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Soli-Party im Husumer Speicher : Die heiße Nacht der 19 DJs

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rappelvoll war es bei der Soli-Party im Speicher – und alle 15 Minuten hieß es am Musik-Mischpult: „Der Nächste bitte!“ Die zahlreichen Gäste amüsierten sich prächtig und spendeten für eine neue Tonanlage im soziokulturellen Zentrum.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Für gewöhnlich geht es am Mischpult um den perfekten Übergang – doch diese Speicher-Party setzte bewusst auf den Stilbruch. In der Soli-Nacht von Sonnabend auf Sonntag knüpften gleich 19 Disc-Jockeys patchworkmäßig am Klangteppich. Der Clou: Jeder legte eine Viertelstunde auf. Erlaubt war, was gefällt! Ob Friesen-Rap mit Überlänge, kurze Grunge-Rock-Tracks oder deutschsprachige Schnulzen zum Mitgröhlen – kein Genre stand auf der Tabuliste. „Greencard“ nannte Speicher-Geschäftsführerin Noren Fritsch denn auch jenen Freifahrtschein, den sie den Protagonisten des Abends (siehe Info-Kasten) im Vorfeld ausgestellt hatte: „Spielt, was ihr gut findet – und nicht, was die Masse hören will!“ Der Erfolg des musikalischen Staffellaufs mit Überraschungsei-Effekt gab ihr recht: Die Masse wollte hören – wohl auch angetrieben von dem Solidarität stiftenden Gefühl, durch eine Spende am Eingang dem soziokulturellen Zentrum bei der Anschaffung der neuen Tonanlage (wir berichteten) unter die Arme zu greifen. Zur Stoßzeit – und die dauerte lange! – war der „Club“ an der Hafenkante rappelvoll.

Nachdem die beiden ehrenamtlichen Speicher-Helfer Andrea Daries und Oliver Bechmann die Stunde bis zum offiziellen Startschuss mit ihrer Musikauswahl überbrückt hatten, drehte die Chefin persönlich die Regler hoch. Mit dem Titel „Revolution Disco“ von Rotfront gab Fritsch – ganz Profi im Anheizen – gleich mal die Richtung vor. Ein schmissiges Stück mit klarer Botschaft: Schließlich sollte an diesem Abend in der Hafenstraßen-Disco nichts weniger als eine musikalische Revolution ausgerufen werden. Fünf Stücke presste DJ Noren in ihr Zeitfenster, vier davon von Bands, die bereits im Speicher aufgetreten sind. Das Publikum, das keine lange Anlaufzeit brauchte, um auf der Tanzfläche warm zu werden, gönnte sich kaum eine Atempause: Die Tape-Mixer gaben sich, unterstützt vom hauseigenen Tontechniker Sven Fischer, die imaginäre Klinke in die Hand. Talking Heads, The Doors, Voyage . . . Zwischen Techno und Status Quo mogelten sich schon mal „Die Drei von der Tankstelle“ mit ihrem guten Freund, der das Schönste ist, was es gibt auf der Welt. Soft Cells „Tainted Love“ gab’s genauso auf die Ohren wie den unverwüstlichen Herbert Grönemeyer. Dazu der bekannte „Junge“, dessen Eltern am Ende laut Ärzte-Attest Gefahr laufen, zu „sterben“. Mit Joe Dassins „Oh, Champs Elysées“ schafften es die scratchenden Jungs von Vierkanttretlager sogar, eine Polonaise auf die Beine zu stellen.

Die Partygäste, darunter auch Junggebliebene aus der Alterskategorie 50 plus, hatten genauso ihren Spaß wie die Musik-Lieferanten. Zu denen gehörte zum Beispiel auch Katrin Hansen. Für die Pastorin war der Auftritt eine Offenbarung: „Einfach klasse, ein Riesenspaß“, sagte sie – und legte unter anderem „Papa Noah“ von Seeed auf. Hätte sie ein Mikrofon zur Hand gehabt, wäre ihre Botschaft klar gewesen, verriet sie augenzwinkernd: „Und wer mehr über Noah wissen möchte, hört sich am Sonntag meine Predigt in der Christuskirche an.“ Allenthalben pure Freude. Wie bei Tobias Krüger aus Husum: „Das ist wie eine Sneak Preview im Kino – man weiß nie, was gleich aus den Boxen kommt!“ Und auch Hans-Werner Lorenzen (58) schwärmte: „Musik verbindet nicht nur das Publikum, mit dieser Aktion kann auch der Speicher unterstützt werden – eine geniale Idee.“

Am Mischpult standen (in der Reihenfolge ihres Auftritts): Noren Fritsch, Moritz Hönscheidt, Katrin Hansen, Friedel Twenhöven, Uwe Schmitz, Lars Peters, Angelika Weinert, Klaus Kasparek, Max Leßmann, Bernd Biermann, Ulrich Kropp, Helmut Haack, Gesche Nordmann, Timo Ploog, Anni Pauls, Kai Stuhr, Birthe Dierks, Renke Söth und Bernd Facklam.

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