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Entwicklung des Dockkoogs : Die Fantasien der Hoteliers

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husumer Hotel-Betreiber sagen, welche Pläne sie für sinnvoll halten.

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 14:30 Uhr

Der Dockkoog und seine künftige Bebauung erregen weiterhin die Husumer Gemüter. Am morgigen Mittwoch, 1. März, wird ab 17 Uhr im Umwelt- und Planungsausschuss über die weitere Vorgehensweise bei der Entwicklung des Areals beraten – sicherheitshalber gleich im Ratssaal des Rathauses, weil wieder mit einer Menge Publikum gerechnet wird. Wir haben uns gefragt: Wie würde denn ein Hotel am Dockkoog aus Betreibersicht idealerweise aussehen? Drei Husumer Hoteliers haben uns erzählt, wie sie das Projekt angehen würden – und sehr interessante Antworten gegeben.

Wichtig ist für Ove Thomsen vom Hotel & Spa Rosenburg erst einmal die Infrastruktur der Umgebung. „Der Weg dahin muss erschlossen sein, und das auf attraktive Art“, sagt er. Das sei derzeit überhaupt nicht der Fall. „Und von den Zimmern aus muss man das Meer sehen können.“ Wenn das Hotel nicht auf dem Deich direkt errichtet würde, müsste es hinter dem Deich also entsprechend hochstehend konstruiert sein. Der ideale Standort wäre für ihn dort, wo das Nordsee-Hotel jetzt steht. „Von da aus kann man nicht nur das Meer sehen, sondern auch über das Vorland gucken.“ Allerdings wäre sein Hotel viel größer: „Mindestens 100 Zimmer müssten es schon sein.“ Und Wellness-Bereich, Tiefgarage und vielleicht ein Schwimmbad in der Nähe haben. „Dem Gast muss ein umfangreiches Erlebnis-Feeling geboten werden.“ Denn es komme ihm darauf an, mit diesem Hotel nicht nur das in der Storm-Stadt vorhandene Gäste-Potenzial neu zu verteilen, sondern ganz neue Besucher nach Husum zu locken.

Meinhard Schibrath vom Thomas-Hotel findet die Frage zunächst einmal „schwierig“ – und entscheidet sich dann auch für die Hochlage. „Ich würde das Hotel hinter dem Deich auf Stelzen errichten, damit man über den Deich hinweg gucken kann. Vielleicht könnte man auch eine schöne Seebrücke bauen, von der aus man bei Flut ins Wasser springen kann.“ Dann kommt er in Fahrt und plant für das imaginäre Hotel einen hinter dem Deich aufgeschütteten Sandstrand dazu. „Ganz toll wäre natürlich noch ein Schwimmbad am Hotel, auch auf Stelzen.“ Wie Thomsen ist auch er davon überzeugt, dass der Neubau nicht zu klein sein dürfte: „Mehr als 100 Zimmer bräuchte man schon, sonst lohnt es sich nicht.“ Und wie soll das Hotel – Schibrath schwebt eine Vier-Sterne-Klassifizierung vor – optisch aussehen? „Es müsste an die Landschaft angepasst sein. Vielleicht im Stil der Beach-Motels in St. Peter-Ording oder Heiligenhafen.“ Auf die vieldiskutierte Husumer Hallig springt Schibrath übrigens nicht an: „Das Konzept schränkt einen als Investor zu sehr ein.“

Das sieht Karl-Heinz Häuber vom Theodor-Storm-Hotel anders: Wenn er alle Argumente, die gegen eine Husumer Hallig sprechen, außer Acht lassen dürfte, sieht er eine Warft für das Hotel als „Traumstandort“: „Das hat kein anderer.“ Auch Häuber denkt an ein Vier- bis Fünf-Sterne-Wellnesshotel mit verschiedenen Wohlfühloasen. Und – hier sind sich alle drei einig – das Schwimmbad in der Nähe steht auch für ihn ganz oben auf der Wunschliste: „Das muss durch einen überdachten Gang mit dem Hotel verbunden sein, damit die Gäste im Bademantel hinlaufen können.“

Neben dem Dockkoog hat Häuber allerdings noch ein ganz anderes Areal im Auge, wenn er frei aufschlagen dürfte: Nämlich Schobüll als einzige nicht eingedeichte Fläche. Hier sei genug Platz vorhanden, so dass man beim Hotelbau in die Breite statt in die Höhe gehen könne. „Dann reichen zwei bis drei Etagen. Und daneben müssten zwei Restaurants entstehen – auf jeden Fall auch eines für gehobene Ansprüche.“ So ein Schobüller Hotel würde er in amerikanischer Bäderarchitektur ebenfalls als Fünf-Sterne-Haus bauen lassen. „Denn es geht darum, Urlaubern Angebote zu machen, die das Besondere suchen und es sich auch leisten können.“

Auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland (WFG NF) hat sich so ihre Gedanken zur Entwicklung des Dockkoogs gemacht und diese auf Einladung der Stadtpolitik auf einem Treffen vergangene Woche vorgetragen. Die Botschaft der WFG: Husum hebt noch nicht alle touristischen Potenziale, die durch die geographische Lage und die aktuell sehr positiven Rahmenbedingungen vorhanden sind. „Die bevorstehenden Deichbaumaßnahmen und die dadurch nun zwingend nötig gewordene und wichtige Auseinandersetzung mit der Zukunft des Dockkoogs bietet dem Ort eine enorme Chance, sich für die Husumer und Gäste positiv weiterzuentwickeln.“

Und die nächsten Schritte sollten bald gemacht werden, da das durch die niedrigen Zinssätze aktuell vorherrschende Investitionsklima nicht ewig anhalte. Die WFG favorisiert daher die baldige Erstellung eines Masterplans durch einen externen Dienstleister, der als Handbuch für die Umsetzung dienen soll und sich nicht nur mit dem Dockkoog allein beschäftigt, sondern diesen im Zusammenhang mit dem gesamtem touristischen Umfeld der Storm-Stadt betrachtet.


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