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Jubiläum in St. Peter-Ording : Die gemütlichste Ecke im Nordseebad

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor 30 Jahren stimmten die Gemeindevertreter von St. Peter-Ording für den Kauf und den Erhalt des Olsdorfer Krugs. Bis heute hat es die Gemeinde nicht bereut.

„Steckrübenmus mit Kasseler und Kochwurst satt“ gab es anlässlich der Festversammlung zu „30 Jahre Olsdorfer Krug im gemeindlichen Eigentum“. Dazu hatte die Gemeinde St. Peter-Ording in das Restaurant in der Olsdorfer Straße eingeladen. 1985 hatte Küchenmeister Jochen Rother und seine Frau Jutta die Bewirtschaftung des „Dorfkruges“ als erste und bisher einzige Pächter übernommen. Den Vertrag haben sie jetzt noch einmal um weitere fünf Jahre verlängert. Der „Olsdorfer Krug“ steht wieder gut da. Das war nicht immer so. Heiße Diskussionen hatte es Anfang der 1980er Jahre im Gemeinderat gegeben, ob die Kommune den Krug übernehmen und auch von der Gebäudesubstanz so herrichten sollte, dass die Bewirtschaftung durch einen Pächter auch Erfolg versprechend sein könnte. Höchst kontrovers war die Debatte zwischen den Fraktionen geführt worden. Die Gastwirtschaft hatte schließlich Geschichte. Seit 1895 war der Krug im Besitz von Mitgliedern der Familie Heldt gewesen. Um 1970 wurde er verkauft und danach von verschiedenen Pächtern betrieben. Heute sind die Verantwortlichen froh darüber, vor über 30 Jahren für Kauf und Sanierung gestimmt zu haben. In seiner Festrede brachte Bürgervorsteher Boy Jöns das so zum Ausdruck: „Wir freuen uns, dass wir hier im Kern unseres Ortes den Dreiklang von Kirche, Museum und Krug haben. Es ist mit der Olsdorfer Straße wohl der gemütlichste Teil von St. Peter-Ording. Unser Dank geht an die, die vor 30 Jahren die Entscheidung für die Übernahme des Kruges getroffen haben.“

Die St. Peter-Kirche, das Museum Landschaft Eiderstedt und der Olsdorfer Krug gehören im Dorf zusammen. Sinnbildhaft wurde das an diesem Tag auch praktiziert. Der Festversammlung vorausgegangen war ein Gottesdienst in der Kirche. Pastorin Regine Boysen hatte das Jubiläum des unmittelbaren Nachbarn an den Anfang ihrer Predigt gestellt. Fröhliche wie traurige Anlässe werden an beiden Orten auch oft gemeinsam begangen. So stehe die Kirche mit ihren Gottesdiensten nicht nur zu besonderen Anlässen für Feiern und Musik offen, das Museum mit dem Verein KulturTreff repräsentiere kulturelles Leben und der Olsdorfer Krug sei Ort des geselligen Zusammenseins. Die nächste Station nach dem Gottesdienst war dann das Museum. Die von Claus Heitmann erstellten Bilderausstellung „Olsdorfer Straße – gestern und heute“ führte den Besuchern die Veränderungen “ sehr anschaulich vor Augen.

In seiner Rede machte Boy Jöns den Umfang des geselligen Lebens im Krug deutlich. Speeldeel und Shantychor haben dort ein Zuhause, Eiderstedts Ringreiter kommen zum Kommers zusammen, der Hegering trifft sich. Das Biike-Brennen der AG-Orts-Chronik wurde hier vor mehr als 25 Jahren ganz klein gestartet, aber schon mit deftigem Grünkohlessen. „Mitten im Dorf kommt das zusammen, was St. Peter-Ording ausmacht“, sagte er und vergaß natürlich nicht die Sitzungen der Gemeindevertretung und andere besondere Versammlungen zu nennen.

Jochen und Jutta Rother freuten sich sehr über die Jubiläums-Urkunde. Rother erinnerte in seiner Dankesrede an die Zusammenarbeit mit Karl-Heinrich Poggrön, dem damaligen Architekten der Gemeinde, und mit der Kirchengemeinde als „Anteilseigentümer“, die bis zum heutigen Tage für 9,3 Quadratmeter im Sanitärbereich „mitverantwortlich“ ist. Rother, der ehemalige Pastor Johann Weingärtner und Eckard Kloth von den „Strandräubern“ erzählten noch mehr Geschichten. An guten Wünschen fehlte es auch nicht. Die 30 Jahre seien für sie als Gastwirtsfamilie mit drei Kindern auch mit Höhen und Tiefen verbunden gewesen, so Jochen Rother. Mit einem Potpourri bekannter Melodien, gesungen von den „Strandräubern“, endete die Jubiläums-Feier.

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