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Spiele-Trend in Husum : Die ganze Stadt im Kreisel-Fieber

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Fidget Spinner sind der neueste Spiele-Hit – und der absolute Verkaufsschlager in den einschlägigen Geschäften.

Seit der Trend vor einigen Wochen aus den USA über den großen Teich geschwappt ist, grassiert er in Deutschland. Und damit auch in Husum. Fidget Spinner – hierzulande auch Finger- oder Hand-Spinner genannt – sind der Renner in Kinderzimmern, auf Schulhöfen und damit natürlich auch im Spielwarenhandel. „Am Pfingstsonnabend sind 400 Stück über den Ladentisch gegangen“, sagt Vivian Ahrens, Verkäuferin bei Rothgordt. Jetzt verteile sich der Verkauf zwar mehr über die Woche, und es seien auch häufig Urlauber, die die kleinen, bunten Kreisel haben wollen. „Aber sie sind immer noch sehr gefragt – und wir haben auch wieder genügend Nachschub bekommen.“

Fidget Spinner – Fidget steht im Englischen für Unruhe/Zappelphilipp und to spin für wirbeln/kreiseln – sollten ursprünglich Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen helfen. Zu Therapie-Zwecken werden sie in den USA schon seit Jahren verwendet. Den Kreiseln wird beruhigende Wirkung nachgesagt, weil man sich beim Spiel ganz auf sie konzentrieren muss. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.

Das hat aber ihrer „explosionsartigen Verbreitung“, wie sich Thomas Johannsen ausdrückt, nicht geschadet. Wieso sich die kleinen Dinger immer noch so gut verkaufen, kann sich der Inhaber von „Magische Welten“ nicht erklären: „Inzwischen müsste doch jeder einen haben.“ Allerdings gebe es auch viele Reklamationen, besonders bei den billigen Ausführungen: „Die meisten kaufen ja Modelle, die zwischen acht und zwölf Euro kosten, nicht die ganz teuren.“

Bei der Buchhandlung Liesegang hat man die Kreisel erst vor einer Woche ins Programm genommen, obwohl der Trend schon länger läuft. „Wir haben gesehen, wie gut sich die Spinner in unserer Filiale in Schleswig verkaufen“, sagt Imke Tannert, Leiterin von Liesegang Husum. An deren Umsatz komme man allerdings nicht heran. „Hier kaufen die Kunden so etwas eher im Spielzeugfachgeschäft.“

Detlef Kreutzfeldt, Schulleiter der Bürgerschule, hat die Spinning-Manie schon vor einigen Wochen bemerkt. Auf seinem Schulhof spielen Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse mit den Geräten. Nachvollziehen könne er den Hype nicht wirklich, gesteht der Schulleiter: „Viel machen kann man damit ja eigentlich nicht.“ Vielleicht, so hofft der Pädagoge, schulen die Kreisel ja wenigstens die Feinmotorik. Schaden würde der Trend den Schülern jedenfalls sicher nicht. Im Unterricht sei das Spielen natürlich verboten. Auch Sabine Iwersen, Schulleiterin der Iven-Agßen-Schule, beobachtet, dass ein Großteil ihrer Schüler in den Pausen mit dem Fidget Spinner beschäftigt ist: „Uns hat das bisher nicht gestört. Die Schüler können die erstaunlichsten Dinge mit ihnen machen.“ Selbst ausprobiert hat sie das Trend-Spielzeug allerdings noch nicht.

Der letzte Spiele-Hype, an den Kreutzfeldt sich erinnern kann, ist übrigens das Handyspiel Pokémon Go, das vor ungefähr einem Jahr vor allem seine Viertklässler begeisterte. Und dieser Hype war dann ja auch urplötzlich wieder verschwunden – wie zum Beispiel das Tamagotchi in den 1990er Jahren oder die Loom-Gummibänder, die die Kinder 2015 begeisterten. Auch den Fidget Spinnern wird daher eine höchst begrenzte Aufmerksamkeitsdauer eingeräumt. „Wir gehen davon aus, dass in ein bis zwei Monaten alles vorbei ist“, ist sich Vivian Ahrens sicher.

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erstellt am 15.Jun.2017 | 11:16 Uhr

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