stadtbild gepaart mit funktionierendem Handel und Tourismus". Die Eröffnung sei für 2017 angepeilt: "Zwei Jahre planen, zwei Jahre bauen." Und die Fassade könne natürlich nicht so bleiben, die werde umgestaltet, auch wenn das alte Betongerüst des Gebäudes möglicherweise erhalten bleibt. "Wir wollen beide Seiten des Grundstücks attraktiver machen - auch die an der Asmussenstraße zum Torhaus des Schlosses hin." Für diesen Bereich könne im Rahmen des Umbaus vielleicht auch über eine Umgestaltung der Straßen- und Platzsituation nachgedacht werden, schlug Schmidt-Waechter vor. "Vielleicht könnten ja einige Buslinien dorthin umgelenkt werden - in der Großstraße ist die Dichte des Öffentlichen Personennahverkehrs nach unserer Einschätzung etwas zu hoch."

Die Verkehrssituation in der Innenstadt hatte zuvor auch Peter Cohrs bei seinem Jahresbericht moniert: "Die Politik hat auf Vorschlag der Verwaltung 50 000 Euro für ein Radwegekonzept ausgegeben - notwendig ist aber ein integriertes Konzept, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen berücksichtigt", warf er der Stadt vor. Einfach überall Tempo-30-Zonen einzurichten, sei keine Lösung. Auch im Bereich Tourismus fehle ein schlüssiger Gesamtplan. Und das auf fünf Jahre ausgelegte Einzelhandels-Entwicklungskonzept sei 2013 ausgelaufen - hier bestehe die klare Forderung an die Politik, es fortzuschreiben, so Cohrs weiter. "Wenn wir nicht aufpassen, siedelt sich südlich des Außenhafens ebenfalls Handel an - und das können wir nicht wollen. Neben Innenstadt und Gewerbegebiet Ost darf es keinen dritten Standort geben."

Als Nachfolger von Claus-Peter Zobel, der für das Amt nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Karl-Heinz Häuber zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Stefan Sievers folgte Peter Becker als einer der beiden Kassenprüfer nach. Jörg Gaidys wurde als Schriftführer ebenso bestätigt wie Meinhard Schibrath und Alexander Seikowsky als Beisitzer.

Seikowsky nutzte die Versammlung, um die Mitglieder zu Engagement in der Kommunalpolitik aufzurufen. "In der Stadtvertretung sitzen kaum Kaufleute, Anwälte oder Ärzte, und damit fehlt oft das Wirtschaftsdenken in dem Gremium." Eine lockere Beteiligung als bürgerliches Mitglied würde seiner Erfahrung nach nur drei bis vier Wochenstunden in Anspruch nehmen. "So könnten wir aber viel mehr Einfluss haben."

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