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TIG GrouP vor dem Aus? : Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, hoffen Betriebsrat und Belegschaft der Husumer TIG Group auf ein Wunder beziehungsweise einen Investor in letzter Minute. Einige Mitarbeiter wollen sich nicht länger vertrösten lassen. Bisher konnte kein Investor gefunden werden.

„Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt, und die Köpfe der Kollegen hängen bis weit auf die Brust herunter.“ Mit diesen Worten beschrieb ein Mitglied des Betriebsrates gestern die Lage bei der insolventen TIG Group in Husum. Eigentlich hatte die Belegschaft am Freitag erfahren sollen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Doch daraus wurde nichts. Offenbar hatte sich keiner der möglichen Kandidaten zu einer Übernahme des Gesamtunternehmens oder seiner einzelnen Betriebsteile durchringen können. Damit bleibt die Zukunft der Gruppe, in der 2010 auch die Husumer Kessel- und Anlagenbauer UMAG Technologie GmbH sowie die Firma Wulff-Deutschland GmbH aufgegangen sind, weiter ungewiss. Von der Insolvenz betroffen sind insgesamt 200 Mitarbeiter an TIG-Standorten in Husum, Hamburg und Remscheid.

Auch eine neuerliche Gläubigerversammlung und eine für gestern in Aussicht gestellte Betriebsversammlung fanden nicht statt. „Wenn da nicht bald was kommt, macht der Letzte hier im April die Lichter aus“, fasst ein Beschäftigter die Situation zusammen. Im Augenblick spricht offenbar wenig dafür, dass sich die Lage noch zum Positiven wendet. Zwar erhielten Vertriebsleiter Rüdiger Voß, Betriebsrat und Belegschaft vergangene Woche Besuch vom SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Ilgen, der gestern auf Nachfrage noch einmal bekräftigte, dass er das Unternehmen im Kern für gesund hält. An der Gesamtsteuerung der Insolvenz sind aus seiner Sicht dagegen „massive Fragezeichen angebracht“. Der Berliner Politiker bezog sich damit auf ein Defizit in Millionenhöhe, das der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Olaf Büchler, bei einer Betriebsversammlung vor zwei Wochen eingeräumt hatte (wir berichteten). Ilgen warnte vor einem „blinden Verhökern“ des Unternehmens am Kapitalmarkt und sprach von einer insgesamt „ärgerlichen Situation, an deren Ende die falschen Leute baden gehen“.

Diesen Eindruck teilt offenbar auch die Belegschaft. Mehr noch: So manchem scheint das geflügelte Wort „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ kein rechter Trost mehr zu sein. Viele halten es mit einer anderen Volksweisheit und „verlassen das sinkende Schiff“. Von 105 Mitarbeitern in Husum waren – Stand gestern Abend – nur noch 88 übrig. Und je länger die Sache dauert, desto größer wird die Gefahr, dass dem Traditionsunternehmen auch die letzten Aufträge wegbrechen, soweit diese mit dem verbliebenen Personal denn überhaupt noch abgearbeitet werden können.

Eine weitere Hiobsbotschaft erreichte die Husumer Nachrichten kurz vor Redaktionsschluss. Danach sollen alle 200 TIG-Mitarbeiter in den kommenden Tagen ihre Freistellung erhalten. Zuversicht sieht anders aus.

 

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erstellt am 28.Jan.2014 | 12:15 Uhr

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