"Wind-Art"-Installation Husum : Die Hosen kehren zurück

Anlässlich der 'Wind-Art 2007' flatterten Julia Bornefelds 'Windhosen' erstmals am Dockkoog. Foto: Volkert Bandixen
Anlässlich der "Wind-Art 2007" flatterten Julia Bornefelds "Windhosen" erstmals am Dockkoog. Foto: Volkert Bandixen

Die Ede-Sörensen-Stiftung hat die "Wind-Art"-Installation von Julia Bornefeld gekauft. Am 3. Juli bringen Mitglieder und Feunde die 21 Objekte wieder an ihren ursprünglichen Bestimmungsort.

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28. Juni 2010, 08:51 Uhr

Husum | "Lasst andere Eulen nach Athen tragen. Wir tragen Hosen an den Dockkoog", stellt ein Mitglied der Ede-Sörensen-Stiftung (ESS) augenzwinkernd fest - konzertiert und konzertant. Diese Hosen werden allerdings nicht am Bein, sondern an der Stange getragen - wie das so ist, wenn Kunst auf Kunstfaser trifft. 2007 machte diese etwas andere Form der Textil-Schau schon einmal von sich reden - anlässlich der "Wind-Art", einem Symposium, zu dem Stadt Husum und Museumsverbund Nordfriesland fünf namhafte Künstler aus ganz Deutschland eingeladen hatten, um zum Thema Wind zu arbeiten.

Eine dieser Künstlerinnen war die gebürtige Kielerin Julia Bornefeld. Sie setzte seinerzeit ein "Spiel" an den Dockkoog: 21 "Windhosen", die wie Wetterfahnen in den Wind gehängt wurden. Eine anspielungsreiche Installation, der eine feierliche Prozession mit dem Rödemisser Spielmannszug vorausging - ganz so, wie Bornefeld es aus ihrem Wahlheimatort, dem italienischen Brunico (Brauneck), kennt.
Sonnabend gehts vom Nordsee-Hotel zum Dockkoog

Danach wurden immer wieder Stimmen laut, die Arbeit möge in Husum bleiben. Doch ein Käufer fand sich auf die Schnelle nicht. Das hat sich inzwischen geändert. Nachdem die Ede-Sörensen-Stiftung die Hosen angekauft hat, will sie sie nun auch an den Dockkoog zurückbringen - zumindest in den vermeintlichen Wonnemonaten des Jahres. Und auch aus diesem Anlass soll es wieder eine feierliche Prozession geben. 21 schwarz gekleidete "Hosen-Träger" oder auch Hosenträgerinnen werden die fliegenden Beinkleider am Sonnabend, 3. Juli, ab 11.30 Uhr an Spezial-Stangen vom Parkplatz am "Nordsee-Hotel" zu ihrem Bestimmungsort transportieren. Und diesmal verleiht die Formation "North-Frisian-Pipe-and-Drums" dem Ganzen den nötigen zeremoniellen Glanz. Ein Teil der Hosen wird von Schülern des Kunst-Leistungskurses an der Theodor-Storm-Schule getragen. Aber noch ist nicht jede Stange vergeben. Wer also dabei sein will, wenn die Hosen zurückkehren, der kommt am Sonnabend, 11.15 Uhr, zum Parkplatz vor dem "Nordsee-Hotel".

Darüber hinaus wird es aus Anlass der Reinstallation ein Begleitprogramm geben. Nach Grußworten durch ESS-Vorstandsmitglied Michael Feddersen und Bürgermeister Rainer Maaß, unterhält sich Rüdiger Otto von Brocken, Redakteur der Husumer Nachrichten und selbst Stiftungsmitglied, mit Julia Bornefeld über deren Arbeit. Für das leibliche Wohl sorgen die Husumer Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die sich zudem bereit erklärt haben, die Hosen zu warten.
"Kunstumschlungen"

Idee der "Wind-Art" war es, möglichst viele Menschen in und um Husum auf ungewohnte Weise mit einem alltäglichen Phänomen zu konfrontieren. Auch deshalb hoffen die Veranstalter für den 3. Juli auf zahlreiche "Mitträger".

Und noch einen Grund gibt es, diese Veranstaltung auf keinen Fall zu versäumen. Bornefelds Hosen sind nämlich nur der Anfang: In den kommenden Jahren plant die Ede-Sörensen-Stiftung entlang der Husumer Bucht weitere Kunstwerke aufzustellen - auf dass diese bald nicht mehr nur meer-, sondern mehr noch "kunstumschlungen" ist.

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