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Deich wird verstärkt : Husumer Beschluss: Auf Dockkoog soll keine Hallig entstehen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Aus Angst vor Risiken für Husum stimmt die Stadtvertretung mit großer Mehrheit für Verstärkung des bestehenden Deiches.

Husum | Das Gezerre ist endgültig zu Ende: Mehrheitlich hat das Stadtverordnetenkollegium am Donnerstag für den interfraktionellen Antrag von SPD, CDU und WGH gestimmt. Dieser sieht vor, dass sich die Stadt Husum auf den Bestand der bisherigen Deichlinien am Dockkoog und einer westwärtigen Erhöhung des Dockkoogdeiches festlegen soll. Damit ist die Idee, diesen Deich zu öffnen und stattdessen den Porrenkoog-Deich zum Landesschutzdeich auszubauen – so dass auf dem Dockkoog eine Hallig entsteht –, beerdigt.

„Es geht hier um etwas Großes“, hatte CDU-Fraktionschef Christian Czock den Antrag, mit dem man „Pflöcke einschlagen wolle“, zuvor begründet. „Wer nicht deichen will, muss weichen – diese alte Regel hat noch heute Bestand und deswegen kommt eine Deichöffnung nicht in Frage.“ Am Ende liege Husum offen und Wobbenbüll sei geschützt – „und wenn der Meeresspiegel dann steigt, wird Husum überflutet und Wobbenbüll die neue Kreisstadt“.

Der Antrag war von den Urhebern in fünf Abschnitte aufgeteilt worden, die auch einzeln abgestimmt wurden. Während Teil 1 dem Dockkoogdeich gewidmet war, behandelte Teil 2 die Dockkoogspitze: „Hier möchten wir, dass die guten Ideen der Bürgerwerkstatt von drei Planungsbüros, die sich mit den Anforderungen im Küstenbereich auskennen, in einem Ideen-Wettbewerb aufgenommen und ausgearbeitet werden“, erläuterte Czock. Die Ergebnisse seien dem Umwelt- und Planungsausschuss im September vorzustellen. Dieser Abschnitt wurde mehrheitlich abgenickt.

Der dritte Teil, der die Entwicklung der binnendeichs gelegenen Fläche betraf, ziele auf zeitnahe Planungssicherheit für mögliche Investoren, so Czock weiter. „Wir müssen rechtzeitig wissen, wie groß das Areal für ein Hotel in diesem Bereich wird, und brauchen zudem auch Platz für Parkflächen, vielleicht auch wieder einen Campingplatz und natürlich die Biike.“ Auch Teil 3 fand nur mehrheitliche Zustimmung im Gremium.

Einigkeit herrschte dagegen bei den Teilen 4 und 5, die sich mit der Verkehrsanbindung und den Finanzen befassten. Das erstere barrierefrei gewährleistet sein müsse und auch die Anbindung an den ÖPNV zu prüfen sei, fand ebenso uneingeschränkte Zustimmung wie der Passus, dass für die Planungsaufträge die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden sollten.

Insbesondere die Grünen, die sich im Vorfeld mit Unterstützung des SSW für eine Offenhaltung der Hallig-Option ausgesprochen hatten, waren nicht glücklich mit der Beschlusslage. CDU und SPD hätten die Arbeit der Projektgruppe durch ihren Antrag „abgewürgt“, befand Fraktionschef Frank Hofeditz. Und dass jetzt auch noch für einen Wettbewerb von drei Planungsbüros Mittel ausgegeben werden, könne er ebenfalls nicht verstehen: „Das Geld sollten wir lieber in die Realisierung stecken.“

Für die WGH erklärte Rüdiger Hartwigsen, wieso seine Fraktion sich dem Antrag angeschlossen hatte: „Landwirtschaftlich wird der Dockkoog-Bereich nicht mehr benötigt, daher ist es natürlich reizvoll, ihn als Experimentierraum zu nutzen“, gab er zu. Aber die Halliglösung sei zu risikobehaftet: „Das kann sich die Stadt nicht leisten.“

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erstellt am 20.Mai.2017 | 10:00 Uhr

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